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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1917. 
Zusammenfassend läßt sich sagen, daß 4Ao. oder a kein genaues Maß für 
das vertikale Gleichgewicht gibt, da vor allem der Zunahme des Ausdehnungs- 
koeffizienten mit der Tiefe und auch der mit der Tiefe an Bedeutung gewinnenden 
adiabatischen Temperaturzunahme nicht Rechnung getragen ist. Der Fehler wird, 
solange es sich nur um die Entscheidung, ob stabiles oder labiles Gleichgewicht 
vorhanden ist, handelt, bei Werten von 105.42 etwa größer als 5 nicht von Be- 
lang sein. Wird das Gleichgewicht aber noch weniger stabil, so ergibt sich, 
selbst qualitativ, eine richtige Vorstellung vom vertikalen Gleichgewicht nur, 
wenn die Wirkung des Druckes mit-in Rechnung gezogen wird. 
Luftdruckverteilung, Winde und Regenfall in Australien. 
Von Dr. W. R, Eeckardt, Meteorologisches Observatorium, Essen. 
Die klimatischen Verhältnisse Australiens mit Ausnahme seiner Nordseite 
sind nach J. v, Hann denen Südafrikas in den entsprechenden Breiten außer- 
ordentlich ähnlich. Wenn auch das australische Festland eine doppelt so breite 
Ausdehnung von West nach Ost hat wie Südafrika, so stimmen doch ihre 
Oberflächenformen in vielen Zügen überein. Den Ostrand beider -Festländer 
schließt ein ziemlich hohes Gebirge gegen das Innere ab. Sowohl die australischen 
Kordilleren wie auch die südafrikanischen Drakensberge werden von dem auf- 
steigenden Südostpassat getränkt. Aber in Australien ist die Ostmauer ge- 
schlossener als in Südafrika. Das regenarme Binnengebiet ist daher in jenem 
neuweltlichen Erdteile ausgedehnter. Es wird noch dadurch verstärkt, daß das 
Innere Australiens in geringerer Meereshöhe liegt als Südafrika, weshalb sich 
eine viel stärkere Erhitzung im Sommer geltend machen muß. Dafür ist aber 
hier das Phänomen der Küstenwüste im Westen viel schwächer entwickelt als in 
Südafrika und Südamerika, weil die kalten Auftriebwasser an der Westküste 
Australiens fehlen, und zwar vor allem wohl deshalb, weil das über dem süd- 
lichen Indischen Ozean befindliche Barometermaximum mit seinem Kern viel 
weiter vom australischen Festland entfernt liegt als. die Zentren der süd- 
pazifischen und südatlantischen Antizyklone von Südamerika bzw. Südafrika. 
Im Südsommer hat Australien ein selbständiges Windsystem, indem über 
dem nordwestlichen und nördlichen Teile des erhitzten Festlandes ein Tief- 
druckgebiet entsteht, das von allen Seiten her die Luft ins Land hineinzieht und 
auch auf die Südhälfte des ostindischen Archipels seinen Einfluß ausübt. Daher 
bildet der malayische Archipel den Übergang von Asien zu Australien. Im 
Norden herrschen Winde aus nordwestlicher bis nördlicher, im Osten nordöst- 
liche bis Östliche, also feuchte äquatoriale, während im Süden vorherrschend 
südliche bis südöstliche und im Westen südwestliche bis westliche Winde wehen. 
Da dem australischen Festland im Norden eines der wärmsten Meere der 
Erde vorgelagert ist, sollte man das Eindringen tropischer Regen bis tief in 
das Innere hinein erwarten. Aber das ist nicht der Fall. Das Fehlen der Regen- 
lälle südlich des 18.° S-Br. beweist nach J. v. Hann!) und F. Thorbecke?), daß 
die Grenzen der tropischen Regenzone nicht allein von den Oberflächenformen 
abhängen, sondern in erster Linie von den allgemeinen Luftdruck- und Wind- 
verhältnissen. So liegt Australien auch im Sommer trotz allgemein ziemlich 
niedrigen Luftdruckes zum größten Teil im Wirkungsbereich des subtropischen 
hohen Drucks und bietet uns daher ein Beispiel für das Kontinentalklima der 
Subtropen, Besonders im Winter wird der Kontinent zwischen dem Wendekreis 
und dem 30. Parallel von einem Gürtel hohen Luftdrucks durchzogen, von dem 
') Handbuch der Klimatologie. 3. Aufl. III. Bd. S. 476, Stuttgart 1911. 
2) Das ozeanisch-subtropische Klima und die Gebiete der Etesien und Winterregen. Geogr. 
Zitschr. 1910, Heft 5 und 6.
	        
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