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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

Schulz, B.: Die Beurteilung des vertikalen GHeichgewichts im Meere, 105

Am augenfälligsten ist der Vorteil der Berechnung der Stabilität
für Wasserschichten mit annähernd adiabatischer Temperaturverteilung.
 Dort könnnen der und E infolge der zwischen ihnen vorhandenen Differenzen
abweichenden Gang und entgegengesetztes Vorzeichen haben; der ist also zur Beurteilung
 des vertikalen Gleichgewichts nicht mehr brauchbar, Bei Diskussion
der Tiefseegräbenbeobachtungen ist ein Ausweg gefunden worden durch Vergleich
 der in den Tiefen auftretenden o,-Werte mit den Dichtewerten, die bei
Verwendung gleichen Salzgehalts und einer Temperatur, die unter Annahme
rein adiabatischer Temperaturzunahme zu errechnen ist, entstehen. Dies ist aber
ein indirekter Weg. Eine anschaulichere und exaktere Betrachtung ist bei
Einführung des Begriffs’ der »Stabilität« möglich. Wenn wie im Mittelmeer
(vgl. Tabelle 10) die Temperaturzunahme geringer ist als bei rein adiabatischer
Temperaturverteilung (vgl. 7, und %), hat E positive Werte, während nr bei
Salzgehaltskonstanz und Temperaturzunahme natürlich negativ ist. ;
Tabelle 10,
Balearen-Becken, .
»Thor«, Mittel der Sıationen Ionisches Meer.
115, 116, 118, 120 und 206 - ; »Thor«, Station 114
39°_—43° N, 4°-—79° O0. Juni und August 1910, 34° 31’ N, 18° 4ty O. 23, Juli 1910.
Tiefe | Tr | S oo

102.07, | 1080er
dz

8001| 12.82
1000 ‚86
1500 93
2000 ‚99
2500 ! 183.05

38.37 2905
‚27 05
‚37 08
37] 02
37 01,
r, beobachtete Tiefentemperaturen
-. bei Annahme rein diabatischer Temperaturverteilung berechnete Temperaturen.

0 12.88
‘86
—4 | 94.
2 | 18.02
1

+H.1
40.4
41.1
417.2

15002) 13.55 38.64
2000 | ‚56 | 6%
2500 | ..60 | 64 |
2900.) 69 | 64

20911

18.55
ir 321 64
10 | —3 ‚73
98 "85

+3.6
42.3
A123

Im Balearen-Becken erreicht
die Temperaturzunahme vom Temperaturminimum
 ab zunächst fast
den Betrag, der bei rein adiabatischer
Verteilung vorhanden sein müßte,
weiterhin aber nicht mehr. Die Folge
ist, daß von 800 bis 1000 m fast indifferentes
 Gleichgewicht herrscht,
darunter die Lagerung aber zunehmend
 stabiler wird, vgl. Figur 3,
Umgekehrt ist es beim Beispiel aus
dem Ionischen Meere. Mit wachsender
Tiefe nähert sich der Temperaturgradient
 dem adiabatischen, die Stabilität
 nimmt daher ab, behält aber
positive Werte,
Ganz anders sind die Verhältnisse
 im Philippinen - Graben und
Bougainville-Kessel (Tabelle 5). Dort
ist die Temperaturzunahme mit der
Tiefe wahrscheinlich infolge des Einflusses
 der inneren Erdwärme und
vulkanischer Erscheinungen größer als sie bei rein adiabatischer Temperaturverteilung
 sein würde. Die Stabilität hat daher negative Werte, und zwar wird
die Lagerung mit zunehmender Tiefe immer labiler (s. Figur 3).
1) Die Serienwerte sowie z, entnommen aus G, Schott, Adiabatische Temperaturänderung in
großen Meerestiefen. Annalen der Hydrogr. 1914. S. 325.
2) Nivean des Temperaturminimums.

Fiz. 3.

AA
            
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