L04 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1917.
Unterströmung mit Salzgehaltsgradienten und Stabilitätswerten von ungewöhnlicher
Größe wirkt wie eine Sperrschicht, Sie verhindert eine Durchlüftung der
unteren Schichten, und die Linien gleichen Sauerstoffgehaltes scharen sich in
dieser Zone (vgl. Figur 2), z. B. nimmt östlich von dem in der Figur dargestellten
Gebiet bei der »Thor«-Station 108 vor der afrikanischen Küste vor Oran
der Sauerstoffgehalt von 50 bis 100 m Tiefe um 23%, ab, bei Station 112 in der
Nähe von Algier von 25 bis 50 m um 25%, 1). Anderseits ist trotz der gewaltigen
Abnahme gegen die überlagernden Schichten in der Tiefe von 200 bis 300 m die
Stabilität im Vergleich zu den größeren Tiefen noch so groß (vgl. Tabelle 7,
Station 99), daß eine Vermischung mit dem sauerstoffreicheren Tiefenwasser, das
bei fast konstantem Salzgehalt und geringerer Temperaturänderung sehr kleine
Stabilitätswerte aufweist, nur wenig möglich sein wird; so kann es zur Ausbildung
einer sauerstoffarmen Schicht in der Tiefe von 200 bis 300 m kommen,
Als Beispiele seien noch angeführt:
Tabelle 9.
»Thor«-Station 108. 25, VI. 1910. 36° N-Br., 0° W-Lsg,
Tiefe (m) ..... 0 25 50 100 125 150 200 300 400 600 1000 1500
. . . A A N re,
Stabilität . . . . 2500 200 77 15 06 —1,7
Rel. Sauerstoffgehalt . 98 104 100 77 — 73 72 69 71 71 74 76
»Thor«<-Station 91. 18. VI. 1910. 36° N-Br., 7° W-Lg,
Tiefe (m) ..... 9 100 200 400 600 800 1000 1200
Stabilität . . . . 712 144 94 84 200 112 2
Rel. Sauerstoffgehalt . 100 94 858 77 67 64 64 68
Besonders das letztere zeigt, wie Zunahme der Stabilität die Vermischung
des Wassers mit der Umgebung erschwert. Das auf Figur 2 noch sichtbare
Sauerstoffminimum vor der Straße von Gibraltar geht, wie die berechneten
Stabilitätswerte (»Thor«-Station 91) zeigen, parallel mit iür jene Tiefen ungewöhnlich
hohen Stabilitäten,
In Wasserschichten, deren Dichteänderung nur gering ist, hat
bei der Unsicherheit der Werte 4o, die Entscheidung, ob stabile oder
labile Lagerung vorhanden ist, Schwierigkeiten. Dort ist die Berechnung
der Stabilität jedenfalls empfehlenswert. Z.B. herrscht im
Mittelmeer im Winter in jenen Gebieten, in welchen es zur Bildung von Bodenwasser
kommt, fast indifferentes Gleichgewicht?). Als Beispiel sei Station 37
des »Thor« gewählt.
Westliches Becken des Mittelmeeres zwischen Balearen und Sardinien.
»Thor«-Station, Nr. 37. 41° 560’ N-Br., 6° 18" O-Lg. 30. Januar 1909.
Tiefe
m
S oo 102.0) 108.905
€dz
9 | 12.40. | 3894
25 „48 ‚24
50 49 24
75 50 24
100 53 28
150 ‚55 ‚30
200 67 | 88
200 * 12.08 "48
2904
0?
| 09
AS
— 80
“
A
8
>
| 06
08
a
U
„L90
108 E
—62
—5
—5
F108
26
—0.1
| 82
Tiefe
m
800
400
500
600
800
1000
1500
0000
Ss Day
102.07 | 1040er
dz
13.08 | 38.48 | 2908
48.01 ! 42 06
12.97 42 67
‚94 29 Ce
n9 j 29 ! x
39 \
‘85 | 0
Pa n0
—20
+10
—20
N
X -t
| 94
13.01
108 E
—928
+12
—18
+5
+8
— 4
A407
Geringe Salzgehalts- oder Temperaturschwankungen in irgend einer Schicht
bedingen bereits vertikale Bewegungen. Nur die Tiefe von 75 bis 150 m weist
noch größere Werte der Stabilität auf, es ist anzunehmen, daß diese bis zu
Beginn der Wirkung der sommerlichen Erwärmung noch abnehmen, so daß
vegyen Ende des Winters der vertikale Wasseraustausch weiter erleichtert wird.
ıy Vgl. G. Schott, a. a. 0. Tafel 7.
2, Vgl. G. Schott, a.a. ©. SS. 16.