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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

Pettersson, H,: Zur Technik der Dichtigkeitsbestimmung von Meerwasser, 93 
Nach dem Ende des Weltkrieges wird hoffentlich die wissenschaftliche 
Meeresforschung einen neuen Anlauf nehmen,. Unsere bisherigen Erfahrungen 
haben gezeigt, daß, wenn man aus dieser Arbeit Resultate von hohem theoretischen 
Interesse, sowie von größtem praktischen Wert für die Fischerei, sowie für die 
Wetterprognosen erhalten will, das Untersuchungsgebiet über den eigentlichen 
Ozean ausgedehnt werden muß, und außerdem muß die Beobachtungshäufigkeit, 
besonders in den Küstengebieten, bedeutend vergrößert werden. Dafür aber ist 
vor allem eine vereinfachte und doch völlig zuverlässige Methodik notwendig. 
Es wäre erfreulich, wenn einige von den in den beiden Teilen dieses Aufsatzes 
beschriebenen Instrumenten bei dieser erwarteten neuen Entwicklungsperiode 
der Hydrographie sich nützlich erweisen könnten, ” 
Oceanografiska Institutionen. Göteborgs Högskola, Januar 1917. 
Hans Pettersson. 
Die Beurteilung des vertikalen Gleichgewichts im Meere. 
Von Dr. Bruno Schulz. 
Die vertikalen Gleichgewichtsverhältnisse im Meere pflegen fast ausschließ- 
lich nach den o,-Werten der einzelnen Tiefenstufen, für welche Temperatur- und 
Salzgehaltsmessungen vorliegen, beurteilt zu werden. Der Einfluß des Druckes 
wird dabei als für die Dichtedifferenzen unwesentlich unberücksichtigt gelassen; 
auch in dem Handbuch der Ozeanographie von Krümmel geschieht dies und zwar 
ohne nähere Diskussion. In einigen typischen Fällen, wo es sich um der all- 
gemeinen Zirkulation im Meere entzogene abgeschlossene Becken handelt, ist 
jedoch schon wenigstens die durch den Druck bedingte adiabatische Temperatur- 
änderung mit in Betracht gezogen!), während eine Methode zur vollständigen 
Berücksichtigung der Druckwirkung auf das vertikale Gleichgewicht zum ersten 
Male durch eine in einer erst jüngst erschienenen Arbeit von Hesselberg 
und Sverdrup”) entwickelt wird. — Betrachten wir die Wirkung des Druckes 
auf die Dichte des Meerwassers und auf das vertikale Gleichgewicht etwas näher. 
l. Abhängigkeit der Wirkung von Salzgehalt- und Temperaturänderungen 
auf die Dichte vom Druck. 
Auf den ersten Blick erscheint, wenn nur die adiabatische Temperatur- 
änderung berücksichtigt ist, die weitere Außerachtlassung des Druckes durch- 
aus zulässig, da es bei durch Gleichgewichtsstörungen in vertikale Bewegung 
geratenen Wasserteilchen nur darauf ankommt, zu erkennen, wie sie sich 
den in jeweils gleicher Tiefe mit ihnen befindlichen Teilchen gegenüber. ver- 
halten, und mit diesen sind sie ja dann gleichem Druck ausgesetzt. Nun aber 
hat das in Bewegung befindlich gedachte Wasser meist andere Temperatur und 
anderen Salzgehalt wie das mit ihm in gleicher Tiefe lagernde (vorausgesetzt 
ist hier und auch weiterhin, daß Mischung nicht stattfindet). Die Frage ist, 
ob unter diesen Umständen der zwar gleiche Druck die Dichte in 
gleicher Weise beeinflußt und damit der Dichteunterschied durch den 
Druck unberührt bleibt. 
Dies läßt sich aus den grundlegenden Untersuchungen von _Ekman?®) und 
den darauf aufgebauten »Hydrographischen Tabellen« von Bjerknes und Sand- 
ström‘*) ableiten, Mit Benutzung des letztgenannten Werkes sind die in Tabelle 1 
BIS Sn a Adiabatische Temperaturänderung in großen Meerestiefen, Ann. d. Hydr, usw. 
2) Th. Hesselberg und H. U. Sverdrup, Die Stabilitätsverhältnisse des Meerwassers bei 
vertikalen Verschiebungen, Bergens Museums Aarbok 1914—15, Nr. 15, . 
‘”, Dynamische Meteorologie und Hydrographie von V, Bjerknes und verschiedenen Mit- 
arbeiten. Hydrographische Tabellen. Braunschweig 1912. ; 
Ay V.W. Ekman, Die Zusammendrückbarkeit des Meerwassers. Publications de eirconstance 
Nr. 43. Kopenhagen 1908. -— "Tateln für Meerwasser unter Druck. Publications de circonstance 
Nr. 49, Kopenhagen 1910.
	        
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