Pettersson, H.: Zur Technik der Dichtigkeitsbestimmung von Meerwasser,
gewichtes davon überzeugen, daß das Aräometer sich wieder in genau dieselbe
Höhe einstellt.
Die Genauigkeit wird selbstverständlich auch von den Eigenschaften der
gebrauchten Kette abhängen. Dieselbe muß ganz homogen sein, d.h, ihre verschiedenen
Gelenke müssen das gleiche Gewicht haben, was aber gewöhnlich zutrifft,
da derartige Ketten maschinenmäßig in längeren Stücken verfertigt werden.
Übrigens lohnt es sich nicht, die Ablesungsgenauigkeit der Steighöhe weiter zu
treiben als bis zur etwaigen Größenordnung der Kettengelenke (gleich ihrem
ganzen [oder höchstens gleich ihrem halben] inneren Durchmesser). Die von mir
gebrauchten Ketten haben 15 Gelenke pro Zentimeter, was einer maximalen
Ablesungsschärfe von etwa di= 0.5 mm entspricht.
Wie- bei allen Dichtemessungen muß man auch mit dem Kettenaräometer
für eine möglichst homogene Temperatur der Flüssigkeit sorgen. Für sehr
exakte Messungen empfiehlt es sich darum, jede Temperaturstörung auszuschließen
durch Verwendung eines Vakuumgefäßes, dessen äußere Wandung mit
geeigneter Gradierung versehen wird. Figur 3 stellt ein derartiges von mir
gebrauchtes Gefäß dar, das unten mit einem Abfluß versehen ist. Innere
Weite — 50 mm, Tiefe = 40 cm. AA ist eine dünne, durchlöcherte Scheibe aus
Neusilber oder Glas, welche als falscher Boden zum Ansammeln der Kette. dient.
Um das Instrument auch an Bord verwenden zu: können, ist es in einem
Cardanischen Ring aufgehängt. BB ist ein Schutzmantel aus Messing, der die
zerbrechlichen untersten Teile des Gefäßes umgibt; ein darüber verschiebbarer
Bleiklotz ermöglicht die Einstellung auf eine geeignete Schwingungsperiode bei
vollem sowie bei leerem Gefäß,
Tabelle IT.
91
Tiefe
Temperatur
Aräo- ; S%o |!
meter beob.
S a 90
ber.
0m
0
20
30
°
5)
nd
120.35
12°,25
L29-00-119,70
119.50
119.05
120 8392
102
129,5
179.5
248
258
267
244.
29,51)
30.11
31,38
32,77
32,95
33.06)
33.08
29.51
30.08
31.32
32.74
32.95
33.06
33.06
Tabelle II enthält einige Messungen mit diesem Instrument. Das Aräometer
war aus Quarz von 130 cm? Volumen, die Kette aus Gold, Gewicht (netto)
2.4 mg pro Millimeter, die theoretische Genauigkeit bei 1 mm Ablesungsschärfe
betrug somit 1:4=2.10-—5 an Dichte oder etwa 0.025 %/,n Salzgehalt.
Mit Hilfe eines derartigen Instrumentes und eines Wassersuchers mit
Aräometer kann man die bei einer gewöhnlichen hydrographischen Expedition
gesammelten Wasserproben unmittelbar untersuchen, Man bestimmt dabei mit
dem Wassersucher Dichte und Temperatur des Wassers in einer beliebigen Anzahl
von Tiefen und erhält somit den Salzgehalt bis auf etwa 0.1 °%%) genau,
Wo noch schärfere Messungen wünschenswert erscheinen, z, B. für die Bodenschichten,
entleert man den Wassersucher in das Vakuumgefäß und bestimmt
die Dichte mit Hilfe eines Kettenaräometers aus Quarz. Die dabei erhaltene
Genauigkeit wird wenigstens 0.05%) oder noch größer sein, je nach dem Volumen
des verwendeten Aräometers.
Ein Nachteil des hier beschriebenen Kettenaräometers ist die Größe des
Meßgefäßes (700 cm® netto in: Figur 3), was eine ziemlich große Wasserquantität
erfordert. Eine weitere Erhöhung der‘ Genauigkeit durch Verwendung eines
größeren Aräometers würde auch eine weitere Vergrößerung des Meßgefässes
oder eine entsprechende Beschränkung des Messungsbereiches mit sich führen.
Um diesen Nachteil zu vermeiden; hat mir Pfof. O. Pettersson vorgeschlagen,
die Belastung mit der Kette von oben auf das Aräometer hinab vorzunehmen,
anstatt die Kette unten, frei herabhängend, zu befestigen, Ich habe nach diesem
Prinzip das in Figur 4 wiedergegebene Instrument konstruieren lassen.