Pettersson, H.: Zur Technik der Dichtigkeitsbestimmung von Meerwasser, 89
mit eingeätzter ringförmiger Gradierung (für jeden fünften Millimeter) versehen,
Bei offener Stellung des Wassersuchers wird das Aräometer,.F, unten von drei
federnden Klemmen festgehalten, die beim Zusammenschlagen des Instrumentes
zurückgebogen werden und das Aräometer freigeben. Letzteres trägt unten eine
sehr dünne Kette aus Gold oder doppelplatiniertem Silber, deren unteres Ende
in der Mitte einer kleinen Glasschale festgeschraubt ist,. die zum |
Aufsammeln der Kette dienen soll. Das Aräometer steigt jedes Fig. 2,
Mal bis zu einer der Dichte des umgebenden Wassers entsprechenden
Höhe, die bis auf 1 mm oder sogar auf 1, mm
genau bestimmt werden kann. Mit einem Aräometer von z. B.
60 cm? und einer Kette, die pro Millimeter nur 2.4 mg (im
Wasser) wiegt, wird eine Veränderung der Steighöhe von 1 mm
einen Dichtigkeitsunterschied von rund 4.10—5 angeben, was
wieder, in Salzgehalt umgerechnet, etwa 0.05%, entspricht.
Mit einer freien Steighöhe des Aräometers von 300 mm beträgt
dann das Messungsbereich für die Dichte:
dm — do =300-4-10-5= 0.012
(dm die größte, dy die kleinste Dichte, welche noch mit dem unveränderten
Instrument gemessen werden kann) oder für den
Salzgehalt 15% abgesehen‘ von Temperaturunterschieden,
Will man das Instrument über noch größere Messungsgebiete verwendbar.
machen, braucht man nur mittelst eines einfachen
Handgriffes das unten am Aräometer befestigte Extragewicht
aus‘ vergoldetem Metall gegen ein leichteres bzw. schwereres
zu vertauschen,
Eine Vergrößerung der Genauigkeit wäre unschwer zu
erreichen durch Verwendung eines größeren Aräometers, Nur
muß man dann auch für bessere Wärmeisolierung des Wasserinhaltes
sorgen, z. B. mittels doppelter Glaswand (zwei konzentrische
Glaszylinder), da sonst Temperaturstörungen die beabsichtigte
Erhöhung der Genauigkeit illusorisch machen würden.
Ein derartiger Wassersucher wird gegenwärtig für meine
Rechnung. von Herrn E. W. Schmidt, Göteborg, angefertigt,
der nach meinen Anweisungen in sehr geschickter Weise das
eben beschriebene Instrument ausgeführt hat.
Mit Hilfe dieses Wassersuchers erhält man eine: unmittelbare
Bestimmung der Temperatur und der Dichte und somit
auch des Salzgehalts des Wassers in den untersuchten Tiefen,
ohne besondere Manipulationen und mit einer für die meisten
Zwecke genügenden Genauigkeit. Das Instrument eignet sich
vorzüglich zum schnellen Durchsuchen von vertikalen Wassersäulen
und besonders für das Aufsuchen von bestimmten Schicht;
grenzen. Mit einem Aräometer von Quarz anstatt Glas werden
etwaige Temperaturkorrektionen für die Wärmeausdehnung des
Aräometermaterials hinfällig,
Um . genaue Temperaturmessungen ‘des Wassers in situ
zu erhalten, wird das Instrument mit einem Kippthermometer
kombiniert. Für Messungen in größeren Tiefen eignet sich
dieser Wassersucher ebensowenig wie der vorige wegen des zu
hohen Druckes auf das Aräometer bzw. auf die Kugeln, Jedenfalls müssen dieselben
dann aus sehr dickwändigem Material verfertigt werden.
. Beim Arbeiten mit dem Instrument sind die einzigen Fehlerquellen Luftblasen
auf dem Aräometer oder eine fehlerhafte Lage der Kette (Siehe unten).
Beide .Ursachen- werden eliminiert durch leises Schaukeln des Wassersuchers
vor der Ablesung.
= Die nachstehende Tabelle I enthält die Resultate einer .Messungsreihe mit
diesem Wassersucher an Bord unseres Untersuchungsdampfers »Skagerrak«. Die