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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Köppen, W.: Die dreizehnteilige Skala der Windstärken, 
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eine Messung des Windes in Doppelmetern der Beaufort-Skala gleichzusetzen, 
würde also mit dem Wesen der letzteren in Widerspruch stehen und die vor- 
handene Verwirrung vergrößern. Ein Blick auf die Figur, in der die ent- 
sprechende Gerade gestrichelt eingezeichnet ist, wird dies deutlich machen‘). 
m. D. Sek. 
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6 7 
8 92 10. 1. 2 
Das Verhältnis der beiden Zahlenreihen zueinander stellt sich so: 
Beaufort-Grad 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 
Reihe D: Reibe F= 053 087 0.98 113 111 117 119 122 124 1.26 
Die höheren Werte der englischen Zahlenreihe führt Herr Shaw in einem 
Briefe an mich, den er im Bericht über. die Sitzung des Internationalen Komitees 
in Rom (S. 37-—40 der engl. Ausgabe) 1913 abgedruckt hat, in erster Linie auf 
die Wirkung der Turbulenz zurück, In den fortdauernden Schwankungen der 
Windstärke, die sie bewirkt, richte der Beobachter seine Schätzung überwiegend 
nach den Stößen, nicht nach den Flauten. Die Abschwächung des Windes nach 
den geschützteren Lagen zu treffe aber weniger die Stöße, als eben die Ein- 
schiebung von immer mehr und tieferen Flauten dazwischen; sie beeinflusse 
daher die Schätzung weniger, als die Stundenwege des Anemometers, die nach 
Shaws Schätzung auf der freien Meeresfläche 5 °%., im Binnenlande, an Orten 
wie Kew u. a., dagegen 20 bis 50 %, unter der Geschwindigkeit der Stöße durch- 
schnittlich zurückbleibe. Daher müßten an so frei gelegenen Küstenpunkten, wie 
Secilly, Holyhead, Yarmouth und Shields, denselben geschätzten Windstärken 
größere Stundensummen des Anemometers entsprechen, als an kontinentaler ge- 
legenen Orten, 
Die Richtigkeit der von Herrn Shaw angeführten Tatsachen bestreite 
ich durchaus nicht; es ist sehr wahrscheinlich, daß die Beobachter während der 
immerhin auf mehrere Minuten ausgedehnten Windschätzung sich allgemein mehr 
nach den Augenblicken größerer Stärke richten; daß die prozentische Größe der 
Windschwankungen in geschützten Lagen größer ist als in freien, dürfte auch 
für den, von Shaw nicht erwähnten, Unterschied zwischen der freien Atmosphäre 
und ihrer Bodenschicht gelten. 
Allein auch die von mir benutzten Reihen sind nicht im Binnenlande ge- 
wonnen, sondern drei derselben auf offenem Meere, die übrigen an fünf Punkten 
der deutschen Küste, an fünf solchen der norwegischen Küste und an vier Punkten 
(Scilly, Holyhead, Yarmouth und Fleetwood) der englischen Küste. 
; Wir brauchen aber auch diesen mehr hypothetischen Einfluß der Turbulenz 
auf das Verhältnis zwischen Schätzung und Messung zur Erklärung des Unter- 
ı) Man kann sich aber die deutsche Skala genügend annähernd dadurch dem Gedächtnis ein- 
prägen, daß sie bis zur Stärke 7 oder 8 für den Beaufort-Grad n die Windgeschwindigkeit == 2n. — 1 
zibt. für Stärke 9 2n und für noch höhere > 2n.
	        
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