58 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1916.
teilweise auseinandergehen, und wie nahe sich anderseits die zur Zeit besten
deutschen und englischen Bestimmungen dieses Verhältnisses bereits kommen.
Ich beginne mit den in den Mittelgraden höchsten und endige mit den niedrigsten
Werten. Die Stärkegrade 0, 11 und 12 lasse ich fort, weil für diese die Zahlen
meistens nicht aus den Beobachtungen abgeleitet sind, sondern entweder fehlen
oder nach gewissen Annahmen ergänzt sind.
eaufort-Grade:
Quelle
A. Omond, Ben Nevis 1893
> Scott, engl. Küste 1875
Dänisches Met, Institut
Simpson, engl.Küste1906
Met. Office desgl. 1911
Köppen, Verschied, 1898
Chatterton, korrigiert .
Italienisches Met. Inst.
u. Praile, »Ingeniecur« 1875
K. Mack, Hohenheim 1898
3
31 46 94 13.0
3.6 58 . 80 103
23 4—5 6—7 8——
09 ° 27 | 47 . 79
0.8 24 | 43 67
1.7 31 48 8°
18 23 ' 39 | 64
‚3—0.8:0.8—1,7! 1.7—3! 3—4
10‘ 125 | 22 3.1
0.8 16° 26 38!
4
&
9 | 10
17.0 | 21.0 | 25.5 | 30.0 34.4 | 39.3
12,5 ' 25.2 ° 17.9 | 21.5 | 25.0! 29.1
10—1112—13'14—15'16—18|19-—21 22 —25
98° 12.5 15.4 | 188 | 22.4; 26.4
9.4 12.3 ' 15.5} 18.9 | 22.6, 26.4
33 10.7; 12.9 * 15.4 | 18.0| 21.0
9.9 | 12.7; 15.6 | 17.8! 20.6
7—1010—13:13—17/>17 —
68} 9.7‘ 137 | 16.8! 19.3
71° 93‘ 105 | 123.1! 16,7
Die Zahlenreihen A und K zeigen, wie weit an einzelnen Stationen die
Stärkeschätzungen auseinandergehen; offenbar ist auf dem Ben Nevis zu niedrig,
in Hohenheim zu hoch geschätzt worden; auf ersterem kam wahrscheinlich auch
eine falsche Annahme über die Anemometerkonstante hinzu. Reihe B hat eine
weite Verbreitung erhalten, besonders durch die älteren Auflagen von Mohns
‚Grundzügen« und durch die Beschlüsse des »Permanenten Komitees«; sie war
ja lange die einzige empirisch begründete, Sie figurierte auch bis in die neueste
Zeit im Ingenieur-Taschenbuch »Hütte«, während in der Zeitschr. des Hannov,
Arch.- und Ingenieur-Vereins vom Jahre 1875 die unter J angegebene Skala vom
Bauinspektor Pralle mitgeteilt wird, die für die Stärken 2 und 3 fast vierfach
kleinere Geschwindigkeiten gibt. Ich weiß nicht, wo diese Skala herstammt und
zitiere sie hier nur nach einem Aufsatz von C, Busemann in der Zeitschrift
‚Der Brückenbau« (1912, S. 285), um die extreme Verschiedenheit auch der in
Technikerkreisen verbreiteten Annahmen in dieser Frage zu zeigen, Wo die fast
ebenso niedrigen Zahlen der Reihe H, die auf dem römischen »Ufficio Centrale«
benutzt wurden, herstammen, hat Herr Palazzo nicht feststellen können, Die
Reihe C ist nach Mitteilung des Dänischen Meteorologischen Instituts aus den
Aufzeichnungen dänischer Feuerschiffe abgeleitet worden. Genaueres ist mir
nicht bekannt. Über Reihe G spreche ich weiter unten,
Am besten begründet, sowohl nach Umfang des benutzten Beobachtungs-
materials, als nach dessen kritischer Verarbeitung, sind die Reihen D und F.
Reihe E ist nur eine durch Annahme der Interpolationsformel v = 0,836 VB? vor-
genommene Ausgleichung der Reihe D,
Wir wollen nun untersuchen, wie sich diese Reihen zueinander verhalten
und welche von ihnen als die richtigste anzusehen ist,
Bei der Ableitung dieser Zahlen sind verschiedene Umstände zu berück-
sichtigen, deren eingehende Besprechung man in den bereits angeführten Ab-
handlungen im Archiv der Seewarte, 1898, Nr. 5 und Meteorological Committee,
Official Nr. 180 (1906) findet!). Allgemeiner darauf einzugehen, würde an dieser
Stelle zu weit führen.
In nachstehender Zeichnung sind die beiden Zahlenreihen D und F gra-
phisch niedergelegt. Man sieht, daß sie im gleichen Sinne von der Geraden ab-
weichen, indem sie in den niederen Graden langsamer ansteigen, als in den
hohen. Offenbar ist diese Erscheinung gesetzmäßig und beruht auf den psycho-
logischen Grundlagen der Schätzung. Der von einer Seite gemachte Vorschlag,
1) Die im letzteren Bericht immer wieder angezogene, aber nicht genannte Arbeit von
R. H. Curtis findet sich im Quart. Journ. R. Met. Soc. 1897, S. 24—61.