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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Grossmann: Die Psychrometerformel.

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eingeführt worden ist, während ich den später (1861 veröffentlicht) von Regnault
experimentell bestimmten Wert 0.2375 benutzen konnte, bietet dieser Fall besonderes
Interesse. Wäre Regnault auf Grund seiner Bestimmung dieses neuen Wertes
der Konstante s auf sein&e-früheren Versuche mit strömender Luft über die Psychrometerformel
 zurückgekommen, so wäre ihm der angeführte Widerspruch gegen
die Theorie geschwunden und ihm damit dann die richtige Ableitung der Formel für
das Psychrometer unbedingt zugefallen. Vielleicht hat Regnault auch irgendwelche
Bedenken gegen jene früheren Versuche gehegt. Regnault führte nämlich in einer
späteren Abhandlung”) für das frühere Abzugsglied. 0.000703 (t — t,) B den Ausdruck
0.0006246 (t — t,) B nur mit den Worten ein „substituiert man die Zahlenwerte
der Konstanten‘, ohne diese anzugeben; zu mutmaßen ist, daß er für s an Stelle
des früheren Wertes 0.2669 schon nahezu 0.2375 damals eingesetzt hat, da diese
Änderung fast genau jenem veränderten Faktor entspricht. ı
Die weiteren Experimente von Regnault mit dem. Psychrometer vermögen
für die Theorie des Instruments nichts zu liefern. Meist wurden die nach der Formel
berechneten Feuchtigkeitswerte mit den durch Wägung des in der Luft wirklich
enthaltenen Wasserdampfes bestimmten Werten (dadurch erhalten, daß man ein
bekanntes Volumen der feuchten Luft durch Röhren mit Wasserdampf aufnehmender
Substanz streichen läßt und die Gewichtszunahme bestimmt) verglichen, zum Teil
aber die Luftfeuchtigkeit durch Vergleich mittels. des von. Regnault erfundenen
Kondensations-(Taupunkts-)Hygrometers bestimmt. Dem von Regnault gewonnenen
 Ergebnis entnehmen wir: N
„Die Formel e = €, — ne %) B liefert im Freien etwas zu hohe Dunstspannungen,
 ein etwas größerer Faktor im Zähler würde richtigere Werte ergeben.
Der Faktor 0.480 gewährt eine fast vollkommene Übereinstimmung zwischen den
Angaben des Psychrometers und den anderweit bestimmten Werten für relative
Feuchtigkeiten über 40°, bei kleineren relativen Feuchtigkeiten ergibt dieser Faktor
aber zu kleine Werte — hiernach scheint der Faktor im Zähler von t — t, abzuhängen,
was offenbar damit zusammenhängt, daß die Luft mehr Wasserdampf von der feuchten
Kugel fortführt, wenn sie sehr trocken ist, als’ wenn sie sich ihrer Sättigung mit
Wasserdampf nähert. Für geschlossene Räume müßte man einen erheblich größeren
Faktor wählen.‘ ; .
—_ Von der Aufstellung einer neuen Psychrometerformel sah Regnault ab,
da ihm die in diese eingehenden Konstanten nicht hinreichend sicher erscheinen;
besonders stellte er sich die Aufgabe; den Wert der Verdampfungswärme des Wassers
experimentell neu zu bestimmen, da dieser für die in die Formel eingehenden niedrigen
Drucke noch nicht untersucht worden sei, indem seine bisherigen Untersuchungen
Drucke unter !/,, Atmosphäre nicht betroffen hätten. Jedenfalls sei der Nachweis
geliefert, daß die Theorie des Instruments nicht so einfach sei, wie man es allgemein
annehme, und daß damit sehr viele Experimente unter den verschiedensten Verhältnissen
 erforderlich seien, behufs Feststellung, ob sich eine einheitliche Formel
für das Psychrometer aufstellen lasse, um dieses wirklich zu einem brauchbaren
Instrument für die Meteorologie zu machen... ©. .
Sein Hauptbedenken gegen die von August gegebene Ableitung, die hierin
mit der oben besprochenen von Gay. Lussac übereinstimmt, besteht darin, daß
die ganze Luft, die ihre Wärme. an die Kugel abgibt, sich auf die Temperatur der
feuchten Kugel abkühlen und mit Wasserdampf sättigen soll; Regnault erachtet
dies nicht als wahrscheinlich. a ; “
In seiner späteren Abhandlung”) vom Jahre 1853 gab Regnault (vgl. Tab. IV)
die: Formel in der angeführten Näherungsform e=e, — 0.0006246 (t — t,) B.
Sein Bestreben ist darauf gerichtet, an Stelle dieses nach der Theorie von August
zu fordernden Zahlenfaktors auf der rechten Seite der Gleichung durch zahlreiche
Experimente Faktoren zu ermitteln, die aus den Angaben des Psychrometers richtige
Werte für die Luftfeuchtigkeit ableiten lassen; um diese bei den Versuchen genau
zu ermitteln, wurde meist wieder die.oben angeführte Methode der Wägung des in
der Luft enthaltenen Wasserdampfes gewählt. Als Werte für diesen Faktor A wurden
Destimmt:
            
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