Grossmann: Die Psychrometerformel,
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abgibt; wie in. dem: aufgenommenen Wasserdampf an latenter Wärme enthalten ist,
folgende Aufgabe: Gegeben eine gewisse Luftmenge unter einem gegebenen Druck
von einer gegebenen Temperatur und mit unbekanntem Wasserdampfgehalt; diese
soll durch irgendwelche Ursache abgekühlt werden} während gleichzeitig der dem
Wärmeverlust entsprechende Wasserdampf zugeführt wird, bis schließlich die ganze
Luftmasse. bei einer ‚bestimmten Temperatur gesättigt ist; gefragt wird nach der
ursprünglichen Dampfspannung. Unter dem -einer gewissen Wärmemenge ent-
sprechenden Wasserdampf soll dabei derjenige verstanden werden, der diese Wärme-
menge in latenter Form enthält, unter der Annahme, daß die latente Wärme von
der Temperatur unabhängig ist. ; .
‚Von dieser Betrachtung ausgehend, stellte Ivory als erster eine Formel für
das Psychrometer in feuchter Luft auf, aus der er in unserer Bezeichnung die
folgende Näherungsform: ableitete (vgl. S. 594) _ ; i
sB s
= — 7 Kt) . .
Beobachtungen und Experimente zur Prüfung dieser Formel wurden von Ivory
nicht angestellt. . , RL
Nur wenige Jahre später wurde August,*). unabhängig. von den Arbeiten
seiner Vorgänger, durch Zufall auf die Benutzung eines trockenen Thermometers
und eines zweiten Thermometers mit befeuchteter Kugel zur Bestimmung der Luft-
feuchtigkeit geführt. Für diese Vorrichtung schlug er die Bezeichnung „Psychro-
meter‘. vor. Selbständig. entwickelte er die Formel für das Psychrometer, da er
erst nachträglich auf die Arbeiten von Gay Lussac und Ivory aufmerksam ge-
macht worden ist. August entwickelte die Beziehung (vgl. S. 586) ;
(B— e)s(t—t,) + erswit—t,)= (6 —e)r1 . . En
und weiter eine Näherungsformel, die nahezu mit der von: Ivory gegebenen
übereinstimmte und ‚die nach. Ersetzung des ersten Faktors durch B — e.die Psy-
chrometerformel für unendlich stark bewegte Luft darstellt. . .
Um die Richtigkeit der Formel zu prüfen, stellte August zahlreiche Ver-
gleiche der mittels des Psychrometers und des Daniellschen Hygrometers be-
stimmten Werte für den Wasserdampfgehalt der. Luft an, die nach einer Verbesserung
der ursprünglichen Formel. voll befriedigten, da „alle Beobachtungen auf das
genügendste‘ mit der Formel „übereingestimmt haben und um so genauer, .je Sorg-
fältiger sie angestellt waren‘. Über seine spätere Verbesserung der Formel äußert
sich August®), daß er in diese an Stelle des von Gay Lussac übernommenen .kon-
stanten Wertes der latenten Wärme des Wasserdampfes einen von der Temperatur
abhängigen (640 -—- t, statt 550) eingesetzt habe und „auf eine Formel gekommen‘
sei, „die noch weit genauer an die Erfahrung sich anschließt als die vorige und auch
auf die Gay Lussacschen Versuche sehr gut paßt, was bei der früheren Psychro-
meterformel nicht der Fall war“. Während das Abzugsglied in der Formel 3 auf der
rechten Seite nach Einsetzung der Konstanten früher de lautete, gab ihm
August jetzt die Gestalt A August bemerkt dabei, daß er die Ent-
wicklung dieser Formel an einer anderen Stelle mitteilen werde, doch ist es mir
nicht gelungen, diese Entwicklung aufzufinden. Betreffs jener Versuche von August,
um die Richtigkeit seiner Formel für das Psychrometer zu prüfen, ist zu bemerken,
daß die Angaben des Daniellschen Hygrometers für solchen Zweck durchaus unzu-
reichend sind, so daß dieses Instrument heute nur noch als Gegenstand geschicht-
licher Bedeutung in physikalischen Sammlungen zu finden ist. Hierauf ist es auch
zurückzuführen, daß August einen Einfluß der Stärke der Luftbewegung auf den
Stand des feuchten Thermometers durch seine Versuche nicht bestimmt erkannt, viel-
mehr sich dahin geäußert hat, daß eine durch den Wind hervorgerufene Abweichung
nie beträchtlich. sei und vielleicht wohl mit in der bei heftigem Wind vermutlichen
hygrometrischen Ungleichheit der Luft liege. Da das Psychrometer August seinen
Namen verdankt, durch seine Arbeiten weiteren Kreisen erst bekannt wurde und
besonders erst durch die von August berechneten Tafeln zur Entnahme der Luft-
feuchtigkeit aus den Angaben -des Instruments für die regelmäßigen Beobachtungen
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