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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Grossmann: Die Psychrometerformel, 
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abgibt; wie in. dem: aufgenommenen Wasserdampf an latenter Wärme enthalten ist, 
folgende Aufgabe: Gegeben eine gewisse Luftmenge unter einem gegebenen Druck 
von einer gegebenen Temperatur und mit unbekanntem Wasserdampfgehalt; diese 
soll durch irgendwelche Ursache abgekühlt werden} während gleichzeitig der dem 
Wärmeverlust entsprechende Wasserdampf zugeführt wird, bis schließlich die ganze 
Luftmasse. bei einer ‚bestimmten Temperatur gesättigt ist; gefragt wird nach der 
ursprünglichen Dampfspannung. Unter dem -einer gewissen Wärmemenge ent- 
sprechenden Wasserdampf soll dabei derjenige verstanden werden, der diese Wärme- 
menge in latenter Form enthält, unter der Annahme, daß die latente Wärme von 
der Temperatur unabhängig ist. ; . 
‚Von dieser Betrachtung ausgehend, stellte Ivory als erster eine Formel für 
das Psychrometer in feuchter Luft auf, aus der er in unserer Bezeichnung die 
folgende Näherungsform: ableitete (vgl. S. 594) _ ; i 
sB s 
= — 7 Kt) . . 
Beobachtungen und Experimente zur Prüfung dieser Formel wurden von Ivory 
nicht angestellt. . , RL 
Nur wenige Jahre später wurde August,*). unabhängig. von den Arbeiten 
seiner Vorgänger, durch Zufall auf die Benutzung eines trockenen Thermometers 
und eines zweiten Thermometers mit befeuchteter Kugel zur Bestimmung der Luft- 
feuchtigkeit geführt. Für diese Vorrichtung schlug er die Bezeichnung „Psychro- 
meter‘. vor. Selbständig. entwickelte er die Formel für das Psychrometer, da er 
erst nachträglich auf die Arbeiten von Gay Lussac und Ivory aufmerksam ge- 
macht worden ist. August entwickelte die Beziehung (vgl. S. 586) ; 
(B— e)s(t—t,) + erswit—t,)= (6 —e)r1 . . En 
und weiter eine Näherungsformel, die nahezu mit der von: Ivory gegebenen 
übereinstimmte und ‚die nach. Ersetzung des ersten Faktors durch B — e.die Psy- 
chrometerformel für unendlich stark bewegte Luft darstellt. . . 
Um die Richtigkeit der Formel zu prüfen, stellte August zahlreiche Ver- 
gleiche der mittels des Psychrometers und des Daniellschen Hygrometers be- 
stimmten Werte für den Wasserdampfgehalt der. Luft an, die nach einer Verbesserung 
der ursprünglichen Formel. voll befriedigten, da „alle Beobachtungen auf das 
genügendste‘ mit der Formel „übereingestimmt haben und um so genauer, .je Sorg- 
fältiger sie angestellt waren‘. Über seine spätere Verbesserung der Formel äußert 
sich August®), daß er in diese an Stelle des von Gay Lussac übernommenen .kon- 
stanten Wertes der latenten Wärme des Wasserdampfes einen von der Temperatur 
abhängigen (640 -—- t, statt 550) eingesetzt habe und „auf eine Formel gekommen‘ 
sei, „die noch weit genauer an die Erfahrung sich anschließt als die vorige und auch 
auf die Gay Lussacschen Versuche sehr gut paßt, was bei der früheren Psychro- 
meterformel nicht der Fall war“. Während das Abzugsglied in der Formel 3 auf der 
rechten Seite nach Einsetzung der Konstanten früher de lautete, gab ihm 
August jetzt die Gestalt A August bemerkt dabei, daß er die Ent- 
wicklung dieser Formel an einer anderen Stelle mitteilen werde, doch ist es mir 
nicht gelungen, diese Entwicklung aufzufinden. Betreffs jener Versuche von August, 
um die Richtigkeit seiner Formel für das Psychrometer zu prüfen, ist zu bemerken, 
daß die Angaben des Daniellschen Hygrometers für solchen Zweck durchaus unzu- 
reichend sind, so daß dieses Instrument heute nur noch als Gegenstand geschicht- 
licher Bedeutung in physikalischen Sammlungen zu finden ist. Hierauf ist es auch 
zurückzuführen, daß August einen Einfluß der Stärke der Luftbewegung auf den 
Stand des feuchten Thermometers durch seine Versuche nicht bestimmt erkannt, viel- 
mehr sich dahin geäußert hat, daß eine durch den Wind hervorgerufene Abweichung 
nie beträchtlich. sei und vielleicht wohl mit in der bei heftigem Wind vermutlichen 
hygrometrischen Ungleichheit der Luft liege. Da das Psychrometer August seinen 
Namen verdankt, durch seine Arbeiten weiteren Kreisen erst bekannt wurde und 
besonders erst durch die von August berechneten Tafeln zur Entnahme der Luft- 
feuchtigkeit aus den Angaben -des Instruments für die regelmäßigen Beobachtungen 
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