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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1915,
Der April zeigt ein ähnliches Bild, jedoch verlagern sich die Minenfund-
plätze nördlicher bis zu den Lofoten, Noch ausgeprägter ist diese Nordwärts-
verlagerung im Mai, wo keine Mine südlich vom Sognefjord, die nördlichste da-
gegen auf 71° N-Br. gefunden wurde.
An der ganzen Küste sind bis zum 15. V. 1915 insgesamt 453 Minen auf-
gefunden worden; über ihre Verteilung auf die verschiedenen Küstenstrecken
gibt die folgende tabellarische Zusammenstellung Auskunft.
Tabelle der Minenfunde.
Küstenstrecke
Jaguar | Februar |
März
April
Mai
Schwedische Grenze -— Lindesnäs
Lindesnäis— Utsire . . .
Utsire— Stat. . . . .-
Stat—Leka . . .
Leka und nordwärts
19 _
35 1
56 ; 17
27 27
Zusammen | 40 | 75 | 154 | 139 | 45
i) Bis zum 15. V. einschl. 2% Einbezogen ein Fund am 29. XII. % Einbezogen ein Fund am 31. XI.
Aus der Tabelle (und den Karten der Original-Abhandlung) geht hervor,
daß die größte Zahl der Minenfunde auf die Monate März und April fallen, als-
dann folgt der Monat Februar, Nordgaard hebt nun hervor, daß in den
Monaten März und April eine stark auflandige Wasserbewegung dort geherrscht
haben müsse, wo sich die Funde der Minen anhäufen, und daß diese auflandige
Wasserbewegung wahrscheinlich eine große Bedeutung für die Fischerei besitze.
In Fig. 1 sieht man im Februar die Anhäufung der Minen namentlich bei
Kristiansand, hier hat in den letzten Jahren die »ostland«sche Heringsfischerei
in der Zeit von Mitte Januar bis Ende Februar stattgefunden. Im März und
April fehlen Minenfunde auf der Strecke Lindesnäs bis zur schwedischen Grenze
fast vollständig, ebenso fehlt in diesen Monaten hier die Heringsfischerei,
Der Fang der Frühjahrsheringe (»vaarsild«) hat sein Optimum Ende
Februar und im März an der Westküste Norwegens und war in den letzten
Jahren am reichsten vor Kristiansund und Umgebung; gerade diese Gebiete sind
durch große Minenfunde im Monat März ausgezeichnet, wie uns Fig. 2 und die
Tabelle (Stat—Leka) zeigt. So liegt die Annahme nahe, daß es dieselben Kräfte
sind, welche die Minen und die Heringe gegen das Land treiben. Der Andrang
des Wassers gegen die norwegische Küste scheint in den Wintermonaten am
größten zu sein, wo auch die großen Heringsfischereien stattfinden, Nordgaard
beabsichtigt, später weitere Karten über die Minenfunde nach dem 15. V. zu ver-
öffentlichen, die vielleicht noch manches Interessante bringen.
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4. Meteorologische Analyse des tropischen Sturmes (Hurricane) vom
10./23. August 1915 über Westindien und Nordamerika,
Der tropische Sturm vom 10./23. August 1915 war der erste, der die Küste
von Texas seit dem im September 1900 heimsuchte und diesem an Stärke und
Richtung mehr oder weniger gleichkam. Während jedoch durch den Sturm
vom Jahre 1900 in Galveston und Umgegend, wo er die Küste von Texas gleich-
wie im Jahre 1915 traf, mehr als 6000 Menschen ihr Leben einbüßten und der
niedrigere Teil der Stadt Galveston vollständig zerstört wurde, hat der nach
dem Sturm vom Jahre 1900 erbaute, 3!/, engl. Meilen (ä 1609.35 m) lange See-
wall an der Seefront die Stadt vor größeren Schäden bewahrt und somit seine
Aufgabe glänzend erfüllt.
Nach dem Bericht des U. S. Wetterbureaus (veröffentlicht im »Engineering
Record« vom 28. August 1915) kam der Sturm am Morgen des 10. August zuerst
in das Beobachtungsfeld bei einem Barometerstand von 29.8” in Bridgetown auf
Barbados und in Roseau auf Dominica und einem Fall von 0.14” in 24 Stunden,
Am Morgen des 11. August war das Sturmzentrum augenscheinlich südlich der
Insel St. Croix auf ungefähr 16° nördl. Breite und 66° westl. Länge.