accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Kleinere Mitteilungen,

569

Stillen Ozean gewonnenen ozeanographischen Beobachtungen betreffen hauptsächlich
 die Oberfläche und den. Boden; auch diese Beobachtungen sind unzureichend,
 und die Zwischentiefen sind noch viel weniger untersucht worden, Das
Beobachtungsmaterial, das auf Reisen und auf den Lotungsexpeditionen, die im
letzten Viertel des 19. Jahrhunderts im Stillen Ozean begannen, gewonnen wurde,
hat uns über die allgemeine Verteilung des Luftdrucks, der Winde über diesen
großen Flächen und auch über das Gesamtbild der Oberflächenzirkulation, der
Temperatur und des Salzgehalts unterrichtet, aber die Einzelheiten hiervon sind
kaum berührt. Bis die Gezeiten im offenen Ozean, fern von Land, gemessen
worden sind, ist eine klare Lösung des Gezeitenproblems nicht zu erwarten, da
Gezeitenmessungen an den Küsten und auf den Inseln des Stillen Ozeans nicht
enügen.
SONNE Was die Tiefenlotungen anlangt, so zeigen die Manuskriptkarten des
Hydrographie Office, welche alle zuverlässigen Tiefsee-Lotungen enthalten, daß
ihre Zahl noch gänzlich unzureichend ist. Die Umrisse des Schelfs sind vielfach
 noch unvollkommen bekannt, Flächen im Stillen Ozean von der Ausdehnung
Australiens weisen keine einzige Tiefenlotung auf. Keine glaubwürdigen Isobathen
 jenseits des Schelfs können infolge unvollständiger Kenntnis gezogen
werden, und man muß sich wundern über diejenigen, die die Darstellungen der
Tiefenkarten, in welche mutig Isobathen eingezeichnet sind, angenommen haben.
Die Lotungen sind so spärlich, daß man über- die Orographie ‘selbst größerer
Räume nichts weiß, und daher ist uns die Form beinahe der halben Erde nur
wenig bekannt. (Littlehales geht hier nach Ansicht des Referenten in seiner
Kritik unserer Kenntnisse über die Bodenformen des Stillen Ozeans wohl etwas
zu weit, um die Notwendigkeit weiterer Forschungen zu betonen.) -
. . Bei Erörterung der Bodenablagerungen weist Littlehales darauf hin,
daß es notwendig sei, Methoden zu schaffen, um mehrere Fuß lange Bodenproben
zu gewinnen; nur: so könne man die Schichtung am Meeresboden kennen lernen,
um daraus Schlüsse auf Bewegungen der Erdkruste ziehen zu können.
Die Reihenbeobachtungen über die vertikale Verteilung der Temperatur
und des Salzgehalts zeigen, daß der Stille Ozean in großen Zügen den anderen
Ozeanen ähnelt. Die Einzelheiten sind aber nicht genügend erforscht, vor :allem
auch nicht die Schwankungen der Elemente von einer Jahreszeit zur andern
und von Jahr zu Jahr sowie die Bedeutung solcher Anderungen für das Klima
und ihr Zusammenhang mit biologischen Erscheinungen. ‚Die Beobachtungsgrundlage
 vom Standpunkt der Thermodynamik erfordert Einzelstudium der
Verhältnisse an bestimmten Stationen, an denen. periodisch beobachtet werden
muß, möglichst zur gleichen Zeit, um synoptische Karten von der Verteilung der
einzelnen Elemente entwerfen zu können.

Über die maritime Meteorologie und die allgemeine Zirkulation
der Atmosphäre führte Ch: F: Marvin folgendes aus: Während die Zahl der
meteorologischen Stationen in den zivilisierten Staaten zahlreich genug ist und
auch die oberen Schichten der Atmosphäre neuerdings von Landstationen aus
eifrig untersucht werden, wissen wir wenig Einzelheiten über die meteorologischen
 Verhältnisse auf dem Ozean. Wohl erhalten wir eine Anzahl von Windund
 Wetterbeobachtungen von vielen Handelsschiffen, jedoch sind diese an bestimmte
 Kurse gebunden und ernste wissenschaftliche Untersuchungen sind auf
ihnen schwer ausführbar. Was auf diesem Wege erreicht werden kann, ist begrenzt
 sowohl in der Art und Menge der zu erhaltenden Beobachtungen, als
auch in bezug auf die regionale- Verteilung, so daß der Plan einer wissenschaftlichen
 Untersuchung des Stillen Ozeans von den Meteorologen mit Enthusiasmus
begrüßt wird.
Die bisherigen aerologischen Untersuchungen an den einzelnen Landstationen
 bilden nur ein Fragment und sind nicht genügend, um die Einzelheiten
der Zirkulation der höheren Schichten erklären zu können. Hierzu sind Beobachtungen
 nötig, die nur von Schiffen gewonnen werden können, die einzig und
allein wissenschaftlichen Untersuchungen dienen, und die weiten Flächen des
‚Ann, d. Hydr. usw. 1916, Heft XI.

2
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.