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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie. November 1916. 
Die Erforschung des-Stillen Ozeans müßte aber kontinuierlich nicht nur 
im flächenhaften Sinne, sondern auch im zeitlichen Sinne sein. Viele Probleme 
gebrauchen eine Reise allein, um zu lernen, selbst bei sorgfältigster Vorbereitung. 
Die Forschungen müßten daher durch eine Reihe von Jahren unter einer Leitung 
durchgeführt werden, so daß der Stab in den ersten Reisen die Erfahrenheit 
gewinnt, die für die Lösung der schwierigen Aufgaben auf den späteren Reisen 
notwendig ist. Mannigfach müßten die Beobachter zu kritischen Punkten zurück- 
kehren können, wo die ersten Beobachtungen über Luft, Wasser, Land oder. Leben 
erst einen Einblick in die Schwierigkeiten der Forschung geben, denn die Er- 
forschung des Stillen Ozeans sollte nicht nur kontinuierlich im flächenhaften 
und zeitlichen Sinne, sondern umfassend in jedem Sinn sein. Sie sollte von den 
Tiefen des Meeres bis zu den Höhen der Atmosphäre, von den kalten Gewässern 
des Nordens bis zu den kalten Gewässern des Südens reichen, von den zer- 
trümmerten Küsten Mittelamerikas bis zu den wiederholt unterbrochenen Küsten 
des halbüberfluteten Australasiens; sie sollte alle Inseln im offenen Ozean und 
alle Lebensformen von der Bakterie bis zum Menschen einschließen. —- Es ist 
dies ein kolossales Programm, welches Davis entwickelt, wenn man es sich 
systematisch durchgeführt denkt. 
Davis fährt sodann fort, daß die Erforschung des Stillen Ozeans ja kein 
neues Thema sei. Er führt einige frühere Forschungen an, die Reisen von 
Magelhaes, Cook, Wilkes, die »Challenger«-Expedition, deren Ergebnisse 
durch die Fehler der Instrumente beeinträchtigt sind, die Forschungen des 
Godeffroy-Museums, diejenigen der Holländer auf den ostindischen Inseln sowie 
einige neuere amerikanische Spezialforschungen. Aber der Stille Ozean ist weit 
ausgedehnt. Dieskontinuierliche, lokale oder lineare, individuelle Arbeit, ökono- 
misch durchgeführt, kann nicht die ungeheure Ausdehnung und die unbegrenzte 
Veränderlichkeit jener großen Wasserhalbkugel umfassen, Durchgreifende, pazi- 
fische Forschung erfordert freigebige Unterstützung. 
Auch über die Finanzierung äußert sich Davis. Es ist ihm entgegen- 
gehalten worden, daß diese unruhigen Zeiten nicht geeignet seien, um ein solches 
Unternehmen vom Stapel laufen zu lassen, aber er meint, darum handele es 
sich jetzt auch nicht, sondern es gelte jetzt nur erst den Kiel zu legen. Die 
unruhigen Zeiten würden in einigen Jahren vorbei sein, während dieser Jahre 
sollten die Pläne für die Forschungen sorgfältig erwogen werden. Davis’ An- 
regungen sollen nicht unmittelbar in die Tat umgesetzt werden, auch denkt er 
nicht selbst an dem Forschungsunternehmen teilzunehmen, sondern meint, daß 
jüngere Kräfte, mittleren Alters, es zur Ausführung bringen müssen. Wenn der 
Plan durch irgend einen Krösus aufgegriffen wird, so soll er ihm gehören, aber 
Davis glaubt, daß, falls der Plan zur Ausführung gelangt, es durch Amerikaner 
geschieht. Wenn der Krieg zu Ende sein wird, wird. Europas Freigebigkeit 
durch heimische Pflichten gebunden sein, während es nicht ausgeschlossen er- 
scheint, daß der Plan einen Patron in Amerika finde. Sowohl in nationalen wie 
in wissenschaftlichen Dingen gelte vorbereitet zu sein alles, und der erste Schritt 
zur Bereitschaft sei die sorgfältige Betrachtung eines umfassenden Plänes, 
Während zurzeit nur einige der Probleme, die im größten der Ozeane 
vorliegen, berührt werden können, will Davis später den Gegenstand noch ein- 
mal vor der Akademie zur Sprache bringen in der Hoffnung, daß die Vorberei- 
tung eines gut entwickelten Untersuchungsprogramms das Vorspiel zu einem 
großartigen Unternehmen mit einer herrlichen Vollendung sein möchte. — 
Von den anschließenden Vorträgen, die die mannigfaltigsten Probleme 
behandeln, geben wir hier gekürzt den Inhalt des ozeanographischen und meteoro- 
logischen Vortrags wieder. G. W, Littlehales vom U. S. Hydrographie Office 
sprach über den Umfang unserer Kenntnis der Ozeanographie des 
Stillen Ozeans, Littlehales betont zunächst die Größe des Ozeans, dessen 
kubischer Inhalt siebenmal so groß sein soll als die über dem Meeresniveau 
befindliche Landmasse, %,, seiner Ausdehnung habe eine Tiefe, die größer als 
L Sm ist, und %3/, der Bodenfläche liegen in Tiefen von mehr als 2 Sın. Die im
	        
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