566 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1916.
Ratibor und Posen, 3. die Beobachtungen von Angmagsalik (Grönland), Akureyri
und Stykkisholm (Island) zu Gruppen zusammengefaßt, Für diese drei Gruppen
berechnet Galle den Korrelationsfaktor mit der Stärke des Passats- in dem Feld
15° bis 25° N-Br., 25° bis 45° W-Lg., indem er für den Passat die verschiedensten
Monatskombinationen bildet, Die größte positive Korrelation wurde für Ost-Deutschland,
die größte negative für Nord-Island und Ost-Grönland gefunden.
Für ganz Europa (Deutschland und Island) ist die Korrelation zwischen der
Wintertemperatur und dem Pässat am größten, (0.6673), wenn man für den Passat
die Monate Mai bis Oktober zusammenfaßt; für Deutschland allein beträgt die
Korrelation mit der Passatstärke für Mai bis Oktober 0.7708 (f [der Fehler]
= 0.0707), für Juni bis November 0.8127 (f = 0.0591), Da die Beobachtungen
der Schiffe über die Stärke des Passats bis Oktober schon im November zur
Verfügung stehen können, so ist eine Prognose über den Charakter des kommenden
Winters hierdurch ermöglicht.
Gall&g hat die Korrelationsfaktoren für drei verschiedene Passatkombinationen
mit den Wintertemperaturen für 135 Orte von Europa—Grönland berechnet
und zwei Kärtchen
gezeichnet, die
die Linien gleicher
Korrelation darstellen.
Das Kärtchen, das die
Linien gleicher Korrelation
für die Passatstärke
im Zeitraum
Juni bis November mit
der Wintertemperatur
in Europa—Grönland
enthält, ist in nebenstehender
Figur wiedergegeben,
die Beobachtungsperiode
ist
1899/1900 bis 1914/15.
Es ergibt sich, daß positive
Abweichungen
der Passatstärke mit
positiven Abweichungen
der Wintertemperatur
des größten
Teiles von Europa und
gleichzeitig mit negativen
Abweichungen
in Grönland, Island, Nord-Britannien, Nord-Skandinavien und Nord-Rußland zusammenfallen.
‚Das Gebiet größter positiver Korrelation liegt in Ost-Deutschland,
das Gebiet größter negativer Korrelation in Ost-Grönland und Nord-Island. =
In der Abhandlung werden sodann graphische Darstellungen der mittleren
Luftdruckverteilung mit gleichzeitiger Eintragung der Temperaturabweichungen
für Dezember bis Februar der warmen Winter 1902 und 1910 und der kalten
Winter 1901 und 1909 gegeben. Diese zeigen folgende Unterschiede: 1. Etwas
niedrigeren Luftdruck über Europa in warmen Wintern als in kalten, 2. das
Zentrum der atlantischen Depressionsfurche liegt in warmen Wintern östlich von
Island, in kalten Wintern westlich von Island, 3. die Form der Isobaren ist in
den beiden Wintern verschieden, 4. nördlich der Depressionsfurche erscheint in
warmen Wintern ein Gebiet hohen Druckes, das in kalten Wintern fehlt.
Die Sicherheit einer Prognose über den Charakter des kommenden Winters
wird am größten für Ost-Deutschland sein, wie aus dem beigegebenen Kärtchen
der Linien gleicher Korrelation hervorgeht (siehe Figur). Galle gibt für die
Abweichungen der Wintertemperatur dieses Gebiets (Berlin, Görlitz, Posen und
Ratibor) vom Mittelwert der 16 Jahre 1899/1900 bis 1914/15 und für die Ab-