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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Jentzsch: Die Meeresströmungen und die Navigierung im Golf von Mexico usw. 
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4. Die Bahama-Bänke. 
Im Providence-Kanal setzt der Strom im allgemeinen mit 0,5 Knoten Ge- 
schwindigkeit nach Westen, wird aber an der Oberfläche durch einsetzende Winde 
in kurzer Zeit beeinflußt. Bei nordöstlichen Winden hört er ganz auf und bei 
Winden aus nordwestlicher Richtung setzt er mit 1,5 Knoten Geschwindigkeit 
nach SO. Schiffe auf den Bahama-Bänken sollten stets beachten, daß die Flut 
auf die Bank heraufsetzt, und daß dieser heransetzende Flutstrom noch in einiger 
Entfernung außerhalb der. 183 m-Linie wirksam ist. . Auf der Ostseite der Bänke 
fließt der Antillen-Strom mit ziemlich: großer Kraft nach Norden und Westen 
nahe an den Bänken vorbei, in den Wintermonaten stärker als im Sommer. Bei 
südöstlichen Winden setzt er in den Kanal hinein. In der Nähe von Abaco’ sind 
die Tiefen sehr ungleichmäßig und schwanken in kurzen Abständen zwischen 
4000 und 400 m. Beim Ansegeln von Land ist große Vorsicht geboten, da das 
tiefe Wasser bis nahe an die Küste heranreicht. Jentzsch. 
Kleinere Mitteilungen. 
i. Beziehungen zwischen der Stärke des Nordost-Passats im Sommer 
and der Wintertemperatur von Europa. Ein schwieriges, aber fesselndes 
Problem ist der ursächliche Zusammenhang zwischen den meteorologischen Er- 
scheinungen auf dem Meer und dem Festland. Vor 70 Jahren schon hat Sabine 
sich diesem Studium zugewandt, später kamen die Arbeiten von O. Pettersson 
und W. Meinardus, die uns zuerst bestimmte Beziehungen zwischen der Ober- 
Mächentemperatur des Golfstromes und der Wintertemperatur in Europa zeigten 
und durch Arbeiten von J. v, Hann und. anderen fortgeführt wurden. Schon 
Meinardus’ wies darauf hin, daß zur Erklärung der Erscheinungen eine Aus: 
dehnung über die engeren Grenzen des Untersuchungsgebiets notwendig Sei, und 
daß es vor allem dazu eines tieferen Einblicks in die ozeanischen und meteoro- 
logischen Verhältnisse der Tropen bedürfe (Ann. d. Hydr. usw, 1904, S. 362). 
Diese Ausdehnung über die Grenzen des Untersuchungsgebiets erfolgte durch die 
Arbeiten von Campbell Hepworth, der die Beziehungen zwischen den Passat- 
Winden des Atlantischen Ozeans und den Wassertemperaturen im Nordatlantischen 
Ozean sowie der Lufttemperatur in England untersuchte. An der Hand eines 
außerordentlich umfangreichen Beobachtungsmaterials hat neuerdings P. H. Galle 
eine Untersuchung über die Beziehungen, welche zwischen den Schwankungen 
in der Stärke des Passats im Nordatlantischen Ozean im Sommer und den’ Ab- 
weichungen der Temperatur des darauf folgenden Winters in Europa: bestehen, 
veröffentlicht, die die. Beziehungen zwischen den untersuchten Größen mit Hilfe 
des Korrelationsfaktors exakt ausdrückt!). Vorher ging eine allgemeinere Unter- 
suchung von Gall6, die bestimmte Beziehungen zwischen den Schwankungen in 
der Stärke der Passate und der Höhe der Wasserstände in den nordeuropäischen 
Meeren nachweisen konnte*). . 
Da die Einwirkung der Schwankungen der Passatstärke sich nach einem 
Zeitraum von zwei bis drei Monaten auf die Wasserstände der nordeuropäischen 
Meere bemerkbar macht, so schließt Galle, daß für einen Einfluß des Passats 
auf die Wintertemperatur Europas (Dezember bis Februar) Passat-Wirkungen 
der zurückliegenden Monate bis spätestens Oktober in Betracht. kommen. Es blieb 
aber festzustellen, wie viele Monate des Passats in Rechnung zu ziehen: seien, um 
die größte Korrelation zwischen Schwankungen der Passatstärke und der Winter- 
temperatur von Europa zu erhalten. - Hierzu wurde folgendes Beobachtungs- 
material der Jahre 1899/1900 bis 1913/14 benutzt. Es’ wurden 1. die Beobach- 
tungen von fünf holländischen Stationen, Vlissingen, Maastricht, de Bilt, Helder 
und Groningen, 2. die Beobachtungen der drei deutschen Stationen Görlitz, 
) Akad. van Weetenschapen te Amsterdam. Proc, of the section of sciences Bd. 18, 1916 S. 1435. 
') Ebenda, Bd, 17, 1915 8. 1147.
	        
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