560 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1916.
110 bis 120 m Tiefe, in 140 m aber ist bereits wieder das Maximum mit 14.00°
erreicht, von dem aus mit wachsender Tiefe die Temperatur langsam abnimmt.
Die Lage des Temperaturmaximums hängt nun z. T, vom salzhaltigen Unterstrom,
z. T. aber davon ab, wie weit der Einfluß der winterlichen Konvektion in die
Tiefe reicht, besonders im Golf, wo wegen des geringen Oberflächen-Salzgehalts
die Bildung von Bodenwasser ausgeschlossen ist, Durch die winterliche vertikale
Konvektion wird in dem diesen Beobachtungen voraufgegangenen Winter haupt-
sächlich bis zur Tiefe des Minimums Abkühlung eingetreten, die unter dem Maximum
liegenden Schichten aber werden unberührt geblieben sein. Die nur gelegent-
lich in den Bereich der Konvektionsströme gezogene Zone, also etwa von 120
bis 140 m Tiefe, ist im Golf nicht sehr mächtig, da gerade die Schicht von 100
bis 150 m die stärkste Salzgehaltszunahme aufweist und wie eine Sperrschicht
wirkt. Anders ist dies auf dem offenen Meere, wo bei höherem Oberflächen- und
gleichem Tiefensalzgehalt viel kleinere Salzgehaltsgradienten auftreten, wie die
folgende Tabelle zeigt:
Salzgehaltsabnahme mit der Tiefe in bezug auf die Lage des Temperaturminimums und -maximums.
»Thor«-Stationen Golf |
A Sn une ET Golf von Neape
126 (HS0H N zag 40208 X a7 11023 endieke
Oberfläche bis |
Temperaturminimum f
Temperaturminimum
bis -maximum
Tiefenlage des Temperaturminimums
< -„maximums
In Klammern auf
0.2300
0.18 - 0,33 0.14
(0.12*) (0.33) ; (0.28)
150 m | 100 m ' 150 m
300 | 900 ' 200
0.4200
"DU m umgerechneter Salzgehaltsgradient.
0.649
0.13
(0.52)
115m
140
Bei Station 128 findet sich zwischen Temperaturminimum und -maximum
ein Salzgehaltsgradient von 0.12, im Golf dagegen von 0.52%)! Eine ungewöhnlich
starke Abkühlung wird draußen die von der Konvektion nur gelegentlich be-
einflußte Wasserschicht mächtiger werden lassen als an der Küste, Ganz ab-
gesehen von der Wirkung horizontaler Wasserversetzungen muß dort die Zone
zwischen beiden Temperaturextremen mächtiger sein als im Golf.
Da die Temperatur- und Salzgehaltsbeobachtungen sich auf die Zeit von
Anfang Juni bis Ende August verteilen, ließ sich die Anderung dieser Faktoren
in diesem Zeitraum feststellen. Ende Mai herrschen noch winterliche Verhält-
nisse, die Temperaturabnahme mit der Tiefe ist sehr langsam im Vergleich zu
der im Sommer. Zwei Wochen später hat sich schon eine Sprungschicht heraus-
gebildet, bis 4 m ist geringe Anderung, von hier bis 10 m Tiefe aber nimmt die
Temperatur um 4° ab. Die Zone schneller Temperaturabnahme rückt im Laufe
des Sommers immer tiefer, Ende Juli liegt sie zwischen 12 und 20 m, Ende
August bereits zwischen 18 und 25 m Tiefe. Als Ursache der Verlagerung der
Sprungschicht werden neben kräftigen Stürmen vor allem vertikale Zirkulations-
bewegungen angeführt, die durch den Seewind und die sich im Laufe des Sommers
infolge der Temperaturzunahme herausbildende Wasserschichtung bedingt sind,
in ähnlicher Weise wie sie Sandström bei dem geschichteten Wasser der nor-
wegischen Fjords feststellte. Au!fallenderweise hat im Gegensatz zur Erwärmung
in den oberen Schichten bis 100 m in größeren Tiefen die Temperatur etwas
abgenommen, Die Erklärung hierfür gibt Wendicke, indem er die Wirkung
der Landnähe heranzieht. Infolge der stärkeren Erwärmung des Festlandes und
die erwähnte Zirkulationsströmung bildet sich im Golf eine wärmere und auch
wegen des geringeren Salzgehalts leichtere Oberschicht heraus, Die Bjerknes-
schen Kräfte erzeugen an der Oberfläche eine Wasserbewegung seewärts und
darunter in Richtung auf das Land, wodurch in der Tiefe etwas kühleres Wasser
vom offenen Meere herbeigeführt wird. Ein Vertikalschnitt senkrecht zur Küste