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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1915,
Den von Süden kommenden Schiffen ist zu empfehlen, das Kap Nizmenni
(43° 81.5’ N, 135° 9,5’ O), dessen Feuer aber meistens unregelmäßig brennt, an-
zusteuern und sodann in einer Entfernung von 2 bis 3 Seemeilen längs der
Küste zu dampfen. 58 Seemeilen nördlich liegt das charakteristische, vom Lande
abstehende Kap Bryner, an dessen südlicher Seite sich zwei spitze, hoch aus
dem Wasser hervorragende Steine befinden.
Man verfolgt hierauf den Kurs längs der Küste, bis die Bucht Tetinke
gänzlich frei kommt, dreht dann nach Osten ab, etwa den Schornstein der Säge-
mühle recht voraus nehmend, dampft so weit, bis das Heck des Schiffes unge-
lähr mit dem Kap Bryner abschneidet und ankert nun in etwa 6 Faden Wasser-
tiefe. Da das Wasser sehr schnell abnimmt, muß man das Lot fortwährend
fleißig gebrauchen, Auf ein gegebenes Signal mit der Dampfpfeife kommt ge-
wöhnlich sofort der Hafenmeister mit einem Schlepper dem Dampfer entgegen
und weist demselben den besten Ankerplatz an.
Proviant ist am Platze zu erhalten, doch ist derselbe sehr teuer, da alles
von Wladiwostock eingeführt werden muß.
W. Berg, D. »Ellen Rickmers«.
2, Port Swettenham. Port Swettenham liegt in der Malakkastraße auf
ungefähr 3° N-Br. und 101° O-Lg.
Das Ansegeln von Swettenham bereitet den Schiffsführern weder am Tage
noch nachts besondere Schwierigkeiten. Beim Einlaufen ist empfehlenswert, bei
Deep Water Point einen Lotsen zu nehmen, Die Lotsengebühren sind von
See 110 Dollars mex. und von Deep Water Point 50 Dollars mex., bis nach der
Reede. Soweit auf der Reede Bojen frei sind, machen die Schiffe an denselben
fest, im anderen Fall werden die Schiffe vermoort.
Bei dem niedrigsten Wasserstand beträgt die Wassertiefe auf Pinto Gedong
Barre 24 und bei dem höchsten 38 Fuß, Von Deep Water Point ist die Wasser-
tiefe nicht unter 28 Fuß,
Die Zollbehörde verlangt nur eine Abschrift des Ladungsverzeichnisses.
Erhoben wird der Zoll nur auf Weine und Spirituosen, Hafenabgaben hat das
Schiff nicht zu bezahlen,
Einkommende Schiffe haben in Penang einzuklarieren. Bricht auf der
Reise von da an Bord eine Krankheit aus, so muß das Schiff eine gelbe Flagge
führen (Flagge Q). ,
Kleinere Schiffe können zur Vornahme der Ladeoperationen an die Brücke
gehen, dafür werden 5 Cents per Picul erhoben, größere Schiffe löschen in Leichter
auf der Reede. Leichter sind in genügender Anzahl vorhanden und haben eine
Ladefähigkeit bis 100 Tons.
Schiffe, die Explosionsstoffe an Bord haben, haben keinerlei Formalitäten
zu erfüllen, solange die Explosionsstoffe in vorschriftsmäßigen Räumen unter-
gebracht sind.
Trockendock ist in Swettenham nicht vorhanden. Bunkerkohlen sind nicht
zu haben.
Landesmünze ist der Staits dollar $, 1$ = 100 Cents = 2.35 M.
Landesübliche Gewichte: Pieuls und Cattries. 1 Picul = 100 Cattries
== 13831/, Pfund engl. W. Berg.
3. Englische und deutsche Minen als Anzeiger für Meeresströmungen.
(Nach O0. Nordgaard in »Det kgl. norske Videnskabers selskabs skrifter 1914 Nr.5.«)
Während des Krieges sind mehrere hundert englische und deutsche Minen
an die norwegische Küste getrieben. Die Nachrichen hierüber hat O. Nordgaard
mit Unterstützung der Behörden gesammelt und das gesamte Material in einigen
Kärtchen niedergelegt und diskutiert. Wir entnehmen seinen Ausführungen
folgendes:
Wenngleich nichts darüber bekannt ist, wo die Minen ausgesetzt wurden
und wie lange sie im Meere herumgetrieben sind, so ist es doch sehr wahrscheinlich,
daß die Hauptzahl aus den Gewässern längs der englischen und deutschen
Nordseeküsten stammt und wohl im Herbst des ersten Kriegsjahres ausgelegt