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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Mecking, L.: Der Einfluß des Elbwassers auf Sen Salzgehalt bei Helgoland. 557 
sondern im April und Mai, und die verdünnende Wirkung der Wassermenge des 
April erstreckt sich nicht. nur »wahrscheinlich bis in den Mai hinein« (in diesen 
unter allen Umständen), sondern möglicherweise in die weiteren Monate, sofern 
man die Verzögerung im Abfall der Salzkurve überhaupt noch mit der Wasser- 
menge in Verbindung bringen will, Hierin können aber‘ andere Faktoren mit- 
spielen. Diese Verzögerung in den Monaten Juni, Juli, August will uns als die 
auffälligste Störung im Parallelgang der Kurven erscheinen. Daß die Kurven 
Fig. 2. 
= 81.25 
LO0C 
31.50 
31.75 
3000 
32.00 
> 
32.95 F 
2000 
r 
20 50 
A 
9.75 
HORC 
3.00 
Wassermenge Dez. Jan. Febr. Mrz. Apr. Mai Juni Juli Aug. Sept. Ukt, Nov. 
Salzgehalt Jan. Febr. Mrz. Apr. Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez. 
Jährlicher Gang der Wasserabfuhr (—-) und des Salzgehalts (------). 
hingegen am Ende des.Jahres sogar gegeneinanderlaufen, daß’ also der Salz- 
gehalt des Monats November nicht mehr der Wassermenge des Oktober sich an- 
paßt, das dürfte wieder leichter seine Erklärung finden; erstens nämlich sind 
die Wassermassen, um die es sich in dieser Jahreszeit handelt, schon um so viel 
kleiner, daß man nicht mehr die gleiche Einwirkung auf den Salzgehalt erwarten 
kann, und zweitens setzt jetzt die winterliche Abkühlung bereits ein, die das 
Oberflächenwasser durch Vertikalzirkulation mit dem salzreicheren Tiefenwasser 
mischt. ‘ Dieser Vorgang verrät sich deutlich. bei einem Vergleich von Ober- 
flächen: und Bodenwasser hinsichtlich ihrer Temperatur und Salinität.. Aus den 
von Reichard gegebenen Monatsmitteln habe ich die zwei Differenzreihen der 
folgenden Tabelle gebildet, 
Unterschied 
zwischen Öber- 
flächen- u. Boden- 
Wwaq8setr 
Jan. 
Febr. 
März 
Avril! Mai | Juni | 
Juli 
Aug. - 
Sept. 
Okt. 
Nor. | Dez. 
in Temperatur *-—0,3 10.2 0a jo I-+1,9 | +23 [24 140,3 | —0.1 ;—15 —1.0 1—0,3 
« Salzgehalt (°/oo) | —0.37/—0.40l—0.58l—1,78l—2.60l —0.92| —1.08l #0 — 0.38] —0.30| —0.27 
| 
Danach ist im Oktober und November die Abkühlung des Oberflächen- 
wassers unter die Temperatur des Bodenwassers am stärksten. Zugleich nähert 
sich in diesen und den beiden angrenzenden Monaten die Wassersäule am meisten 
dem Zustand der Homohalinität. Und damit steht eben die Erscheinung. unserer 
Jahreskurve (Fig. 2) in Einklang, daß das Oberflächenwasser von September über 
Oktober zum November seine stärkste Salzanreicherung erfährt, von 31.95 auf 
32.80% 00. Jene, Verhältnisse der Vertikalzirkulation einerseits, anderseits der 
genau mit dieser Zeitspanne (unter Berücksichtigung der einmonatigen Ver- 
schiebung) zusammenfallende Minimalstand der Elbwassermenge (Fig. 2) mögen 
also zur Genüge erklären, weshalb gegen Ende des Jahres die Kurve des Salz- 
gehaltes sich am. meisten vom Gang der Elbwasserführung frei macht. 
Schließlich ist nicht zu vergessen, daß auch andere Faktoren offenbar an 
der Gestaltung der Jahreskurve des Salzgehalts beteiligt sind. Reichard nennt
	        
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