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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Mecking, L.” Der Einfluß des Elbwassers auf den Salzgehalt bei Helgoland. ._ 555 
müssen die zu vergleichenden Kurvenzüge. gegeneinander verschoben werden: 
Zweitens‘ braucht der Jahreszyklus der beiden Phänomene nicht mit dem des 
Kalenders zusammenzufallen, Will. man z. B. eine südhemisphärische Monsun- 
regenperiode nach ihrem Verhalten von Jahr zu Jahr verfolgen, so wird man 
nicht die ersten und. die letzten Monate des. nämlichen Kalenderjahres, sondern 
die letzten und die ersten Monate zweier aufeinanderfolgender Kalenderjahre 
zusammennehmen, um die einzelne Periode als natürliches Ganzes zu fassen. 
Nicht so kraß, doch im Grunde ähnlich ist unser Fall; ‚auch hier wird der 
Natur des Vorgangs besser Rechnung getragen, wenn das Jahr im September 
geteilt, also von Oktober bis September gerechnet wird, weil die Jahreskurve 
der Elbwasserführung im September ihren Tiefstand, im April ihren Hochstand 
hat. Beiden Forderungen zusammen, der Phasenverschiebung und der natür- 
lichen Abgrenzung der Periode, können wir in folgender Weise gerecht werden: 
wir bestimmen die von Oktober 1893 bis September 1894 in der Elbmündung 
austretende Wassermenge, bezeichnen sie nach. dem Jahr 1894 und berechnen 
die nämliche Größe für alle folgenden Jahre!) bis 1907; . anderseits bilden wir 
den Mittelwert des. Salzgehalts im Oberflächenwasser bei Helgoland für den 
zwölfmonatigen -Zeitraum November. 1893 bis Oktober 1894, benannt nach dem 
Jahre 1894, und die entsprechenden Mittelwerte für alle folgenden Jahre. Die 
daraus sich ergebenden zwei Zahlenreihen in Kurvenzügen untereinandergestellt 
(Fig. 1) bekunden nun durchaus keine Unabhängigkeit zwischen Wassermenge 
und Salzgehalt, sondern eine unverkennbare Anlehnung, sowohl im großen Ge- 
samtverlauf, indem z. B. im Zeitraum 1895 bis 1898 beide Kurven hoch, 1901 
bis 1905 beide tief liegen, wie auch in den kleineren Schwankungen von einem 
Jahr zum nächsten. Letztere weisen nur drei Störungen auf, sie liegen in den 
Jahren 1893, 1896 und 1907, sonst enfspricht durchweg einem Anstieg bzw. Ab- 
stieg der einen Kurve ein Steigen bzw. Fallen der anderen. 
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1893. 94 95 . 9% 97 98 99 1900 01 © 0 04 05 0 1907 
——_ Jahresmittel (Okt. bis Sept.) der Wasserabfuhr in der Elbmündung in Milliarden ‘Kubikmeter. 
anna Jahresmittel (Nov. bis Okt.) des Salzgehalts im Oberflächenwasser bei Helgoland in Promille. 
Die seitlich angebrachten Maßstäbe beider Kurven (Fig. 1) weisen je einen 
mit M markierten Strich auf, der das 15jährige Mittel angibt. Denkt man sich 
beide Mittellinien durch die Figur hindurchgezogen, so erkennt man, daß auch 
in fast allen Jahren Wassermenge und Salzgehalt dem absoluten Betrag nach 
gleichzeitig über bzw. unter diesen beiden Durchschnittslinien liegen. Eine 
Ausnahme bilden nur die Jahre 1893, 1902, 1907. Die Übereinstimmung macht 
demnach 80%, der Fälle aus. Ä 
Während so die gesamte Wassermenge einer Jahresperiode sich von be- 
trächtlichem Einfluß auf den entsprechenden Jahresdurchschnitt des Salzgehalts 
1) Da die Beobachtungen im Januar 1893 beginnen, so ist das als 1893 zu bezeichnende Jahr 
natürlich unvollkommen. Als Ersatz sind für Oktober-Dezember diejenigen Wassermengen eingesetzt, 
die sich ‚als Durchschnitt der 15 Jahre ergeben. Entsprechend ist mit dem Salzgehalt dieses Jahres 
verfahren.
	        
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