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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1916.

Ausnahmen zählt. So herrscht in ganz Vorderasien noch entschiedener der
»Binnenlandtypus des Etesienklimas« vor als in den westlichen Mittelmeerländern
oder gar in den übrigen in Frage kommenden Erdgebieten, wo er eine nur sehr
untergeordnete Bedeutung hat, so vor allem in den beiden Amerika, da er hier
anscheinend durch die begrenzenden meridional verlaufenden Hochgebirge unterdrückt
 wird?).
Den im vorstehenden kurz gekennzeichneten Regenregimen entsprechend,
wären die Gesichtspunkte für die Aufstellung großer klimatischer Wetterbezirke
in Vorderasien wohl heute schon im allgemeinen gegeben. Zweifellos wird die Wettervorhersage
 gerade auch für dieses Gebiet in Zukunft von hervorragender Bedeutung
sein, und es wäre zu wünschen, daß ein gutes Beobachtungsnetz die Lücken der
synoptischen Wetterkarten zwischen Indien und. Europa bald ausfüllen möge.

Der Einfluß des Elbwassers auf den Salzgehalt bei Helgoland.
Von Professor Dr. Ludwig Mecking in Kiel.

Die‘ biologische Anstalt auf Helgoland hat dankenswerterweise seit ihrem
Bestehen auch hydrographische Beobachtungen in den Helgoländer Gewässern
fortlaufend angestellt, Diese sind von A, C. Reichard?) verarbeitet und veröffentlicht
 worden zu dem Zweck, dem Biologen einen Einblick in.die physikalischen
 Vorgänge zu gewähren, Dabei ist u. a. der Salzgehalt des Oberflächenwassers
 bei Helgoland in Verbindung mit den von der Elbe in die Nordsee
geführten Wassermengen untersucht, und zwar sind beide Elemente verglichen
einerseits nach ihren Schwankungen von Jahr zu Jahr, anderseits in ihrem
jährlichen Gang. Die negativen Resultate, zu denen Reichard in diesen zwei
Punkten gelangt ist, erscheinen mir aber nicht zutreffend. Die Frage sei deshalb
 hiermit von neuem aufgeworfen, ob nicht die Abfuhr des Elbwassers in
der Weise auf den Salzgehalt des Meerwassers bei Helgoland einwirke, daß einer
großen Abfuhrmenge ein geringer Salzgehalt entspricht und umgekehrt.
Betrachten wir zuerst die Schwankungen beider Größen von Jahr zu Jahr!
Reichards Erkenntnis darüber ist folgendermaßen zusammengefaßt: »Es erweisen
 sich also während des Jahres’) Wassermenge und Salzgehalt als unabhängig
 voneinander, es treten bei großer Wasserzufuhr im Jahre sowohl hohe
als niedere jährliche Salzgehaltsmittel auf, Auch bei geringer Wassermenge
kann der Salzgehalt sowohl über als unter dem 15jährigen Mittel liegen.« Damit
 wird also eine Einwirkung des Elbwassers glatt abgewiesen). Daß sich
ein Zusammenhang nicht herausfinden’ ließ, liegt indes nur an der Unzulänglichkeit
 der angewendeten Vergleichsmethode; es sind dort nämlich einfach die
Jahresmittel des Salzgehalts und der Wassermenge für den Zeitraum 1893 bis
1907 in zwei Kurvenzügen untereinandergestellt. Läßt dieser rohe Vergleich
einen Zusammenhang nicht hervortreten, so ist dies wohl noch möglich, wenn
auf die Besonderheiten des Naturvorgangs der nötige Bedacht genommen wird.
Zweierlei ist jenem einfachen Verfahren entgegenzuhalten. Erstens brauchen
die einzelnen Zeitabschnitte und -einschnitte des einen Vergleichselements sich
nicht zu decken mit denen des andern, und in unserem Falle können sie es gar
nicht, es muß vielmehr zwischen den. Phasen der Elbwasserführung und denen
des Salzgehalts eine (mehr oder minder konstante) Zeitspanne liegen, die gegeben
 ist durch die Geschwindigkeit, mit der das Wasser sich aus der Elbmündung,
 etwa von Artlenburg®) bis nach Helgoland bewegt. Um diese Spanne

Vgl. hierüber: A. Hettner, Die Klimate der Erde. Geogr. Ztschr. 1911. 8. 555/57,
”; Wissenschaftliche Meeresuntersuchungen, N. F., X. Bd., Abt. Helgoland, 1913, S. 1 bis 42.
3) Gemeint ist damit von Jahr zu Jahr.
Si 4) Auch in dieser Zeitschrift (1911, S. 133) spricht sich Reichard in diesem völlig negativen
inne aus,
5) Aus den Wasserstandsmessungen am Pegel zu Artlenburg sind die Wassermengen ermittelt.
            
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