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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Eckardt, W. R.: Über Luftdruckverteilung und Regenfall in Asien usw. 547 
birge abhängig sind gegenüber den vorherrschenden Winden, zeigt die Tatsache, 
daß nur im Innern des südlichsten Teiles von Arabien, südlich vom 17.° N-Br. reich- 
liche Regen fallen, während die Küste dürr bleibt, gleichwie die Landschaften des 
Innern; die unter der vorwiegenden Herrschaft polarer. Strömungen stehen. Nörd- 
lich‘ des Wendekreises herrschen dagegen Winterregen wie in Syrien und den an- 
grenzenden Gebieten. Im südlichen Teile des Roten Meeres, jenseits des Wende- 
kreises ist. Regen eine große Seltenheit, obgleich die Luft beständig so feucht ist, 
daß die hier geringe Temperaturerniedrigung bei Nacht .hinreicht, einen durch- 
nässenden Taufall zu erzeugen!). Es fehlen jedoch in dem von Gebirgen umrahmten 
Meeresbecken abkühlende Luftströmungen, weil alle Winde von stark erhitzten 
Wüstengebieten herkommen. ‘In den Gebirgen der arabischen wie der afrikanischen 
Küste fehlen aber die Gewitterregen nicht. Im Sommer wehen Nordwinde auf dem 
Roten. Meere bis Bab el Mandeb hinab, im Winter wehen im südlichen Teile bis 
Dscheddah hinauf Südwinde, im nördlichen Teile wechseln Süd- und Nordwinde, 
Nicht nur das südliche, sondern auch das ganze östliche Asien hat seine 
Hauptregenzeit fast ausschließlich im Sommer, da ein zweiter Kern des sommer- 
lichen asiatischen Tiefdrucks über dem östlichen Turkestan und der Mongolei mit 
einem Ausläufer bis in die Amurländer und das östlichste Sibirien hinein sich er- 
streckt, während die nordpazifische subpolare Zyklone in den Sommermonaten 
äußerst schwach entwickelt ist. Über ganz Asien stellt sich daher ein Sommermonsun 
ein, der bis über Ochotsk, also mindestens bis 60° N-Br., hinaufreicht. Denn 
auch hier herrschen im Sommer konstante Seewinde aus Südost. An den Küsten 
des Nördlichen Eismeeres wehen ebenfalls Seewinde landeinwärts. So haben der 
Süden und der Osten von Asien einen gemeinsamen Charakterzug des Klimas von 
so durchgreifender Bedeutung, daß man dieses Gebiet, obgleich es unter sehr ver- 
schiedenen Breiten und Isothermen liegt und von der tropischen bis gegen die 
arktische Zone hinaufreicht, dennoch als einer klimatischen Provinz angehörig 
betrachten muß. Und dieses klimatische Element ist eben die Jahresperiode der 
Winde und Regen, die ausgeprägte Herrschaft entgegengesetzter Winde mit ent- 
gegengesetzten Eigenschaften während der extremen Jahreszeiten. . 
An der Küste von Nordostasien verspäten sich allerdings die Sommerregen, 
und es wird auch der Herbstniederschlag reicher, besonders auf den vorgelagerten 
Inseln, da um diese‘Zeit der Ozean am wärmsten ist. Die Westküste der japanischen 
Inseln Yezo und Nippon hat Herbst- und Winterregen, die Ostküste Sommer- und 
Herbstregen. Der südliche Teil Japans hat dagegen echte Sommerregen, den Monsun- 
regen Südchinas entsprechend. Die. Halbinsel Korea stimmt dagegen mit dem 
Osten Chinas überein, da die Sommerregen weitaus vorherrschend sind. Reichliche 
sowie fast ausschließlich sommerliche Regenfälle, und zwar namentlich im Juli 
und August, hat die Amurprovinz, wo die Winterniederschläge wegen der Gebirgs- 
umrahmung geringer sind als selbst im nordöstlichen Sibirien. An der Küste 
des Amurlandes und des Ochotskischen Meerbusens finden wir dagegen das Maximum 
der Niederschläge im August und September; auf der Halbinsel Sachalin. fällt im 
September die Hauptmenge des Regens. ; 
So sehen wir, wie die Äquatorialseite des.indischen Tiefdruckgebietes und die 
Ostseite des zentralasiatischen Tiefdrucks die feuchten Regenseiten sind. Ein großer 
Unterschied besteht aber nun, wie Woeikof ausführlicher erörtert hat, bezüglich 
der polaren Seite der oben genannten drei asiatischen Tiefdruckgebiete, und das 
wäre der, daß die im Bereich der Polarseite des arabisch-afrikanischen sowie des 
westturkestanischen Tiefdruckgebietes gelegenen Gegenden, von dem turkestanischen 
Tief durch keine hohen zusammenhängenden Bergketten oder Plateaus getrennt, 
z. T. in die subtropische Zone mit spärlichen oder vielmehr‘ ganz fehlenden 
Sommerregen hineinragen, während das’ bei den auf der Rückseite des zentral- 
asiatischen Tiefs liegenden Landschaften nicht der Fall ist. .Denn nördlich von den 
ersteren macht sich im Sommer eine erhebliche Zunahme des Luftdrucks be- 
merkbar, und da die Luftdruckverteilung des Sommers sehr konstant ist, so be- 
. 1) Lorenz und Rothe, Lehrbuch der Klimatologie, mit besonderer Rücksicht auf Land- und 
Forstwirtschaft. Wien 1874. .S. 469. -
	        
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