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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

5830 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1916. 
isothermen müssen dann nämlich in dem von Köppen auf den deutschen Karten 
eingeführten Sinne stark zurückbiegend geführt und der Küste noch mehr, als 
früher von ihm angenommen, genähert werden, Man kann eben nicht in allen 
Fällen die Isothermen absolut streng nach den Zahlen ziehen, sondern nur unter 
Berücksichtigung der ganzen Sachlage; den Isothermen Gall&s fehlen die not- 
wendig vorhandenen und charakteristischen Biegungen in der hier untersuchten 
Meeresgegend, Das habe ich seiner Zeit zum Ausdruck bringen wollen. 
17. September 1916, Schott. 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben, 
Sammlung von Hilfstafeln der Hamburger Sternwarte in Bergedorf, heraus- 
gegeben vom Direktor Dr. Richard Schorr. Gr. 8°% 100 Tafeln. Hamburg 
1916. Lucas Gräfe. 
Das vorliegende Tafelwerk ist aus dem Bedürfnis hervorgegangen, die rechnerische Bearbeitung 
der astronomischen Messungen für einen bestimmten Beobachtungsort (Sternwarte Bergedorf) möglichst 
zu vereinfachen; zu dem Zwecke sind die geographischen Koordinaten des Beobachtungsortes und 
deren Funktionen als Konstanten betrachtet und vielfach in die Tafelwerte aufgenommen worden. 
Derartige Tafeln finden sich auf jeder Sternwarte, sie pflegen meistens auf einzelnen Blättern hand- 
schriftlich hergestellt zu werden. Wenn aber eine Reihe von Beobachtern von solchen Sondertafeln 
Gebrauch machen soll, ist es vorteilhaft, sie zur Drucklegung zu bringen. Die praktische und über- 
sichtliche Anordnung der Bergedorfer Hilfstafeln kann als vorbildlich auch für andere feste Beob- 
achtungsorte gelten. ; . 
Außer den Sondertafeln für Bergedorf enthält die vorliegende Zusammenstellung aber auch 
eine Reihe allgemeingültiger Tafeln, die in verschiedenen Werken zerstreut und zum Teil schwer zu- 
gänglich sind; als Beispiele hierfür mögen die Tafeln der Gammafunktionen, der Exponentialfunktionen 
und der Hyperbelfunktionen genannt werden. — Eine besondere Erwähnung verdienen die Tafeln der 
Phänomene und die chronologischen Tafeln. Es sind die Neumonde sowie die Sonnen- und Mond- 
finsternisse für den Zeitraum von 1901 bis 2000 nach den Werken von Oppolzer angegeben. Im An- 
schluß hieran folgen mehrere Abschnitte, die sich auf die christliche Festrechnung alten und neuen 
Stils sowie auf die Kalender der Juden und Mohammedaner beziehen. Auch ein immerwährender 
Kalender zur Ermittelung des Wochentages eines beliebigen Datums ist eingefügt. Am Schluß des 
Werkes sind die Bahnelemente der großen Planeten, des Mondes und der periodischen Kometen sowie 
eine Reihe geodätischer Konstanten zusammengestellt. - 
Direktor Dr. Schorr erwähnt im Vorwort, daß er von den Beamten der Bergedorfer Stern- 
warte, insbesondere von den Herren Dr. Dollberg, Dr. Graff, Dr. Messow und C, Vick, bei der 
Berechnung und bei der Drucklegung der Tafeln tatkräftig unterstützt worden sei Dr. Stechert. 
Johannes Knudsen: Danske Soekort af Jens Soerensen (1646—1723). Mit 
dänischem und englischem Text. Kopenhagen 1916. F. Hendriksens 
Reproduktions-Atelier. 60 Kronen. 
1647 wurde Bagge Vandel aus Schleswig zum Direktor der Seefahrtschule in Kopenhagen 
ernannt und erhielt den Auftrag, neue Seekarten anzufertigen. 1667 sollten nach seiner Angabe 
Karten im Druck erscheinen, »wie sie noch nie gesehen wären«. 1676 fuhr er zur Vermessung der 
Häfen nach Bornholm, Bei seinem Tode 1683 war noch keine einzige Karte erschienen, Sein Nach- 
folger Jeorger Dinesen Oxendorph fertigte 1688 eine Karte des Sundes und 1689 eine Karte der 
Einfahrt nach Kopenhagen an die aber nicht veröffentlicht sind. Jens Sorensen erbat sich im 
Sommer 1689 vom König die Erlaubnis, neue Seekarten aufzunehmen, da die holländischen voll Fehler 
waren. Durch sorgfältige Beobachtungen in langer Seefahrtzeit hatte er sich eine gute Kenntnis der 
Untiefen erworben. Er hatte auch einige Karten selbst gezeichnet und durch Kupferdruck auf eigene 
Kosten vervielfältigen lassen. Die Erlaubnis wurde ihm erteilt. Mit Eifer machte er sich ans Werk, 
und bald waren eine zuverlässige Küsten- und eine Seekarte der dänischen Gewässer entworfen, Trotz 
seiner Bitten wurden die Karten durch die Admiralität nicht veröffentlicht. Nach dem Katalog des 
Hydrographischen Amtes (1784—85) hat er 80 Karten entworfen, wovon mehrere Karten Kopien sind. 
In Anbetracht seiner primitiven Methoden und Hilfsmittel und seiner geringen wissenschaftlichen Vor- 
bildung ist die Güte der Arbeit bewundernswert. 
Die angekündigte Sammlung enthält Nachdrucke von 26 handschriftlichen Karten in einer 
Mappe. Im ganzen sind 65 numerierte Mappen hergestellt, wovon die Hälfte verkauft werden, soll.
	        
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