Kleinere Mitteilungen.
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nach der Rückkehr von Nansen die meteorologischen Beobachtungen von
Nansens beiden Expeditionen bearbeitet, und wir verdanken ihm viele Beiträge
zur Kenntnis des Polarklimas; noch vor einem Jahre erschien aus seiner Feder
auch die Bearbeitung der meteorologischen Bearbeitung von Amundsens antarktischer
Expedition (siehe diese Zeitschrift 1916, S. 316). .
Ein reiches Forscherleben hat seinen Abschluß gefunden, Norwegen hat
in Mohn einen Gelehrten ersten Ranges verloren, die meteorologische und
ozeanographische Wissenschaft einen ihrer vornehmsten Förderer.
W. Brennecke.
Kleinere Mitteilungen.
Zur Frage der Lufttemperatur an der Meeresoberfläche.
Prof. Dr. G. Schott war so freundlich, der großen holländischen ozeanographischen
und maritim-meteorologischen Arbeit »Oceanografische en meteorologische
Waarnemingen in den Indischen Oceaan« eine eingehende Besprechung
zu widmen‘),
Ohne Zweifel wird dieserseits bei künftigen Arbeiten auf diesem Gebiete
auf gewisse Bemerkungen und Verbesserungsvorschläge Rücksicht genommen
werden. In anderen Punkten glauben wir vorläufig unsere Arbeitsmethode vorziehen
zu müssen. Wir halten es z.B. nicht für wünschenswert, in Karten, welche
für den praktischen Gebrauch möglichst bequem gemacht werden sollen, die den
Seefahrenden nicht besonders geläufige Schwerekorrektion anzubringen; in der
jetzigen Form schließen die Karten sich direkt den korrigierten Beobachtungen
im meteorologischen Tagebuch an, Auf: die Besprechung der Linien gleicher
Lufttemperatur (S. 153) möchten wir etwas näher eingehen. Nach Schott sollen
die niederländischen Daten »von dem zweifellos vorhandenen Einfluß der Meeresströmung
auf die Temperaturverteilung der Luft nichts oder fast nichts aufweisen«.
Diese Behauptung ist gewiß zu stark gefaßt.
Der allgemeine Isothermenverlauf . sowie Örtliche Ein- und Ausbiegungen
weisen deutlich auf Zusammenhang mit den Meeresströmungen hin,
Wie groß jedoch der örtliche Einfluß sein kann oder soll, darüber müssen
in erster Linie die direkten Beobachtungen entscheiden.
Betrachten wir jetzt die betreffenden Karten auf den Rücken der Monatskarten
für den Indischen Ozean und in den holländischen Atlanten, z. B. für die
Monate Januar und Juli in. der Kapgegend. Die Isotherme des Meerwassers für
20° bleibt im Januar zwischen 20° und 30° O-Lg. Grw. auf den deutschen Karten
nördlich von 38° S-Br., auf den holländischen Karten zwischen 39° und 37° S-Br.;
auf den deutschen Karten überschreitet sie 20° Länge nicht, auf den holländischen
läuft sie bis 17° Länge.
Die Luftisotherme bleibt auf beiden Karten etwas nördlicher, hat jedoch
auf der deutschen Karte eine schroffe Einbiegung, weldte sich mit den Mittelwerten
aus direkten Beobachtungen auf den holländischen Karten nicht verträgt.
Im Juli verlaufen die Wasserisothermen von -17.5° fast. parallel auf beiden
Karten; die Luftisothermen weisen jedoch einen erheblichen Unterschied auf,
Es zeigt sich also, daß der Unterschied hauptsächlich von der Arbeitsmethode
für die Lufttemperaturen herrührt.
Wie bekannt, wird vielfach nach Köppens Vorgang die Lufttemperatur
nach Anbringung einer Korrektion aus der Wassertemperatur abgeleitet, während
für die holländischen Karten direkte Beobachtungen benützt wurden, Köppens
Vorgang hat unserer Meinung nach nur Vorzüge, wenn die Korrektion für die
betreffende Gegend genauer bekannt ist, als die aus direkten Beobachtungen
abgeleitete Lufttemperatur.
1) Ann. d. Hydr. usw. 1916. Heft III.