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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1916,
Henrik Mohn +.
Am 12. September d. J. ist in Norwegen Professor Henrik Mohn, der
Begründer und langjährige Direktor des Norwegischen Meteorologischen Instituts,
im Alter von 81 Jahren gestorben. )
Mohn wurde am 15. Mai 1835 in Bergen geboren und war nach Abschluß
seiner Universitätsstudien von 1860 bis 1866 als Observator an der Sternwarte in
Kristiania tätig. Die Bearbeitung der dort gesammelten meteorologischen Beobachtungen
veranlaßte ihn, sich der Meteorologie zuzuwenden und die Gründung
eines meteorologischen Instituts in Norwegen anzuregen, Als hierzu die Mittel
bewilligt waren, wurde Mohn im Jahre 1866 zum Direktor des Instituts und
gleichzeitig zum Professor der Meteorologie an der Universität in Kristiania
ernannt.
In jahrzehntelanger Wirksamkeit sind unter seiner Leitung die klimatischen
Verhältnisse Norwegens erforscht worden, Schon vom Jahr 1867 an beginnt die
regelmäßige Veröffentlichung des »Norsk Meteorologisk Aarbog«; Hand in Hand
mit dem Ausbau des meteorologischen Stationsnetzes und der Drucklegung der
Beobachtungen geht gleichzeitig eine Bearbeitung der Beobachtungen zur Klimakunde
Norwegens, die schließlich zu der Sammlung »Klimatabeller for Norge«
führte, in denen in 14 Einzelbearbeitungen das gesamte Beobachtungsmaterial
einheitlich zusammengefaßt wird (1896—1906). Zahlreiche Arbeiten in der
Meteorologischen Zeitschrift geben Kunde von der Mitarbeit Mohns an der
Weiterentwicklung der Meteorologie; namentlich zu erwähnen sind seine in Gemeinschaft
mit C. M. Guldberg veröffentlichten Untersuchungen »Sur les mouvements
de l’atmosphere« 1876 und 1880, die in abgeänderter Form auch als Aufsätze
in der Meteorologischen Zeitschrift erschienen.
Außer durch seine fachwissenschaftlichen Arbeiten ist Mohn in weiteren
Kreisen Deutschlands bekannt geworden durch sein 1874 erschienenes Buch
»Grundzüge der Meteorologie« (eine erweiterte Übersetzung des 1872 in norwegischer
Sprache veröffentlichten Buches »Über Wind und Wetter«). Mohns
Grundzüge der Meteorologie, in.vielen Auflagen erschienen, sind jahrzehntelang
eine unübertroffene Einführung in die Hauptgesetze der Meteorologie gewesen
und in alle Kultursprachen übersetzt worden. Die Ergebnisse seiner Forschungen
veröffentlichte Mohn gern in deutschen Zeitschriften, auch in den Annalen der
Hydrographie usw. sind einige seiner Arbeiten erschienen; zu erwähnen sind
seine grundlegenden Studien über Nebelsignale und über die Fortpflanzung des
Schalles bei Färder im Kristiania-Fjord, über die er im Jahrgang 1892 und 1895
dieser Zeitschrift mehrere ausführliche Untersuchungen niederlegte. Wenn er
in Deutschland war, pflegte er auch die Deutsche Seewarte zu besuchen, um hier
durch persönlichen Gedankenaustausch die wissenschaftlichen Beziehungen enger
zu gestalten,
Aber nicht nur die Meteorologie und Klimatologie, auch die Meereskunde
hatte in Mohn einen tatkräftigen Förderer. Gemeinschaftlich mit G. Sars
regte er die große Norwegische Nordmeer-Expedition auf der »Vöringen« 1876/78
an, an der er selbst teilnahm. Nach Beendigung der Expedition wurde er
Präsident der Kommission für die Veröffentlichungen der Expedition und Bearbeiter
der meteorologischen und ozeanographischen Ergebnisse, Diese Tätigkeit
hat ihn lange Jahre beschäftigt; von besonderem Wert ist die Bearbeitung
seiner ozeanographischen Beobachtungen nach neuen Gesichtspunkten, indem er
durch Berechnung einer »Dichtigkeitsfläche« und einer »Windfläche«, die Bewegungen
des Meeres (»Stromfläche«) ableitete. Diese Untersuchungen erschienen
auch in deutscher Sprache in den Ergänzungsheften zu Petermanns Mitteilungen
(Jahrgang 1885).
Mit seinen Erfahrungen und Kenntnissen hat Mohn auch andere Expeditionen
in hohem Maße gefördert, vor allem Nansens Durchquerung Grönlands und
Nansens Expedition durch das Nordpolarbecken mit der »Fram«, wozu er wohl
die erste Veranlassung gegeben hat durch seine Vermutung, daß die Reste der
»Jeannette«-Expedition in der Nähe des Pols vorbeigetrieben seien. Mohn hat