Reinicke, G.:- Die Eisverhältnisse des Winters 1915/16 in außerdeutschen europäischen Gewässern. 525
IV.. Über die Eisverhältnisse in norwegischen Gewässern
liegen nur wenige Meldungen vor, Schon am 4. XI. wurde von Bergen gemeldet,
daB die Dampfer Mühe hätten, das Eis in den Fjorden durchzubrechen. Dann
wurde von Christiania am 15. XIL gemeldet, ein Eisbrecher sei nach Hevik abgegangen,
um eine Rinne für einen Dampfer zu brechen. In der Woche vom
12. bis zum 18. IIL hat ein Dampfer das Eis im Idefjord aufgebrochen, und
die letzte Meldung vom 20. III. von Stavanger besagt, daß die Schiffe durch
Eis unbehindert an ihre Liegeplätze holen könnten.
V. Island.
Die Meldungen aus isländischen Gewässern beschränken sich auf die Zeit
vom 10. bis 23. IIL Am 10. III. wurde Polareis unweit Kjogur gesichtet. Am
20. III, waren 40 Kilometer nordwestlich vom Siglufjord beträchtliche Eismassen
in Sicht, und am 23. III, war Eis in den Siglufjord eingedrungen; die Durchfahrt
war aber unbehindert,.
VI. Archangel.
Nach einer Kopenhagener Meldung vom 28. IX. war der Hafen von Archangel
damals schon teilweise zugefroren; von Mitte Oktober wurde aber wieder berichtet,
daß in Archangel kein Eis sei. Dann wurde am 26, X. gemeldet, die
Fahrten der Murman-Reederei nach Vardö seien eingestellt, die Küstenfahrt im
Weißen Meere würde aber noch aufrechterhalten, Am 29. X.’ bildete sich Eis
auf dem Flusse (Dwina), und nach einer Meldung vom 6. XI. wurde der Verkehr
noch durch Eisbrecher aufrechterhalten. Eine Reihe von späteren Meldungen,
wonach in Archangel 15 Eisbrecher tätig gewesen sind, geben dann nur ein allgemeines
Bild von zunehmenden Eisschwierigkeiten, Der russische Generalkonsul
in London hat am 20. XII. noch bekannt gegeben, daß nach Archangel bestimmte
Dampfer kostenlos durchgeeist würden; es scheint aber sehr zweifelhaft, ob damals
Durcheisen noch möglich gewesen sei, Jedenfalls wurde in einem Telegramm
vom 28. XII. zugegeben, daß die Schiffahrt im Weißen Meere als geschlossen angesehen
werden müsse. Der letzte Dampfer, der Archangel verlassen hat, der
norwegische D. »Modiy«, ist am 27, oder 28, XIL in Tromsö angekommen, Über
100 Schiffe sollen im Weißen Meere vom Eis überrascht und gezwungen worden
sein, darin zu überwintern.
—_ Die ersten Dampfer sind nach einer Privatmeldung am 3, VI. 1916 in
Archangel angekommen. Am 10. VI. sind die norwegischen Dampfer, die Archangel
nicht mehr vor Schluß der Schiffahrt erreicht hatten und in der Kola-Bucht überwintert
haben, nach Archangel weitergegangen. Ihre Ankunft dort ist vom 14. VI.
gemeldet worden; sie haben im Weißen Meere noch schwere Eismassen gefunden,
Die Dwina ist am 5. V. eisfrei geworden.
VII. Das Schwarze Meer.
Es ist nur eine Meldung aus Mariupol vom ‘26. I. 1916 bekannt geworden,
wonach das Asowsche Meer voll Eis war, das bis 15 Sm außerhalb Belaiseraikas
reichte. Die Schiffahrt sei am 1.I. 1915 eröffnet und mit Hilfe zweier Eisbrecher
bis zu dem obigen Tage, dem 26. I. 1916, offen gehalten worden,