* Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1916,
zu St. Helena; die resultierende Windrichtung aus allen Angaben war in einigen
Jahren verschieden; sie schwankte zwischen SSO und SO1).
Prüft man die Monatsisobarenkarten für den Nordatlantischen Ozean, so
erkennt man, daß in Jahren maximaler Niederschläge in Guayana oder Senegambien
die Komponente für ein Gefälle Meer— Land sehr groß ist. Die Darlegung der Gefälls-
richtung ist nicht leicht, das Isobarenbild ist wechselvoll und der Abschluß des
Isobarenfeldes nach Süden ungünstig. Um die Isobarenrichtung zu veranschau-
lichen, wurde an der Küste Senegambiens die Höhendifferenz der Schnittpunkte
der in etwa 15° bis 20° N verlaufenden Isobare mit dem 15.° und 25.° Westl. Länge
bestimmt, indem angenommen wurde, daß mit wachsenden Differenzen die Kom-
ponente West— Ost größer wird (siehe die schematische Zeichnung Nr. 11 auf
Tafel 18). Die „Höhenwerte‘“ konnten so direkt mit den Regen zu St. Louis verglichen
werden, wobei sich eine gute Übereinstimmung ergibt (siehe Nr. 12 auf Tafel 18).
Vergleicht man Gradientenrichtung und Gradientengefälle, so erkennt man,
daß 1893, 1905, 1907 die Luftdruckdifferenz gering, die Isobarenhöhenwerte groß,
die Regenhöhen 1893 groß sind, 1905 nahe dem Mittelwerte liegen, 1907 unter dem
Mittel liegen, 1898 und 1906 ist das Gefälle groß, die Isobarenhöhenwerte klein,
die Regen größer. Jahre, die nur in wenigen Monaten west— östliche Gradienten
haben, notieren auch nur in diesen einzelnen Monaten Niederschläge, so daß die
Regenzeit eine kurze ist wie 1895, 1896, 1901, 1902, 1903, in anderen Jahren ent-
spricht eine längere Regenzeit auch einem länger verzeichneten West— Ost-Gefälle,
so 1893, 1897, 1898, 1905, 1906.
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1892/1893 | 1894 1895| 1896 | 1897 | 1898] 1899/190011901'1902!11908/1904/1905|1906'1907
Mittlere Isobaren- ! |
Höhenwerte . ;| 15 [24121 | 17 [16 [2.7 |25 | 20| . | 24] 21] 17) 15/28] 20 25
Auf der amerikanischen Seite wurde die Höhendifferenz der Schnittpunkte
der auf der Isobarenkarte zu unterst eingezeichneten Isobare mit dem 45. und
dem 55. westlichen Meridian bestimmt. Falls der Schnittpunkt auf dem 45. Meridian
nördlicher lag als der auf dem 55. Breitengrad, wurde die Differenz mit dem
+-Zeichen versehen, im anderen Falle mit dem — -Zeichen, Auch dieser Vergleich
zeigt mit den Regen zu Cayenne eine Übereinstimmung, indem + -Isobarenhöhen
meist positiven Regenschwankungen entsprechen. Der diesem Gefälle entsprechende
Wind schwankt um NO, trifft also die Guayanaküste etwa senkrecht. Bei großer
positiver Neigung der Isobaren wird die nördliche Komponente in der Wind-
richtung stärker, während bei negativer Neigung die Südkomponente der Winde
größer wird. Im letzteren Falle kann der Wind für die Guayanaküste ablandig
werden (siehe Nr. 13 auf Tafel 18).
1894/1895 /1896/1897 11898! 1899 "1900 11901 11902/1903 1904'190511906!1907
Mittl. Isob.- Höhenwerte an
der Guineaküste Amerikas
| 05 | 0 | 18) 01 1.7 |-09'-0.1]-02- 02-0405] 0.1| 10| 0.7
Endlich sei für die Regen der Togoküste noch auf eine weitere Ursache hin-
gewiesen. An dieser Küste fallen ausgeprägte Trockenzeiten im Juli— Oktober mit
Auftrieberscheinungen von kaltem Wasser zusammen, wie folgende Temperatur-
messungen des Oberflächenwassers zu Lome zeigen :”)
1) Met, Office M. O. 203, 1910. Shaw schreibt über die Änderung der Windrichtung; „An exa-
mination of the Wind Charts of the South Atlantic shows that St. Helena is in what may be called an
anstable position with reference to the run of the isobars and, in consequence, with reference to the
winds related thereto. An oval shaped closed isobar is nearly to the South of its position and the dis-
placement of the oval to the Eastward may put a good deal of casting into the direction of the wind
at St. Helena, while a displacement to the Westward would exaggerate the southing“. .
2) Ergebnisse der Regenbeobacht. in Togo im ‚Jahre 1910... Mitteil.‘ aus den deutschen
Schutzgebieten 1911, 8. 51: