Hackenbroich, A.: Die unperiodischen Schwankungen des Luftdrucks und Regens usw. 515
Südhemisphäre ist der SO an der afrikanischen Seite an sich ein ablandiger Wind
und bringt der Küste, falls nicht das Land den Passat ablenkt, keine Regen. Auf
der amerikanischen Seite ist der SO für Recife der Regenwind, jedoch greift der
SO im Südfrühjahr weit nordwärts des Äquators und wird hier nach W- abgelenkt;
diese Zeit bedeutet für Recife eine Trockenzeit. Ob nun ein starkes Gefälle auch
starke Monsunwirkungen und Regen an der afrikanischen, Küste, und in wieweit
ein starkes Gefälle die Regen der amerikanischen Küste bedingt, mögen folgende
Untersuchungen ‚zeigen.
Beginnen wir den Vergleich der Schwankungen des Luftdruckgefälles und der
Regen der einzelnen Regionen mit der Kongoregion, so ist für diese Region nur ein
summarisches Bild möglich. Insbesondere ist es auffallend, daß 1898, 1901 bis
1902 die hohen Windstärken zu St. Helena mit intensiven Trockenheiten zusammen-
fallen. Die nördlich gelegenen Stationen verzeichnen nach den Perioden größerer
Windstärken stärkere Regen. .
Für Debundscha in der Kamerun-Region ergibt ein Vergleich der Regen und der
Windstärken zu St. Helena in der Zeit Juni— Oktober (siehe Nr. 2 auf Tafel 18):
1895 | 1896 | 1897 | 1898 | 1899 | 1901 | 1902
Regen... 04004. | 6119 | 6872 | 6316 | 7281 | 5450 | 8932 | 9799
Mittlere Windstärke . . 15.1 16.4 180} 173 ‘1 187 20.5 21.9
Im einzelnen beobachtete man 1895 im September übernormalen Regenfall
und Windstärke; 1896 im August große Windstärke, im September zu Debundscha
extrem hohe Regen; 1897 August— September große Windstärke auf St. Helena,
Oktober heftige Regen; 1898 März — Juni hohe Anemometerangaben, Juni — September
große Regen, 1899 März— Juni geringe Windstärken, nur im September höher, die
Regen sind nur im August etwas übernormal; 1901 April—Oktober sehr hohe Wind-
stärken, Juli—Dezember starke Regen; 1902 Juni-November hohe Windstärken,
Juni— November große Niederschläge. 1902 war vielleicht gerade nach dem Äquator
zu ein stärkeres Gefälle, als die Windstärken zu St. Helena. vermuten lassen, da
Loanda hohe Luftdruckwerte in diesem Jahre verzeichnet. 1906 ist ein starkes
Gefälle Juli— September, starke Regen Juni— September. Die Kamerunregion und
der Norden.der Kongoregion erhalten also meist bei starker südatlantischer Zir-
kulation mehr Regen als bei abgeschwächter Luftbewegung.
_ Für die Regen.der Guinea-Küste dürfte vornehmlich das Gefälle vom nörd-
lichen Luftdruck-Maximum zur äquatorialen Depression wichtig sein, wie die Zeich-
nungen veranschaulichen (Nr. 3 und Nr. 4 auf Tafel 18).
Für die zweite Jahreshälfte kommt auch das südhemisphärische Gefälle
in Betracht. Die Regen dieser Region hängen demnach vornehmlich in der ersten
Jahreshälfte vom nordatlantischen Gefälle ab, während in der zweiten Jahres-
hälfte der SW-Monsun, der in dieser Jahreszeit auftritt und dessen Ausbildung
mit durch das Verhalten der Passate bedingt wird, für die Regenverteilung und
Regenhöhe wichtig wird, ;
Mit Ausnahme des Jahres 1902 stimmen die Windstärkeangaben des SO
für die Zeit Juli— Dezember mit den Regenhöhen von Porto Novo und Lome nicht
schlecht überein, dagegen ist mit Ausnahme des Jahres 1898, wo die nord-
hemisphärische Gefällskurve mit den Regen keine Übereinstimmung zeigt, für die
Zeit Januar— Juli zwischen Regen und südhemisphärischem Gefälle kein Zusammen-
hang zu erkennen.
Luftdruckgefälle und Windverhältnisse.
1897| 1898 [1809 [1900 [1901/1902 | 1903 | 1904 | 1905] 1906 | 1907
Luftdruck-Differenz: ;
30° N 40° W — 10° 30° W. Jan.—Juli 5.7| 4.6) 5.1, 5.8, 4.7.
20° N 40°W — 10° 50° W' Jan.—Jüli 5 48| 49| 62) 47,
P. Delgada — 10° 30° W ‘Juli—Dez.} 6.1' 5.5| 58° 79 88
Windst. zu. St. Helena Jan.— Juli —. ‚13.9 17.2 15.8 15.4 165
.« © 7 Juli—Dez,. . |19.5'18,2 | 19.2 | 18,5 121.6
52
5.9
5.7
16.4
2923
4.9 | 5.5 | 5.7| 55| 5.7
5,5 | 5.1 | 611 57) 63
681471! 58! 791 59
‚- 44.1 17.9
178 185 179