514 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1916.
Luftbewegung. P. Delgada und Mogador erhalten Regen zur Zeit der größten
Luftdruckschwankung. Pernambuco hat zu der Zeit der maximalen Luftdruck-
schwankung nur geringe Regen, die größten Niederschläge fallen in den atmosphärisch
ruhigen Herbstmonaten der Südhemisphäre. Para hat zwei Maxima der Luftdruck-
schwankung fast zur selben Zeit wieLoanda. Die Regen fallen nach dem Maximum
desiOktober— November. Die geringsten Regen fallen während des Minimums der
Barometeroszillationen. Paramaribo und Cayenne sowie die Antillenstationen zeigen
alle bei niedrigen Luftdruckschwankungen große Regenhöhen. Die Beziehungen
sind also wechselnd.
Einen besseren Einblick in die Herkunft der Regen kann der Vergleich der
Regenhöhen und des Luftdruckgefälles ergeben. Für den Nordatlantischen
Ozean wurde zu diesem Zweck zwischen passend gewählten Punkten die Differenz
der Luftdruckwerte für jeden Monat bestimmt. Für den Südatlantischen Ozean
werden die Windstärkeangaben gemäß den Registrierungen des Anemographen
zu St. Helena verwandt. Die Mittelwerte der monatlichen Windstärken zu
St. Helena sind unabhängig von der Windrichtung gegeben. Die mittlere Wind-
stärke zu St. Helena ergibt (in miles p. h.):
Januar [Februar | März | April | Mai | Juni | Juli | August | Sept. | Oktober! Nov. | Dez.
17.0 ! 158 ! 155 | 15.1 | 142* | 153 | 15.7 | 182 | 212 | 19.7 | 19.7 | 188
Die Windbeobachtungen geschahen durch ein Anemometer in 571 m Höhe.
Die mittlere monatliche Windrichtung liegt zwischen SO und SOzS. Die Stärke
des resultierenden Windes ist in den einzelnen Monaten
16 15 15 14 13* 14 14 18 20 18 19 17
Die Stärkeschwankungen des Hauptwindes sucht Shaw mit den mittleren
Gradienten des Luftdrucks in Einklang zu bringen. Die von ihm aus Luftdruck-
gradienten ermittelten Windstärken des SO-Passats in m. p. h. sind:
Januar | Februar | März | Apgril | Mai | Juni | Juli | August | Sept. | Oktober | Nor. | Dez.
5 la6 5 las u lu | | 5 | m | 6
Shaw hält die Übereinstimmung der Variationen „so gut, als sie schicklich
erhofft werden konnte‘. Er untersucht auch die Frage, ob die Windbeobachtungen
dieser Höhenstation mit den Windbeobachtungen am Erdboden übereinstimmen
oder nicht. Er kommt zu dem Schluß, daß ein wesentlicher Unterschied nicht vor-
handen ist, jedoch sind die Variationen der Höhenstation stärker als am Erdboden.
Man wird also im allgemeinen die Windstärkenangaben des Anemometers an der
Höhenstation als annähernd proportional dem Gefälle setzen können!).
Vergleicht man auf der Nordhemisphäre zunächst die Schwan-
kungen der nordatlantischen Zirkulation vom Roßbreitenmaximum
nach der isländischen Depression und vom Roßbreitenmaximum
nach der äquatorialen Depression, so erkennt man für die Jahre 1881
bis 1900 im Gang Übereinstimmung?). Das heißt also, die Luft-
zirkulation über dem Nordatlantischen Ozean ist sowohl nördlich
als südlich des Azormaximums im Jahresmittel gleichzeitig lebhaft
oder abgeschwächt (siehe Darstellung Nr. 1 auf Tafel 18).
Ein Vergleich der Mittelwerte von Passatstärke und Regenperiode ergibt,
daß die Zeit des strengen Passats auf der Nordhemisphäre für die westafrikanische
Seite eine Trockenzeit ist, für die amerikanische Seite eine Regenzeit. Für die
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1) Engeler verwendet (Anno. d. Hydr. usw. 1910) die Angaben des Anemographen als Wind-
stärke des SO. Vielleicht ist hierin manchmal der Grund für die leichte Divergenz zwischen beobachteten
Temperaturen des Meeres und der Windstärke in den Windbeobachtungen zu suchen.
1 ?) Die Kurve Azoren-Stykkisholm ist der Arbeit von W. Meinardus: Met. Zeitschr. 1905
entnommen. Das Jahresmittel ist stets aus den Monaten September—August gebildet, also 1882 bedeutet:
September 1881 bis August 1882. Die Kurve gibt die Schwankungen der Jahresmittel der Luftdruck-
differenzen zwischen den bezeichneten Stationspaaren wieder. Der Normalmittelwert ist 10,8 mm.
Die jährlichen Abweichungen von diesem Wert (Nullinie der Kurve) sind als positive oder negative
Werte in der Kurve eingetragen.