Hackenbroich, A.: Die unperiodischen Schwankungen des Luftdrucks und Regens usw. 511
Differenzen zwischen Stationen gemäß den Monatsisobarenkarten berechnet, Die
Mittelwerte seien nun noch mit Passatschätzungen wiedergegeben. .
; Die mittlere Stärke des NO-Passats beträgt in 10° bis 30° N-Br. und östlich
von 30° W-L.:-
31:
EIEIE1258 EIE112SZIA
Nach Schiffsbeobacht, (45 Jahre) 2 miles per hour
x « {6 «* )) « « «
Mittlere Luftdruckdiff. 20° N 30°W — 10°N 30°W
P. Delgada — 10° N 30°W
30° N — Sao Thiago?) .
30° N 40° W — 10° N 50°W
10.017 J
1,91 20
L112,011.010.0
13 RL.
2 ) 3.1| 3.
19) 5.3) 621 ©
A 29 40 A
X 45| 5.51 3.
9.0/7.0 |8.016.0*|8.1 10.0
2.2/8.2 9.7/7.4*/9.8111.7
2.9/2.4*12.5/2.5 |2.9| 3,0
R 8.017.5 |6.5/5.0*|6.2| 6.7
15501 6.05,8 14,813,3*|4.1| 4.7
„Jl 6.816.0 |5.314.8*/5.1| 6.1
3)
—
Die Schätzungen der Windstärke des Passats haben eine ähnliche jähr-
liche Periode wie die Differenz 20° N 30° W bis 10° N 30° W, man darf nach dem
vorigen diese Periode des Passats für das Gebiet 20° N bis 10° N gelten lassen. Da-
gegen zeigt die Werteanordnung der anderen Luftdruckdifferenzen, daß in dem
nördlicher gelegenen Gebiete der Passat eine ausgeprägte doppelte Periode hat.
Die Periode des SO-Passats wird durch folgende Zahlen wiedergegeben:
. #1 8151. .—- |. SE ll
; | 8]3) 8 52|2|22 | 2)
33. 8]5|3 [33 282 |23|8
Passatschätzungen miles per hour (45 Jahre)!)
« «7 <« 6 « ))
Nach Anemograph (St. Helena)
Mittlere Luftdruckdiff.: Walfischbai—Loanda
: Walfischbai—Duala
A
A.5/14.9115.0/13.7*/14.,2/14.4/14.7/14.5/14.7/15.0/14.9
5,5/14.9/15.0/13.7*/14.2/14.4114.7114.5/14.7/15.0/14,9
“7 8/15.5/15.1/14.2*115.3115.7|18.2/21.2/19.7/19.7/18.8
| 2,3| 1.3| 1.2| 1.1*) 1.2] 1.2] 1.5) 1.7} 1.5} 1.61 1.5
| 2,51 2.7] 3.1| 4.2 | 4.71 4.0] 4.51 3.6| 3.41 3.1| 2.7
©.
Für den SO konnte wegen des Fehlens von Stationsbeobachtungen und
Isobarenkarten für den südatlantischen Ozean die Luftdruckdifferenzenbildung
nicht angewandt werden. Über diesen Mangel helfen Aufzeichnungen eines Anemo-
meters auf St. Helena etwas hinweg. Versucht man eine Interpretation der Zahlen
zu geben, so dürfen die Beobachtungen zu St. Helena und die Passatschätzungen
für die Zone 15° bis 0° S gelten, in der der SO zu Ausgang des Südwinters seine
größte Stärke entwickelt, während in derselben Zeit in der südlicher gelegenen
Zone das Luftdruckgefälle schwächer. ist; hier wird das Gefälle mit der südlicheren
Lage des südatlantischen Roßbreitenmaximums am größten. Es dürften diese
Zahlen als Beleg für eine Verschiebung des südatlantischen Roßbreitengebietes
mit der Sonne wandernd dienen. Daraus erklärt sich, daß in dem Gebiet 25° N bis
20° S. der NO-Passat am strengsten weht, wenn der SO die geringste Stärke hat,
und umgekehrt, wenn der SO-Passat stark weht, der NO schwach entwickelt ist.
III. Luftdruck und Regen.
Besteht eine Beziehung zwischen den Luftdruckhöhen ‚und den Nieder-
schlägen einer Station? Diese Frage läßt theoretisch mehrere Beantwortungen zu.
Betrachten wir die äquatoriale Depression als das Gebiet eines aufsteigenden Luft-
stromes, die Roßbreiten als ein Gebiet absteigender Luftbewegung, so würde zu er-
warten sein, daß beide Gebiete bei niedrigem Barometerstand große Niederschläge
erhielten, umgekehrt hohem Luftdruck Trockenheit entspräche. Wir können auch
das Luftdruckgefälle in Rücksicht ziehen. An einer Stelle, wo der Passat aufsteigt,
würden positive Abweichungen des Luftdruckgefälles mehr Regen erwarten lassen.
Eine Stelle, wo der Passat ein Gebiet, ohne daß Hemmnisse seinen Lauf stören,
überweht, dürfte dann Regen erhalten, wenn die Luftzirkulation abgeschwächt wird.
*) W. N. Shaw und C. Hepworth, The Trade Winds of the Atlantic Ocean; Met. Office
M. O0. 203, London 1910. + .
2) H. Liepe, Temperaturschwankungen der Meeresoberfläche von Ouessant bis St. Pauls-
Felsen. Annal. d. Hydr. u. marit. Met. 1911, S. 485..