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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

510 - + Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1916. 
küste erreichen die SW- und W-Winde zur Zeit des Regenmaximums ihre größte 
Stärke. In der Trockenzeit sind östliche Winde die herrschenden. An der Nord- 
küste der Guineabucht herrschen SW—W-Winde das ganze Jahr. Das Maximum 
der Windstärke ist in der Zeit von Januar— August, in den Monaten Dezember — 
Februar tritt der Harmattan auf. An der Sierra-Leone-Küste weht von November— 
April der Wind aus NNW—NW, dagegen ist die Windrichtung der Regenzeit SW — 
WNW. Im November-— Januar ist auch hier der Harmattan zu beobachten. Die 
vorherrschende Windrichtung der Senegalregion ist von September—Mai NO, in 
der Regenzeit SW—W!). Auf den Kap Verden weht der NO-Passat das ganze Jahr 
mit großer Regelmäßigkeit, nur Ende Juni läßt er in seiner Stärke nach und SO— 
SW-Winde sind dann häufig. Auf den Kanaren kommt der Wind von NNO—-NNW 
besonders von April— Oktober, während der übrigen Monate treten stürmische 
Winde aus SO—SW auf. Eine ähnliche Windverteilung ist an der Marokkoküste 
beobachtet, in der trockenen Jahreszeit wehen NO-, N- und NW-Winde, im Winter 
SW-Winde. Letztere bringen dem Lande Regen. 
An der Ostküste Brasiliens bis zum Amazonenstrom weht der Wind im 
April — Oktober aus OSO, dagegen in den übrigen Monaten aus der Richtung O. 
Am Amazonastal sind Windstillen häufig. Weiter nördlich wird NO—O-Wind der 
häufigere, besonders zur Regenzeit Januar—J Juli; während im ‚zweiten Jahres- 
abschnitt 0—SO-Winde auftreten. In Guayana sind NO—O-Winde vorherrschend?). 
Die westindischen Inseln liegen in der Region des steifsten Passats, nur im Juni— 
Dezember ist er abgeschwächt, in dieser Zeit treten die Orkane auf. Das Maximum 
ihres Auftretens liegt im September®). Auf den Bermuden herrschen von Dezember— 
März nordwestliche, im Sommer westliche —südöstliche Winde. 
Eine Bestätigung des vorigen erhalten wir durch Bildung der Differenzen 
der Normal-Luftdruckwerte zweier Stationen. Aus den Zahlen geht die Verschiebung 
der Passatzone hervor, indem die einzelnen Zonen das Maximum und Minimum 
des Gefälles in verschiedenen Monaten verzeichnen. Ferner folgt, daß die Süd- 
hemisphäre und die Nordhemisphäre einen Gegensatz zeigen, es fallen Maxima 
mit Minima und Minima mit Maxima des Luftdruckgefälles der Regionen Kanaren -— 
Sierra Leone und Walfischbai — Loanda bzw. auf der Westseite P. Rico— 
Cayenne und Recife— Para zusammen. Zwischen die Regionen schiebt sich die 
Kalmenzone ein. 
Bildet man die Differenzen zwischen einer Station des Roßbreitengebietes 
und einer Station im Kalmengebiet, so erhält man für den Gang des Gefälles ein 
anderes Bild, als wenn man Zwischenstationen einschaltet. 
Luftdruckgefälle über dem tropischen Teil des Atlantischen Ozeans. 
P. Delgada— St. Croix . 
St. Croix—Sierra Leone . 
P, Delgada—Sierra Leone . 
Walfischbai—Loanda . 
Loanda—Kamerun . . 
Bermuda—P. Rico . . 
P. Rico—Cayenne. . . 
Recife—Para ®*. . 
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S0 67 | 55 58 
80 73170 %.1 
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13% 221 227 90 
27 29 | 1.5* 
4.0 2.4 | 25 | 12 0202. 12 | „3 
9113| 141 1:6 18| 24! 26 
3.3 
3,2% 
65 
2.0 
8.7 
23.7 
0.7 
29 
1.9 0,9 
43 | 45 ' 
63 | 
a7 8.1 
3.71 37| 42 
02* 0.6| 12 
| 26| 2.31 25 
01 
6.0 
6.1 
1.9 
31 
0.4 
73 
7.7 
| 15 
25 
33 
| 20 
4 X ' 1 ' 
Diese Differenzen können als ein Maß der mittleren Windstärke gelten. Für 
spätere Untersuchungen habe ich denn auch dieses Prinzip angewandt und die 
1) Met. Zeitschr. 1890, S. 391: Klima am oberen Senegal und im Niger-Bassin. Met. 
Zeitschr. 1886, Lit. Ber. S. 517: Climat de Kita (160 km v. St. Louis). 
?) Joh. Clasen gibt in seiner Diss: „Gang und Einfluß des Passats und Antipassats im atlan- 
tischen Gebiete Südamerikas“. Bonn 1910, eine Tabelle der Windhäufigkeit in °‘, nach Angaben der 
Met. Zeitschr. und Supan, auf die hingewiesen sei. 
Ferner sei verwiesen auf: a) Met. Zeitschr. 1902, S. 302: Weitere Beiträge zum Klima von Recife; 
b) Met. Zeitschr. 1885, S. 83; Das Küstenklima der Provinz Pernambuco. 
3) Met. Zeitschr. 1895, S. 230: Häufigkeit der Winde und Kalmen zu Guadeloupe.
	        
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