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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Hackenbroich, A.: Die unperiodischen Schwankungen des Luftdrucks und Regens usw. 509

der Stationen von 1880 bis 1910 (das zugrunde liegende Mittel bei P. Delgada ist von
den Werten 1865 bis 1911 gebildet), daß in 44°/, entgegengesetztes Vorzeichen
zu finden ist, wovon in 53° der Fälle P. Delgada das +--Zeichen hatte. Diese Abweichungen
 sind eine Folge der Verlagerung des Maximumkernes, der in der Mehrzahl
der Fälle auf dem östlichen Teil des Atlantischen Ozeans gelagert ist, immerhin
aber auch weit westlich oder nördlich der Azoren häufig zu finden ist, in einigen
Fällen bilden sich auch mehrere Antizyklonen aus; gemäß den Karten der mittleren
Luftdruckverteilung liegen Delgada und Bermuda, insbesondere im Nordwinter,
etwas nördlich der Zone des höchsten Luftdruckes. Die Lage des höchsten Luftdruckes
 steht in engem Zusammenhang mit der Lage der Islandzyklone. Über
diese und damit zusammenhängende Erscheinungen, ebenso über den Zusammenhang
des Azorenmaximums mit der nordpazifischen und der asiatischen Antizyklone
geben Aufschluß die unten aufgeführten Arbeiten, die weitere Literaturangaben
enthalten?). .
Vielfach macht sich eine in einer Station beobachtete Abweichung in einem
Nachbarmonat auf der Vergleichsstation bemerkbar. Es ist möglich, daß der Monat
eine schlecht gewählte Zeit zum Vergleich ist, eine Ansicht, der auch Hildebrandsson
Ausdruck gibt. . .
Zusammenfassen läßt sich die Untersuchung dahin, daß vielfach,
 vielleicht meist,’ der Luftdruck im Gebiet zwischen 30° N bis
30° S in gleicher Weise sich hebt und senkt, die Schwankungsausschläge
 sind‘ verschieden, am kleinsten in der äquatorialen Depressionsfurche,
 kleiner auf. Inseln als auf Landstationen gleicher
Breite, am größten in den Roßbreitengebieten, Auf der Ostseite des Atlantischen
 Ozeans herrscht eine fast ständige Übereinstimmung innerhalb der Gebiete
30° S bis 4° N, 4° N bis 15° N, 15° N bis 35° N. ‚Auf der Westseite zeigt sich, soweit
das Material sehen läßt, eine Zweitellung: Vom südhemisphärischen Maximum
bis etwa zur Breite von Paramaribo, von dort bis zum nordhemisphärischen Roßbreitengebiet,
 auf den Antillen sind Abweichungen erkennbar.
Die Untersuchungen der Schwankungen des Lüftdrucks haben neben der
Gleichförmigkeit, mit der sie über weiten Gebieten auftreten, eine große Mannigfaltigkeit
 in der Art.der Ausprägung der Schwankungsbeträge an jeder Station
dargetan, so daß man auf eine ebensolche Mannigfaltigkeit der Windstärken
schließen kann, denn diese sind in erster Linie durch das Gefälle bedingt. Auch
haben wir schon auf die verschiedene Lage des Hochdruckkernes hingewiesen,
wodurch Windstärke und vor allem Windrichtung weiter beeinflußt werden. Über
die Lage der nordatlantischen Antizyklone sind wir infolge der synoptischen Wetterkarten
 und der Monatsisobarenkarten genau unterrichtet. Ähnliche Angaben fehlen
für den südatlantischen Teil. Aus den Isobarenkarten ist die große Veränderlichkeit
in Höhe und Lage des nordatlantischen Maximums klar erkennbar. X
Die Luftdruckverhältnisse über dem Inneren der Kontinente Afrika und
Südamerika sind wenig bekannt. Sie sind wichtig, weil sie ablenkend auf die Winde
einwirken können. Windbeobachtungen an den Küsten liegen vor und lassen Schlüsse
über den Isobarenverlauf über den Kontinenten zu. .
Im folgenden sei nach unten aufgezählten Quellen eine Darstellung der
Windverhältnisse gegeben‘®). ;
An der Küste Angolas weht im ganzen Jahre ein SW-Wind, in der Trockenzeit
stärker als zur Regenzeit, in der auch Winde aus NO und O als Begleiter der heftigen
Tornados zu beobachten sind. An der Loangoküste herrschen in der Regenzeit
S- bis W-Winde, im Dezember— Januar wehen heftige Böen aus W, in den Monaten
April — August schwankt die Windrichtung zwischen SO, O0 und SW. An der Kamerun-')

 H. Hildebrandsson, Quelques recherches sur les centres d’action de ’atmosphere- Uppsala I.
J. Hann, Sitz, Ber. Wiener Akademie 1904. Bd. CXIIM. u. Met. Zeitschr. 1905, S. 64—77.
W. Meinardus, Met. Zeitschr. 1898, S. 90—97. Über Schwank. der nordatl. Zirkulation und
damit zusammenhängende Erscheinungen. Met. Zeitschr. 1905, S. 398. .
2?) a) Segelhandbuch für den Atlant. Ozean. Deutsche Seewarte Hamburg. b) Atlas zum Segelhandbuch
 für den Atlant. Ozean. Deutsche Seewarte Hamburg. c) Monthly, Wind Charts of the South
Atlantic. Met. Office Nr. 168, 1903. d) Berghaus, Physik. Atlas. e) Schott, Geographie des Atlant.
Ozeans, Hamburg 1912.
            
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