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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1916,
Für den Rückweg würde sich die Rechnung folgendermaßen gestalten:
Kurs und Distanz: 327°, 294 km. -
Zur Abtriftbestimmung dienen bei Backbordwind die Kurse 12° und 327°.
Auf ersterem sei x, = — 5° (also Abtrift nach Backbord), auf letzterem x, = 10°.
Aus Tabelle 1 ist zu entnehmen y = + 30°; w:v = 0,50.
Flugzeugrichtung = 327°
Y=-+ 309
Windrichtung = 357°,
also annähernd Süd. Winstärke w = 0,50 - 120 = 60 kml/st.
- Mit diesen Tabellenwerten als Eingang ergibt die Tabelle 2 für.die Abtrift
x = 10°, was mit der beobachteten Zahl x, = 10° übereinstimmt, den Vorhaltewinkel
8 = — 14°, v':v = 1.40. Die Rechnung gestaltet sich:
beabsichtigte Fahrtrichtung == 327°
Vorhaltewinkel 8 =— 14°
Flugzeugrichtung = 313°
vV’=V-1.40 = 120 - 1.40 — 168 km/st., das Ziel wird demnach erreicht in 294 : 168
= 1.8 Stunden.
Kontrolle: Windrichtung = 357°
. Flugrichtung == 313°
y= + 441°
In Tabelle 2 mit y= + 44° und w:v = 0,50 eingegangen, gibt jetzt Abtrift
+ 15, demnach:
Flugrichtung = 313°
Abtrift = --— 15°
Fahrtrichtung = 328°,
was erreicht werden sollte,
Bemerkt sei noch, daß bei der vorliegenden Methode der Wind durch den
Winkel y nach der Flugzeugrichtung, nicht nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet
ist, was für das Rechnen bequemer ist, ;
Diese Methode der Windrichtungs- und -stärkebestimmung dürfte auch insofern
von größerem Nutzen sein, als sie ein Mittel an die Hand gibt, die Lutitströmungen
in den oberen Schichten zu ergründen, was bisher nur durch
Pilotballons und Drachenaufstiege möglich war. Es wäre insofern ein großer
Vorteil, weil in dieser Weise das Flugzeug als bewegliches Instrument in den
Dienst der Wissenschaft treten könnte, und ein viel reichlicheres Material von
Beobachtungen ermöglicht würde, deren statistische Auswertung der Kenntnis
der Windgesetze in höheren Schichten von erheblichem Nutzen werden könnte.
Zusammenfassend sei noch einmal darauf hingewiesen, daß diese Methode
nur über Land, und soweit der Erdboden sichtbar ist, brauchbar ist, daß die
Methode jedoch versagt, wenn der Erdboden den Blicken des Beobachters entzogen
ist; in diesem Falle muß die Windbestimmung in gleicher Weise sich
astronomischer Mittel bedienen, wie auch die Stromberechnung auf See, wo keine
Landmarken zur Verfügung stehen, nur aus Vergleichen gegißter und astronomisch
bestimmter Schiffsorte, also aus Besteckversetzungen errechnet werden
können. Immerhin könnte durch Anwendung dieser »Methode des Aufluvens«
einigermaßen einwandfreies Erfahrungsmaterial gesammelt werden, das dann
Auch auf die Verhältnisse über See, in Wolken oder über Wolken verwertet
werden kann.