496 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1916.
südwestlich von Europa gelegenen und über der Pyrenäenhalbinsel ausgebreiteten
Hochdruckgebiet; von diesem drangen bis zum 10. nur vereinzelt flache Hochausläufer
über Frankreich. vor, die in ihrem ostwärts gerichteten Fortschreiten
teilweise vorübergehend trockenes Wetter brachten, während das Wetter meist
durch flache Tiefausläufer beherrscht wurde, die, von Frankreich kommend, auf
ihrem nordostwärts gerichteten Wege ausgebreitete Regenfälle herbeiführten.
Am 10. breitete sich das Hochdruckgebiet von der Biscayasee her in einem Ausläufer
über Deutschland aus, aber es schritten dann vom Kanal heranziehende
Tiefausläufer längs der Küste fort, so daß das regnerische Wetter fortdauerte.
Nachdem die Winde’ seit Anfang des Monats vielfach aus wechselnden Richtungen
geweht hatten, brachte das über Kontinentaleuropa ausgebreitete Hochdruckgebiet
Winde meist aus Südwest bis West und nur vereinzelt aus Nordwest,
letztere auf der Rückseite der Tiefausläufer, wie insbesondere auch die für den
6. und 7. angegebenen steifen und stürmischen Winde. Am 13. deutete sich das
Herannahen eines Hochdruckgebiets auf der Rückseite des ozeanischen Tie‘druckgebiets
an, und schon an diesem Tage verlagerte sich das Gebiet niedrigsten
Luftdrucks nach Skandinavien, wo es sich bis zum 19. erhielt, während: das
Hochdruckgebiet vom Ozean heranzog und das zunächst ganz Nord- und Mitteleuropa
bedeckende Tiefdruckgebiet langsam an Ausdehnung abnahm, Mit dem
Vordringen eines Hochdruckausläufers über Skandinavien setzte dann bei zunächst
vielfach frischen, nordwestlichen Winden das trockene Wetter an der
Küste, zunächst im Westen und sich nach Osten ausbreitend, ein. Im Bereiche
von flachen, in südlicher Richtung über Skandinavien vordringenden Ausläufern
des über Rußland lagernden Tiefdruckgebiets wurden am 24. und 25, wieder
vielfach Regenfälle beobachtet; dann breitete sich das Hochdruckgebiet in einem
Ausläufer über Dänemark und Südschweden, weiterhin über den Süden der Ostsee
und Ostdeutschland aus, so daß vom 26. ab an der Küste meist trockenes
Wetter herrschte. Nachdem dieser Hochausläufer zunächst leichte über Nord
nach Nordost umgehende Winde gebracht hatte, drehten die Winde in der Nacht
zum 29. wieder nach Nordwest und West und hielten aus in dieser Richtung bis
Monatsende; in den letzten Tagen erfolgte teilweise starkes Auffrischen unter
der Wechselwirkung zwischen dem Hochdruckgebiet über Kontinentaleuropa und
dem Tiefdruckgebiet über Rußland. In diesen trockenen und vielfach sonnigen
letzten Tagen stellten sich meist die höchsten Temperaturen des Monats ein,
während die niedrigsten Monatstemperaturen überwiegend in den ersten Tagen
beobachtet worden waren.
Berichtigung.
Berichtigung zu dem Aufsatz: »Bericht über die 39. Wettbewerb-Prüfung«,
Heft VII (Juli), Seite 353.
Die Namen der Chronometermacher und die Anzahl der Instrumente, die
am Wettbewerb teilgenommen haben, waren folgende:
»Chronometer-Werke«, Hamburg .
Th. Knoblich, Hamburg . ©. .
L. Kurtz, Münster 1. W. .. ..
A. Lanye & Söhne, Glashütte i. Sa,
F, Lidecke, Geestemünde .
»Union«, Glashütte i. Sa.
C. Wiegand, Peine .
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Druck und Verlag 'von E, S. Mittler & Sohn, Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei.
Berlin SW. Kochstraße 68—71.