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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September‘ 1916. 
Kleinere Mitteilungen. 
Erwiderung auf Prof. Plassmanns Bedenken zur Kalenderreform.!) 
Der von Herrn Prof. Plassmann hervorgehobene Vorteil der jetzigen doppelten 
Zeitrechnung ist unzweifelhaft vorhanden und hat schon manchmal zur Be- 
richtigung älterer Daten gedient. Aber er ist, verglichen mit ihren Nachteilen, 
verschwindend gering. Nehmen wir an, daß von 1000000 Briefen 10000 einen 
Fehler im Datum enthalten, von diesen 10 später als Dokument dienen sollen 
und von ihnen in einem durch doppelte Zeitangabe sich mit mehr oder weniger 
Wahrscheinlichkeit der Fehler berichtigen läßt — das Verhältnis dürfte noch 
viel ungünstiger sein.—, sollen wir darum wirklich auf die großen praktischen 
Vorteile einer einheitlichen Zeiteinteilung verzichten? Wäre diese Kontrolle durch 
zweierlei Maß so wichtig, so müßten wir sie auch bei anderen Teilungen an- 
wenden, z. B. Längen in Millimetern und pariser Linien, oder von beiden Enden 
des Maßstabs gemessen ‘angeben. Wir verzichten darauf als nicht lohnend, 
suchen durch die Schule zur Sorgfalt zu erziehen und lesen, was wir geschrieben 
haben, ehe wir es absenden. Für besondere Fälle stehen uns bei alledem Maß- 
nahmen für größere Sicherung zur Verfügung, . 
Die Aufgabe, die Länge des Sonnenjahres zu bestimmen, ist von der 
Astronomie mit großer Genauigkeit gelöst, das Ergebnis durch die Schaltrechnung 
ganz genügend berücksichtigt. Die vernünftige Einteilung dieses Jahres ist jetzt 
keine wissenschaitliche, sondern eine praktische Aufgabe, wobei natürlich immer- 
hin Methoden, die in der Wissenschaft erprobt sind, vorteilhafte Verwendung 
finden können. ” 
Auf die Frage von Prof, Plassmann, warum wir so »neue, ungewisse 
Gestade aufsuchen« sollen, antworte ich daher am besten mit einem Zeugnis aus 
der Praxis. Die Handelskammer Arnsberg i. W. schreibt an Herrn Rese, daß 
sie »der Reform grundsätzlich beistimmt, da sie in derselben ganz außerordent- 
liche Vorteile für die Geschäftswelt erblickt«, Die vielen Unterschriften aus den 
leitenden Kreisen des Handels und der Industrie unter dem neuesten Flugblatt 
von Rese bestätigen diese Auffassung. 
Auf die politischen und religiösen Bedenken einzugehen, scheint mir hier 
nicht der Ort. Erwähnen möchte ich nur, daß die Türkei noch keineswegs den 
gregorianischen Kalender angenommen hat, sondern dessen beabsichtigte An- 
nahme, immer wegen seines christlich-päpstlichen Charakters, wieder auf un- 
bestimmte Zeit verschoben hat. W. Köppen. 
Anmerkung. Eine Fortsetzung der Diskussion über Kalenderreform an 
dieser Stelle ist nicht beabsichtigt. Die Einführung einer Kalenderreform bedarf 
wohl sicher einer internationalen Vereinbarung; von einer Einführung der 
Reform nur durch Deutschland und seine Verbündeten nimmt neuerdings auch 
Herr Rese Abstand. Die Redaktion. 
Neuere Veröffentlichungen. 
Neueste Erscheinungen im Bereich der Seefahrt und der Meeres- 
kunde sowie auf verwandten Gebieten. 
‚a. Werke, 
Küsten- und Hafenbeschreibungen. 
UV. S, Hydrographic Office, Washington: Central America and Mexico Pilot. (East Coast) 
1916. From Gallinas Point, Colombia to the Rio Grande, &°. 382 p. Washington 1916. 
Government Printing Office, * 
— —: Nova Scotia Pilot. Bay of Fundy, Coasts of Nova Scotia and Cape Breton Island. 
4% edit. 1916. 8°. 526 p. KEbenda. ; 
- —: British Calumbia Pilot. Volume IT 1916. The Coast of British Columbia from 
Cape Caution to Portland Inlet, ineluding the Queen Charlotte Islands and Dizon 
Entrance. 8%. 294 p. Ebenda. 
- —: Pacihe Islands Pilot. Vol. I. (Western Groups.) 1916. 8%. 6341 p. KEbenda. 
N Vol. S. 448 dieses Jahrranes
	        
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