Budde, A.: Weitere Beiträge-zur Geschichte der Meridionalteile. 491
Rotterdam 1659*,. hingewiesen. Auf S. 78 ‚seines Werkes’ zeigt de Decker den
Weg, wie er seine Tafel gemacht hat. Er hat die Entfernung zwischen jedem
Breitenparallel in 100 gleiche Teile geteilt, dann für jeden hundertsten Teil aus
der Tafel »Henrici Briggy« die zugehörigen Sekanten aufgeschlagen und dann,
von 0° (dem ersten Parallel) beginnend, die einzelnen Sekanten addiert. . In
bezug auf die Richtigkeit seines Verfahrens und der darauf beruhenden ‚Tafel
verweist er auf den Beweis, den Willebrordus Snellius in seinem »Tiphys Batavus;
Lugd. Bat, 1624+« auf S. 30 bereits erbracht ‘hat.
In seiner »Tafel der Parallelen« gibt de Decker für jede Minute den dazu
gehörenden Wert, und zwar bis zu-70° Breite in tausendstel und von 70° 1’ bis
89° 59’ in hundertstel Graden, Auf S. 82 sagt er dann noch, daß die Tafeln nicht
nur zum Anfertigen von »Pas-kaerten«,. sondern auch zum Segeln nach ver-
größerter Breite benutzt werden können, ;
Soweit die niederländischen nautischen Schriftsteller ‚hauptsächlich aus
der Zeit von 1620 bis. 1700, welche für die damalige Zeit wohl‘ am weitesten
fortgeschritten. waren: Von den fransösischen nautischen Schriftstellern. kommen
nur Fournier und Dechales in Betracht, von den englischen Sturmy. .
(7. Fournier erwähnt in seiner »Hydrographie contenant la Theorie et la
Pratique de toutes les parties de Ina Navigation, Paris 16437«' nur, daß der Portu-
giese Pierre Noniüs, die Engländer Edouart Wright und Robert Hues-und die
Holländer Stevin, Snellius und Metius über die vergrößerte Breite geschrieben
und Tafeln berechnet haben; Die Arbeit von Lastman scheint ihm ‘nicht bekannt
gewesen zu: sein. + -
Claude, Frangois, Millet Dechales gibt in dem Vorwort zu seinem »L’art
de Naviger, ‚Paris 1677f« eine Zusammenstellung ihm bekannter nautischer
Schriftsteller. In. dieser. Zusammenstellung, die den Zeitraum von 1530 bis 1673
umfaßt, werden für das Gebiet. der vergrößerten Breiten nur die Arbeiten. von
Nonius, Stevin, Snellius und Metius, nicht aber die von: Wright und Lastman
erwähnt. In. dem Werke selbst befinden sich nach kurzen Andeutungen über
die\nicht sehr klare Arbeit von Snellius weitere Ausführungen über die »Latitudes
eroissantes«, die in einem späteren Abschnitte, der über Karten handelt, wieder-
holt und ergänzt werden, Am Ende des Werkes befindet sich versteckt zwischen
anderen Tafeln die von Grad zu Grad von 1 bis 70 gehende »Table des Latitudes
eroissantes«, Die Tafel ist wie folgt eingerichtet:
„1412| Grandeur de
Paraldle | chaque degr6
Paralale
Grandeur de
chaque degr6
Paralöle
Grandeur de
chaque degre& | Paraldle
10.000 10 100 436 45 502 947
20001 20 °- 203873 50 576 336
30 007 30 313 964 55 647 655
50021 ] 35 372 955 60 739 619
802138 40 435 621 65 846 386 |
66
67
68 |.
69
„()
D
R
Grandeur de
chaque degre
870 048
894 634
920 227
946 922
974 826
Von den englischen. nautischen Werken ist.wohl »7he Mariners Magazine
by Capt. Samuel Sturmy, London 16697« als das’am weitesten verbreitete anzu-
sprechen. Es hat in der kurzen Zeit von 1669 bis 1700 vier Auflagen gehabt.
Die vierte Auflage, London 1700+, ist nicht mehr durch Sturmy, sondern durch
J. Colson herausgegeben. Sie weicht nicht wesentlich von. der ersten ab und
bringt die Tafel der‘ Meridionalparts noch in Leagues. Hinsichtlich‘ der Tafel
und ihrer Werte verweise ich auf die ausführlichen Angaben von Wedemeyer.
Ein anderes englisches Werk: »An Epitome of Navigation by Henry Gelli-
brand, London 1689*« ist nur unbedeutend, Es bringt eine Tafel der Meridional-
parts ‚von 10 zu 10 Minuten. Die in der Tafel gegebenen Werte stammen aus
der Tafel von Wright, obgleich in der Beschreibung neben der Tafel von Wright
auch die von Norwood erwähnt wird. ;
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