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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1916.
Weitere Beiträge zur Geschichte der Meridionalteile.
Von Kapitän August Budde, Hamburg.
Mit außerordentlichem Interesse habe ich die bis jetzt erschienenen Ab-
handlungen der Herren Dr. Bathe und A, Wedemeyer: »Zur Geschichte der Tafeln
der Meridionalteile«, in den Annalen der Hydrographie 1915/16, verfolgt. Auf
Grund der Nachforschungen des Herrn Dr. Bathe wird die erste Veröffentlichung
der Tafel von Cornelis Janß Lastman in das Jahr 1642 gelegt. Dies ist nicht
der Fall, da bereits in einer im Jahre 1632 gedruckten Ausgabe des Lastmanschen
Hauptwerks »de Schatkamer des groten See-vaerts-kunst« seine Tafel der »ver-
grootende Breede« und auch eine genaue Angabe ihrer Entstehung enthalten ist,
Sowohl die benannte Tafel wie auch die Regel und die gesamte weitere
Aufstellung der Berechnung stimmen in den Auflagen!) 1632*, 1652+ und 1672*
genau überein. Die Werke unterscheiden sich, abgesehen von dem Titelblatt und
späteren Anhängen, in ihrem gesamten Aufbau überhaupt nicht, und, wenn nicht
hier und da Verschiedenheiten im Druck und Abweichungen in den Zeilenlängen
vorhanden wären, könnte man versucht sein, sie als gleichaltrig anzusehen. In
jeder der drei Auflagen befindet sich der von Wedemeyer hervorgehobene Druck-
fehler 20075.2 statt 20076.2 bei 89° 40’; dagegen findet sich bei 89° 59’ der Wert
30264,3.
In einigen anderen mit Lastman mittelbar oder gar unmittelbar in Ver-
bindung stehenden Werken jener Zeit:
1. In Lastmans Beschrüjvinghe van de Kunst der Stuer-Luyden, ghedruckt
voor Cornelis Janszg Lastman, Amsterdam 1642$;
2. in Lastmans Beschrijvinghe van de Kunst der Stuerluyden, ghedruckt
voor Symon Cornelisz Lastman, Amsterdam 1657“ ;
3, in Cornelis Jansz Lastmans Kunst der Stuerluyden door Pieter Karsse-
boom, Amsterdam 1661* ;
zZ. in Verbeterde en vermerderte Nieroper Schatkamer waer mee dat de Kunst
der Stuerluyden door Pieter Rembrantz, Amsterdam 1696*
befinden sich für 89° 40’ die Werte 20075.2, dagegen für 89° 59’ die Werte
30364.,3,
In diesen eben genannten vier Werken stimmen die Tafeln der »ver-
grootende Breede« — abgesehen von der äußeren Einrichtung und dem Wert für
89° 59’ — mit der Lastmanschen Tafel aus den Hauptwerken 1632, 1652 und 1672
vollkommen überein, Die Regel für ihre Berechnung ist aber nicht wie in den
Lastmanschen Hauptwerken für jede Minute aufgestellt, sondern nur für jeden
Grad. Sie heißt in den vier Werken übereinstimmend: »Gelijek middel hoeckmaet
des schelbooghs van een iegelijck graed der breede / tot hoeckmaet van 90 graden:
Alsoo de grootheyt van een iegelijek graed der breede / tot de grootheyt van
het selfde wassende graet,« In den dieser Regel folgenden Abhandlungen wird
dann gezeigt, wie die vergrößerte Breite für jeden einzelnen Grad berechnet
werden kann, während in den Lastmanschen Hauptwerken sowohl die Regel
(vgl. S. 439 der Annalen 1915) wie auch das Beispiel für die Ausrechnung von
Breitenminute zu Breitenminute durchgeführt ist.
Wenngleich es mir nicht gelungen ist, ein noch älteres Werk von Lastman
als wie das oben bezeichnete aus dem Jahre 1632 aufzufinden, so scheint mir
die erste Veröffentlichung der Tafel der vergrootende breede zuerst im Jahre 1621
vorgenommen zu sein, Ich schließe dieses aus einer Widmung, die Pieter Karsse-
boom seinem bereits genannten Werke vorausschickt.
So heißt es dort: » .... dat mijn behouvt-vaeder saliger Cornelis Jansz
Lastman het principaelste van dit Werck in’t jaer 1621 al heeft in’t licht ge-
bracht en daer toe verscheyden vaste taefelen, als die van de vergrootende
breede, en der seven kroomstreeken bereeckent (soo dat ick noch niemant, sich
1) Die in dieser Abhandlung mit einem * bezeichneten Bücher sind in der Bibliothek der
Seefahrtschule, die mit einem ++ bezeichneten in der Kommerzbibliothek und die mit einem $ bezeichneten
in der Bibliothek der Deutschen Seewarte — alle in Hamburz — vorhanden.