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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

470 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1916. 
ist in Fig. 1 wiedergegeben. Die Entfernung zweier Querschnitte beträgt bloß 
1.85 km. Am nördlichen Ende der Straße (Querschnitt 0) hatten wir im west- 
lichen Becken eine theoretische Hubhöhe von 36.0 cm; am südlichen Ende beträgt 
dagegen im östlichen Becken die Hub- 
höhe + 28.5 cm. Die Gleichungen 4 
ergeben, daß innerhalb der Straße 
die Änderungen von 2 4 n von Quer- 
schnitt zu Querschnitt proportional 
den horizontalen Verschiebungen, 
also auch den reziproken Quer- 
schnittsflächen proportional sind. 
Daraus kann man die den einzelnen 
Querschnitten zukommenden Hub- 
höhen 2” berechnen. Die theore- 
tische Knotenlinie der Schwingung 
in der Straße von Messina liegt sehr 
nahe an dem nördlichen Ende, näm- 
lich zwischen dem 3. und 4. Quer- 
schnitt. 
Zur Ermittlung der in der 
halben Gezeitenperiode hindurch- 
strömenden Wassermenge ist noch 
die Kenntnis der horizontalen Ver- 
schiebungen 25 notwendig. Die 
Rechnung wird zunächst unter der 
provisorischen Annahme, daß die 
hindurchgeschobene Quantität ge- 
rade 1 km*® beträgt, durchgeführt; 
sie ergibt bestimmte horizontale Ver- 
schiebungen 2&. Diesen folgen aber 
nach der ersten der Gleichung 14 
andere 2 als jene, die wir aus der früheren Annahme erhalten haben. Um 
eine Übereinstimmung zu erzielen, ist eine Vergrößerung der Werte 2&E not- 
wendig, die durch den Faktor 11.04 bewerkstelligt wird. Die in der halben 
Gezeitenperiode hindurchgeschobene Wassermenge muß demnach 11.0mal größer 
sein, also 11.0 km* betragen, um Verhältnisse zu ergeben, die den . zugrunde 
gelegten Annahmen entsprechen. Die Theorie verlangt, daß die Strömung von 
93h bis 3b in jener Richtung erfolgt, in welcher die um 3% erreichten Wasserhöhen 
in Zunahme begriffen sind, in unserem Falle gegen Süden, von 3% bis 9% in um- 
gekehrter Richtung, also gegen Norden. Da die Strömung nach Norden vom 
östlichen ins westliche Becken erfolgt, also gewissermaßen gegen Westen gerichtet 
ist, wurde ihr ein negatives Vorzeichen gegeben. Folgende Tabelle 7 gibt im 
Auszuge Hubhöhen und horizontale Verschiebungen für einzelne Querschnitte in 
der Straße von Messina. Die Strömungsbeobachtungen ergeben zur Zeit der 
Syzygien eine Maximalgeschwindigkeit von etwa 2,6 m/sec; die durch den kleinsten 
Querschnitt in der halben Gezeitenperiode hindurchgeschobene Wassermenge ergibt 
sich daraus zu 10.99 km3, was zufällig mit dem früher theoretisch ermittelten 
Werte völlig übereinstimmt; jedenfalls zeigt die Rechnung, daß eine befriedigende 
Übereinstimmung mit den Beobachtungen auch betreffs der Strömungsbeobach- 
tungen vorhanden ist, 
Tabelle 7. Schwingung in der Straße von Messina. 
Querschnitt 
o | 2 
Ad 
‘6 | 8 | 101 12 | 14 116 1 18 1 20 
ı ! ; ; ! ! ! | ! 
25 m — 26277: — 36 786 — 13 1881— 7827, — 3482 —2363—1733'—1125 — 864— 628 — 423 
2n cm — 860— 15.3+ 6.6+ 18.0.4 17.0 4 19.2 + 20.7: 4- 21.5 22.6 + 23.1 + 28.5 
Die Verhältnisse in der Straße von Tunis sind verwickelter, um so mehr 
als die kleine Syrte besondere Schwingungsverhältnisse aufweist. In der Ab-
	        
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