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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Defant, A.: R. v. Sterneck, Hydrodynamische Theorie der halbtägigen Gezeiten des Mittelmeeres, 469 
Tabelle 6. Theoretische Hubhöhen im westlichen Mittelmeerbecken. 
Quer- | 2n 
schnitt cm 
Quer- | 2n 
schnitt em 
6° 
59 50 
0 
50 
0 
Y 
A 
+ 248.4 
919,3 
179.7 
- 1 144.1 
- 11551 © 
.. 97.2 6 # 
89.8 7 1 812 
+ 80.0 
168.7 
- 59.6 
46.2 
24 a 
x 
Quer- | 2% 
schnitt em 
15.9 
10.0 
4.5 
“3 
Quer- | 2 
schnitt em 
d 18.0 
‘6 — 920.4 
7 — 22.7 
R —95.1 0 
3 | —29.7 
20 | —381.1 
21 — 383.0 | 
Quer- ] 2n 
schnitt em 
22 
23 
24. 
D5 
— 84.7 
— 35.8 
— 35.5 
— 836.0 
5. Theoretische Gezeiten des westlichen Mittelmeerbeckens. Die 
theoretischen Hubhöhen im westlichen Mittelmeerbecken findet man nun, wenn 
man alle einzelnen Gezeitenkomponenten additiv zusammenfaßt; das ist in vor- 
stehender Tabelle 6 geschehen; ein negativer Wert der Hubhöhe gibt an, daß 
die Hafenzeit 9%, ein positiver, daß sie 3b ist. Die Zusammensetzung ist nur des- 
halb rein additiv, weil das Mitschwingen mit dem Atlantischen Ozean, die selb- 
ständige Gezeitenkomponente und das Mitschwingen mit dem östlichen Becken 
nahezu synchron sind. Bei der Komponente, die von. der Straße von Tunis her- 
rührt, wurden die den einzelnen Querschnitten an ihren Enden entsprechenden 
Werte gesondert eingesetzt und schließlich, da die Unterschiede nur gering aus- 
fielen, doch wieder nur die Mittel für beide Enden berücksichtigt. 
In dieser theoretischen Ableitung der Gezeitenbewegung im westlichen 
Mittelmeerbecken finden sich als einzige Beobachtungsgrundlagen: 1. die Wasser- 
menge, die durch das westliche Ende der Gibraltarstraße zur Zeit der Syzygien 
von 3% bis 9l einströmt, oder mit anderen Worten die Tatsache, daß an erwähnter 
Stelle die Hafenzeit. 3h und eine Hubhöhe von etwa 220 cm vorhanden: ist; 
2, die bei Messina und Tunis ins Westbecken einströmende Wassermenge. Würde 
es gelingen, für letztere Größen einen theoretischen Nachweis zu erbringen, so 
wäre in vorstehender Theorie als einzige Beobachtungstatsache nur die Beobach- 
tung aufgenommen, daß am westlichen Ende der Gibraltarstraße Hafenzeit 3% und 
eine Hubhöhe von etwa 220 cm. herrscht. 
Der Vergleich mit den Hubhöhen der einzelnen Stationen folgt später; 
nur darauf soll hier kurz hingewiesen werden, daß die Theorie für die Lage der 
Knotenlinie der Schwingung des Westbeckens eine Gerade zwischen dem 10, und 
11. Querschnitt ergibt, während nach den Beobachtungen die spanisch-algerische 
Knotenlinie ungefähr mit dem Querschnitt 10 zusammenfällt. Damit wäre die so 
sehr exzentrische Lage der Knotenlinie erklärt. 
, Die Straßen von Messina und Tunis. 
Diese beiden Straßen bilden Mittelglieder- zwischen den beiden großen 
Mittelmeerbecken. und müssen daher durch die in diesen vorhandenen Gezeiten- 
bewegungen in ganz. hestimmte Schwingungen geraten; hier werden zunächst nur 
die Längsschwingungen in Betracht gezogen; es treten infolge der Einwirkung 
der Erdrotation auf diese auch Querschwingungen auf, die später noch be- 
sprochen werden, « 
Die Straße von Messina bietet das einfachere Problem, da bei ihrer kleinen 
Oberfläche die während einer- halben Gezeitenperiode in ihr auftretende Ver- 
mehrung bzw. Verminderung der Wassermenge gegenüber der in derselben Zeit 
hindurchströmenden Wassermenge ganz zu vernachlässigen wäre. Die Gesamt- 
oberfläche des Kanals ist rund 426 km?; sogar bei einer gleichzeitigen Hebung 
oder Senkung von 30 cm würde sich innerhalb derselben die Wassermenge bloß 
um 0.13 km% vermehren oder vermindern, was ganz zu vernachlässigen ist. Die 
horizontalen. Verschiebungen können also stets den Querschnittsflächen propor- 
tional gesetzt werden. v. Sterneck. hat durch die ganze Straße senkrecht zur 
Mittellinie 21 Querschnitte gelegt und ihre Breiten und Flächen aus der italienischen 
Seekarte genau ermittelt; der nördlichere, besonders interessante Teil der Straße
	        
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