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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

450 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1916, 
Inseln nach: Coats-Land angesetzt (vgl. die Denkschrift über die Deutsche antark- 
tische Expedition, Berlin 1911, E. S. Mittler & Sohn). Aber die ungünstigen 
Erfolge der schottischen Expedition, welche zweimal im Osten der Weddell-See 
angesetzt worden war und das zweite Mal sich nur durch einen glücklichen 
Zufall bei Coats-Land aus dem Eis herausgearbeitet hatte, während Weddells 
südlicher Kurs, allerdings bei günstigen Eisverhältnissen, ohne weiteres Erfolg 
gehabt hatte, veranlaßten mich in einer Sitzung in Buenos Aires darzulegen, daß 
der zentrale Weg die beste Angriffslinie für die Erreichung hoher südlicher 
Breiten in der Weddell-See sei (vgl. Annalen der Hydr., 19138, S. 134). Man wird 
nämlich bei einem Angriffspunkt im Osten immer auf Schwierigkeiten mit der 
großen Eistrift, die von Osten kommend in die Weddell-See hineinsetzt, rechnen 
müssen; im Westen wird die aus der Weddell-See heraussetzende Trift ein Vor- 
dringen meist verhindern, während in den zentralen Teilen am ehesten eine 
Verteilung der Eismassen zu erwarten ist, Wählt man also den rein südlichen 
Weg, so hat man, falls die Abtrift 'großer Eismassen den Weg nach Süden zu 
sehr erschwert, stets noch die Möglichkeit, weiter Östlich auf günstigere Eisver- 
hältnisse zu treffen. Die »Deutschland« hat denn auch mit der Wahl dieses 
Weges dank der geschickten Navigierung von Kapitän Vahsel Erfolg gehabt 
und die höchste südliche Breite in der Weddell-See erreicht. Allerdings waren 
die Eisverhältnisse im zentralen Teil zunächst recht schwierige. Am 10. Januar 
1915 stand die »Endurance« schon auf etwa 71° S-Br. bei Coats-Land, während 
die »Deutschland« sich zu dieser Zeit 1912 noch auf 64° S-Br. befand, und erst 
am 28. Januar wurde der letzte Eisgürtel in 74° S-Br. durchbrochen. Bei den 
Versuchen, vom südlichsten Punkt eine bessere Landungsstelle weiter im Westen 
zu finden, geriet auch die »Deutschland« in die großen, längs‘ der Barriere 
setzenden  Packeismassen, deren Gefahr für das Schiff der erfahrene Kapitän 
klar erkannte, so daß die Umkehr beschlossen wurde. Als die »Deutschland« 
Anfang März die Vahsel-Bucht verlassen mußte, war es das Bestreben des Kapitäns, 
das Schiff möglichst aus dem Bereich der Trift längs der Küste zu bekommen, 
damit, falls das Schiff festkommen würde, es nicht den schweren Pressungen in 
Landnähe ausgesetzt wäre. Dies. gelang auch, und da die Eisscholle, in der das 
Schiff lag, das Schiff vor direkten Pressungen meist schützte, so wurde es nicht 
beschädigt; hätte eine der schweren Pressungen, die sich oft in unmittelbarer 
Nähe des Schiffs abspielten,- das Schiff selbst erreicht, so wäre es wohl ver- 
nichtet worden. W. Brennecke. 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben. | 
C. Braak: Drachen-Freiballon- und Fesselballonbeobachtungen., Koninklijk 
Magnetisch en Meteorologisch Observatorium te Batavia. Verhandelingen 
Nr. 3. 8°. 58 5, 1 Tafel. Batavia 1915. 
Die Kenntnis der tropischen Aerologie erfährt mit dieser Arbeit des holländischen Observatoriums 
in Batavia eine weitere wertvolle Förderung. Es handelt sich um neun Drachenaufstiege im nord- 
westlichen Teil der Javasee im April 1912, neun Drachenaufstiege auf dem Meere zwischen Batavia 
und Ambon im September 1912, 27 Drachen- und Fesselballonaufstiege in Batavia selber in den Jahren 
1912, 1913 und 1914 und vier Freiballonfahrten im Jahre 1913, Wenn auch das Material noch etwas 
klein und ungleich, lieferte es doch für einige aerologische Fragen schr interessante Ergebnisse, Die 
aerologische Erforschung des Landwindes ergibt, daß seine vertikale Mächtigkeit höchstens 200 m be- 
trägt und daß er von einer Temperaturinversion von etwa 1° begleitet ist. Der obere rückkehrende Wind 
ist sehr schwach entwickelt und meist vom Monsun überdeckt, Der nächtliche Gang der meteorolo- 
gischen Elemente ist ähnlich dem in höheren Breiten im Sommer, wo die nächtliche Inversion, ver- 
bunden mit einer flachen Windschicht, ebenfalls an heiteren Tagen fast stets vorhanden ist. . 
Für die Aerologie der australischen Winterantizyklone liefert die Arbeit ebenfalls interessante 
Beiträge. Es zeigt sich, daß in der Trockenzeit, zur Zeit der Herrschaft der Antizyklone, eine "scharfe 
Schichtung in mittleren Höhen vorhanden ist, gekennzeichnet durch eine mit Trockenheit verbundene 
Temperaturinversion, Die Höhe, der Störungsschicht wächst mit Annäherung an das australische 
Hochdruckgebiet. Die Struktur dieser Antizrklione gleicht demnach sehr der unserer flachen Sommer:
	        
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