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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Kleinere Mitteilungen.

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bemerken das, weil der Antragsteller ausdrücklich hervorhebt, daß er das lituryische
 Leben der einzelnen Bekenntnisse nicht stören: will. Jedenfalls stellt die
Woche den einzigen Zyklus dar,:der seit Jahrtausenden in ‚einfachster, unabänderlicher
 Weise fortgeschritten ist, darum .aber bei‘ allen chronologischen
Arbeiten einen sicheren Prüfstein abgibt. Warum sollen wir ‚uns dieses. wertvollen
 arithmetischen Ankers. begeben. und ‚neue, ungewisse Gestade aufsuchen?
— J. Plassmann.
2. Weitere Nachrichten von Shackletons Südpolar-Expedition. In Ergänzung
 der Mitteilung im Juni-Heft dieser Zeitschrift (S. 346) sei kurz über
das Schicksal der Hauptexpeditiorn Shackletons berichtet auf Grund einer Darstellung
 von A. Merz in der Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin
(1916, Heft VI), die auf Mitteilungen Shackletons in der englischen Zeitschrift
»Nature« beruht. :.. ;
Die »Endurance« verließ Süd-Georgien am 6. Dezember 1914 und ging
zunächst mit östlichem Kurs bis zu.den Süd-Sandwichs-Inseln, sodann südostwärts‘
 vordringend, wo sie in 58° 40’ $S-Br., 18° W-Lg. schweres Packeis antraf.
Von hier aus wurde der Kurs südwärts gesetzt und am 10. Januar 1915 Coats-Land
 gesichtet und entlang der unbekannten Küste bis Prinzregent- Luitpold-Land
 vorgedrungen. Die Küste wurde aufgenommen; ein günstiger Landungsplatz
 konnte nicht entdeckt werden. Auf’ dieser Fahrt wurde. das Schiff vom
Eis besetzt, die Temperatur sank Mitte Februar auf — 18°, Ende Februar auf
— 45°, und es mußte, da Jungeis das alte. Packeis zusammenschloß, ‚die Hoffnung
auf eine Landung oder auf ein‘ Freiwerden des Schiffes aufgegeben werden.
Das Schiff ist nun mit dem Eis zunächst nach Südwesten bis 77° S-Br., 35° W-Lg.,
also nur 45 Sm entfernt von dem .Landungsplatz der deutschen Expedition in
der Vahsel-Bucht, und sodann von diesem Punkt aus nach Nordwesten getriftet.
Die Trift ging, da das Schiff in südlicherer Breite als die »Deutschland« von
Eis besetzt worden war, in größerer Nähe des Landes, zeigte aber im ganzen
denselben Verlauf wie die »Deutschland«-Trift;: Die Pressungen haben im: Verlauf
 der Trift das Schiff stark beschädigt, so daß es schließlich am 20. November
 1915 (etwa in 66° S-Br.) gesunken ist. Von diesem Zeitpunkt an bis
zum 8, April 1916 trieb die Expedition ‚auf einer Eisscholle bis in die Nähe der
Süd-Shetland-Inseln; am 17. April gelang eine Landung auf der Elefant-Insel.
Da Ausrüstung und Proviant unzureichend waren, fuhr Shackleton am
24. Apri}lı mit vier Leuten im Boot nach Süd-Georgien, um Hilfe herbeizuholen.
Wunderbarerweise gelingt diese lange Fahrt im kleinen Boot durch eines der
sturmreichsten Gebiete der Welt; am 15. Mai wird an der Südwestküste von Süd-Georgien:
 in, der König Haakon-Bucht: gelandet, : die: Insel wird durchquert zur
Possessionbucht und am ‚20. Mai die Walfängerstation in Stromness erreicht.
Fürwahr, eine glänzende Leistung! Schon am 23. Mai geht Shackleton mit
einem Walfänger zum Entsatz. seiner Gefährten nach der Elefant-Insel, aber
der Versuch mißlingt, ebenfalls ein zweiter Versuch, der von den Falklands-Inseln
 aus unternommen wurde, so daß die‘ Lage der auf der Ele’ant-Insel
Zurückgebliebenen sehr ernst ist. —
. Vergleicht man die Erfolge der englischen Expedition mit denen der
deutschen: Expedition im Weddell-Meer, so ergibt sich zweifellos, daß die englische
 Expedition, trotzdem .sie: auf den Erfahrungen der. deutschen Expedition
[ußen konnte, weniger Erfolg. gehabt hat, da keine Landung geglückt ist, das
Schiff verloren wurde und ein Teil der Besatzung in gefährdeter Lage zurückgelassen
 werden mußte. Welches sind die Gründe für diesen Mißerfolg der englischen
 Expedition? Die hiedrigen Temperaturen, die im Februar 1915 gemeldet
werden, lassen erkennen;-.daß der Sommer außergewöhnlich kalt gewesen ist,
denn eine Temperatur von — 45°, wie sie ‚auf der »Endurance« im Februar
beobachtet wurde,. ist von ‚uns selbst im Winter nicht gemessen worden, Dies
hat wahrscheinlich. einen frühzeitigen Schluß der Schiffahrt herbeigeführt, so
daß das einmal vom Eis besetzte Schiff nicht wieder freigekommen ist,
Aber neben diesen Umständen dürften auch andere noch mitsprechen.
Ursprünglich war auch die Fahrt der »Deutschland« über. die Süd-Sandwich-
            
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