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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

434 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1916, 
Grenze des, Regenjahres um ein oder zwei Monate ein verzerrtes Bild ergeben 
kann, besonders wenn die Jahresmenge beider Regenjahre nahe dem Mittelwerte 
liegen sollte. 
So wurde denn das Regenjahr der afrikanischen Stationen der Südhemisphäre 
einschließlich Dipikars in 2° N von Juli— Juni gerechnet, ebenso das der subtropischen 
Stationen Afrikas. Bei allen anderen afrikanischen Stationen war Dezember oder 
Januar der Monat des geringsten Niederschlags, infolgedessen das Kalenderjahr 
auch das Regenjahr. Die beiden Regenzeiten der Guinea-Küste, die innerhalb des 
Kalenderjahres liegen, wurden vorerst zusammen betrachtet. Bei den amerikanischen 
Stationen wurde das Regenjahr in verschiedener Weise festgelegt, für alle Stationen 
aber auch die Jahresmenge des Kalenderjahres berechnet, da bei einem Vergleich 
der Fehler nur ein kleiner sein kann. Denn die Hauptregen fallen beim süd- 
hemisphärischen Typus von Januar bis November mit geringen Niederschlägen 
im November und Dezember, bei dem auf der Nordhemisphäre vorherrschenden 
Typus von März bis Dezember mit minimalen Niederschlägen im Januar und 
Februar. 
Die Untersuchung selbst ist der erste Schritt zur Bestimmung von Regen- 
prognosen-Provinzen. Denn für gleichschwankende nahe zusammenliegende Stationen 
kann bei ähnlicher Lage die gleiche Ursache für die Schwankungen angenommen 
werden. Sollten entfernte Stationsdistrikte paralleles oder antiparalleles Verhalten 
zeigen, so kann die Frage nach dem Zusammenhang der beiden Ursachen unter- 
sucht werden. 
Den schon angedeuteten Untersuchungen auf Gleichsinnigkeit der Schwan- 
kungen schicke ich zuvor ein Kapitel voraus, das über den Betrag der Schwankung 
Auskunft gibt. Es fragt sich, welcher Ausdruck die Schwankungen am besten wider- 
spiegelt. Hellmann führte dafür den Schwankungskoeffizienten q, das Verhältnis 
des feuchtesten (R max) zum trockensten (R min) Regenjahr ein. Diese Zahl ist 
nicht sehr befriedigend, denn die Größenordnung des Regens, also die normale 
mittlere Regenmenge Rn fehlt gänzlich. Die Extreme lassen darüber im unklaren, 
besonders wenn der Wert q nicht als Bruch, sondern, wie es meist geschieht, als aus- 
gerechneter Wert angegeben wird. Auch können die Extreme Werte sein, die für 
das klimatische Element ungewöhnlich groß oder klein sind. Maurer schlägt als 
Ersatz eine „modifizierte Häufigkeitskurve‘‘ vor. Für den Wert q ist die Kurve 
kein Ersatz, letztere bietet mehr. Zudem sind hier Schwierigkeiten in der Wahl der 
Schwellenwerte, und wie bei allen diesen Vergleichen muß die Anzahl der Jahre 
bekannt sein, um einen Maßstab für die Sicherheit der Kurve zu erhalten. Als 
Ordinaten statt der absoluten Häufigkeitszahlen Prozente der Gesamtzahl der Be- 
obachtungen zu nehmen, gibt nichts mehr, ja kann, wenn mehrere Stationen mit 
verschieden langer Beobachtungsdauer verglichen werden, ein recht schiefes Bild 
ergeben. . 
Bei einem kurzen Überblick über den Betrag der Schwankungen interessieren 
drei Größen, das Normalmittel Rn, die maximale Regensumme R max, die minimale 
Regensumme R min. Diese drei Größen habe ich in der folgenden Tabelle in ver- 
schiedener Weise vereinigt. 
Westküste Afrikas. 
5 | Station 
&” 
x 
= 
= 
= 
ad 
Loanda . . 
St. Thome . 
: Libreville 4 
3 
5 
F 
Debundscha . 
1894 fehlt 
n.S v0 
1902 fehlt 
A 
A 
Beob, | | 
R . h 
Tühre max. Jahr 
c 633 
28 564 
14 | 1390 
19__12° 92775 
1897/98 
1898/99 
1878/79 
1898/99 
en 14133 
21 5005 
1902 
1:92 
iR min! Jahr 
Rmax | , Supans 
R max | _ R min/R max! Rn |(Schwank. 
— Rmin'* Rn |Rmin- | Zahlen 
07. 70 
36 
100 
782 
FQRA 
1890/91 
901/02 
1883/84 
1896/97 
597 190 
464 | 250 
‘ 608 | 67 
815 ° 282 
9 
A.6 
1.6 
15 
315 
915 
2165 
40 
15 
15 
1358 
‚916 
23000 
1609 m | x 
1907 6775 | 69 | 
1907 | 2000 50 | 
2.0 
1.7 
98577 
3974 
14 
19
	        
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