Hackenbroich, A.: Die unperiodischen Schwankungen des Luftdrucks und Regens usw. 433
regen (siehe Hacienda Perla). Selbst in 25° N auf den Bahamas haben wir noch
diesen Regentypus. Auf den Bermudas werden. die Winterregen intensiver
und sind weiter nördlich die herrschenden.
Leider liegen fast alle meteorologischen Stationen auf den westindischen
Inseln im vollen Lee des Passats. Sie zeigen meist Sommerregen mit einer leichten
Einkerbung im Juli— August.‘ Die Luvseite ist die regenreichere, doch ist die jähr-
liche Periode nahezu die gleiche, so daß die Luv- und Lee-Regen angenähert gleich-
sinnig schwanken. Zwei Beispiele mögen dies erläutern (nach Hann und Supan);
in °/ des Jahresmittels dargestellt.
Porto Rico. etwa 18° 30’ N-Br.
H N rl ea: x . . x oo
[3 35a )3la 121318131318
3|5|5 3]: SELF RIS TE IATEE:
Hacienda Perla, Luüvseite A 14| 4.2] 78| 11.5] 10.7 | 11.8| 8.3| 8.5| 10.1 | 12.5 | 7.5 | 3440
San Juan, Leeseite . . 5,7|3.8/44| 65] 891 9 |11 10.4| 9.51 11.4] 11.81 7.9 | 1450
Luvseite. 4.14 :
Roseau, Leeseite *. .
Dominica etwa 15° N-Br. .
6.4 | 3.7 37) 5,0 | 11.1| 11.23, 9.9] 9.2 El 11.1 | 7.3 | 2620
7.8 | 3.7 | 3.1] 3.2] 3.8| 11.0 13.7| 14.5| 11.8] 8.8] 10.6 | 7.7 |. 1900
Die Stationen landeinwärts in Südamerika (sehr spärlich) haben meist, die
gewöhnliche tropische Regenverteilung, also zur Zeit oder kurz nach dem höchsten
Sonnenstande. Das anormale Verhalten der Küstenstationen ist in ganz ab-
geschwächtem Maße bemerkbar. In Guayana, einige Grad nördlich des Äquators;
herrscht eine Regenzeit, die im April beginnt und mit August endigt, also normal ist.
In den Staaten Ceara und Bahia treten lange Trockenperioden von März bis
September ein, die oft Dürren und Hungersnot im Gefolge haben.
C. Die unperiodischen Schwankungen des Niederschlags der Regenjahre.
Die vorherigen Betrachtungen über die jahreszeitliche Verteilung der Nieder-
schläge waren notwendig, um die Fragen nach den unperiodischen Schwankungen der
Regenfälle zu untersuchen. Diese Untersuchung bedingt eine Festsetzung der
Grenzen des Regenjahres. . Eine Festsetzung des Regenjahres ist unerläßlich,
denn, so bemerkt. Maurer!): „Das Kalenderjahr stellt für den Vergleich von Regen-
schwankungen nur eine Zufälligkeit dar, für. deren Beibehaltung wenig andere als
Bequemlichkeitsgründe angeführt werden können. Für vergleichende Betrachtungen
des Regenhaushaltes auf der Erde wird man ja gleichzeitig Perioden zusammenfassen
müssen; dafür sind Kalenderjahre bequem und praktisch; zum Studium der
Regenvariabilität der.. einzelnen Stationen und größerer Gebiete wird aber eine
andere Festsetzung des Regenjahres geboten sein...... Der gebotene Ausweg ist
offenbar der: Man muß, wo Trockenzeiten auftreten, die Grenze des Regenjahres
in die durchschnittliche Mitte einer solchen Trockenheit legen. Dann ist man davor
bewahrt, zusammengehörige Regenmengen auf verschiedene Regenjahre zu ver-
teilen und anderseits nicht Zusammengehöriges zu summieren. Noch von einem
anderen Gesichtspunkt empfiehlt sich diese Lösung. In vielen tropischen. Gebieten
sind die Trockenzeiten die Perioden der Vegetationsruhe, soweit eine solche über-
haupt eintritt.‘ N | . Sa
Selbstverständlich darf man ergänzen, vertritt bei anderen Stationen ohne
Trockenzeit der Monat des Regenminimums die Stelle der Trockenzeit und dieser
Monat ist der Ausgangspunkt einer Folge von zwölf Monaten eines Regenjahres.
Vorsicht ist. allerdings. geboten, indem eine Verschiebung der Regengüsse an der
. 1) H. Maurer, Zur Methodik der Untersuchung über Schwankung der Niederschläge. Met.
Zeitschr. 1911, S. 97. . ; m *
Siehe auch A. Supan. Die Verteilung der Niederschläge. Pet. Mitt. Erg. Heft 124, S. 51.