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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

132 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1916.

von Dipikar. Dipikar kann im meteorologischen Sinne noch der Südhemisphäre
zugerechnet werden. Dieser allmähliche Übergang des südhemisphärischen Typus
in den nordhemisphärischen spiegelt sich in folgenden Zahlen wider: Die Regen
von Mai— August betragen in Prozenten des Jahresmittels
bei Loanda ........ 8° 495 4%
St. Croix des Eshiras . . 1° 35’8S 8%
St. Anne du V. Vaz , 1°35’8S 9%
Libreville ..... 0° 23’ N 10%
Dipikar ....... 2° 20°’ N 20%
Die Kamerunregion hat in diesen Monaten schon mehr als 50%, Duala z. B.
65°%/, des mittleren jährlichen Niederschlags. Die Hauptregenmonate sind in dieser
Region Juni— Oktober. Im Kamerungebirge sind je nach den Stationen verschiedene
dieser Monate die regenreicheren. Eine graphische Darstellung der jährlichen Regenverteilung
 im Kamerungebirge gibt Hassert in den „Mitteil. aus den Deutschen
Schutzgebieten‘““ 1911%). .
Die Guinearegion hat Regenmengen mit etwa 2000 mm Höhe; die Küstenorte
des Togolandes erhalten weniger als 1000 mm Niederschlag.
Die Senegalregion zerfällt wieder in zwei Bezirke, einen südlichen und einen
nördlichen. Der südliche umfaßt die Sierra-Leone-Küste und den nördlichen Teil
Liberias; mehr als 3000 mm Regen fällt hier jährlich. Der nördlich sich anschließende
Bezirk umspannt das eigentliche Senegambien. Die Regen sind gering, sie schwanken
zwischen 1000 und 200 mm. Nördlich der Senegalregion fehlt bis etwa 28° Breite
jede meteorologische Beobachtung. Die Regen nehmen weiter ab, die Sahara tritt
ans Meer heran. Bei Cap Juby, wo die Beobachtungen wieder einsetzen, haben wir
Winterregen mit einer ausgesprochenen Trockenzeit im Sommer. Je weiter wir
nach Norden schreiten, um so mehr schrumpft diese zusammen. Auf den Azoren
fällt 20°, der Jahresmenge von Mai bis September.
Die Inlandstationen der Kongoregion zeigen, daß landeinwärts die Sommerregen
 etwas anschwellen, die Trockenzeit wird ausgeprägter. In der Kamerunregion
zeigt Yaunde, daß das Hinterland zwei Regenzeiten und zwei relative Trockenzeiten
aufweist. Das Hinterland der Guinearegion hat gemäß den Registrierungen der
Stationen des Togolandes zwei Regenabschnitte, die mehr und mehr landeinwärts
zusammenschmelzen; der zweite Regenabschnitt ist der regenreichere im Gegensatz
zum Küstengebiet. Die Regenmengen selbst sind größer als an der Togoküste, kleiner
aber als an den anderen Stationen der Guineaküste. Die Trockenzeit im Sommer
ist nur relativ. Kayes endlich zeigt für Senegambien ein ähnliches ‚Verhalten wie
die Küstenstationen. Die Regen nehmen landeinwärts zu, bleiben aber gegenüber
den an der Sierra-Leone-Küste erheblich zurück. Das Hinterland Marokkos hat
durch den Atlas bedingte Regenfälle, auf die nicht näher eingegangen werden soll.
Es sei auf Hanns Klimatologie verwiesen.
2. Tropisches Amerika (Ostküste). -
Südamerikas atlantische Küste hat nicht so leicht zu entwirrende Niederschlagsverhältnisse
 als Afrika. Von ungefähr 15° S südlich zeigen sich normale
tropische Sommerregen. Von Bahia nördlich haben wir zwei Regenabschnitte;
die Hauptregen fallen im Süd-Herbst. Die große Trockenzeit in den Wintermonaten
ist am Ausgang des Winters noch angedeutet, sonst nur durch stetes Nachlassen der
Regen zu konstatieren. Die Regen nach der Zeit des 2. Sonnenzenitstandes sind
ganz gering und bei Ceara kaum wahrnehmbar. Dieser Regentypus, Regen von
Oktober bis Juli, bleibt auch nördlich des Äquators bestehen, doch verschiebt sich
das Regenmaximum mehr nach den nördlichen Sommermonaten hin; die Regen zu
Ausgang des Herbstes wachsen an. So bildet sich ein Regenminimum zu Anfang des
Herbstes. Die Regenmengen im Nordwinter sind noch beträchtliche. Die Regenzeit
 in den Monaten Mai bis Oktober wird auf den westindischen Inseln
die intensivere. Mehr und mehr haben wir auf der Luvseite der Inseln Sommerbs



+) K. Hassert, Das Kamerungebirge. Danckelmans Mitteil. 1911, S. 55. Hann, Lehrb. d,
Klimatologie Bd. III, 3. Aufl. 1910.
            
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