accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Hackenbroich, A.: Die unperiodischen Schwankungen des Luftdrucks und Regens usw. 429 
zu berücksichtigen, daß häufig der Regenmesser in den Tropen von der üppig 
wuchernden. Vegetation beschattet wird, wodurch große Fehler in die Beobachtungen 
hinein kommen können. Zweifel an der Richtigkeit der Beobachtung sind deshalb 
zuweilen nicht anberechtigt. So liegen von Recife zwei grundverschiedene Beob- 
achtungsreihen vor, wobei die Entscheidung darüber, welche die richtige. ist, nicht 
leicht ist!). Dies ist um so schwieriger, als hier eine Stationsbesehreibung fehlt 
und geringe Reliefunterschiede auf. kurze Entfernungen schon beträchtliche Ab- 
weichungen hervorrufen können. . 
Immerhin bieten eine Reihe von Kontrollen bedeutender Forschungsreisender 
und die kritische Sammlung des Materials durch meteorologische Warten und 
Fachzeitschriften eine Bürgschaft für ein brauchbares, in etwa homogenes Material. 
Es sei als ein Beleg und Beispiel auf die Station Debundscha hingewiesen, in deren 
Registrierungen v. Danckelman Zweifel setzte, die jedoch durch seine Nachfragen 
als unberechtigt sich. herausstellten?). Da ich die Stationsauswahl nach vorsichtiger 
Prüfung vorgenommen habe, darf ich hoffen, der Arbeit ein brauchbares Material 
zugrunde zu legen. 
Die Beobachtungen erstrecken sich über die Zeit 1865 bis 1912, meist jedoch 
auf die Jahre 1890 bis 1910. Von einigen Stationen lagen alte Beobachtungsreihen 
vor; da es zweifelhaft war, ob diese alten Beobachtungen an derselben Stelle oder 
wenigstens nahebei erfolgten, wurden sie vernachlässigt, um so mehr als auch von 
Nachbarstationen Beobachtungsreihen in diesen Jahren fehlten und ein Vergleich 
nicht möglich wurde. 
Die. Veröffentlichungen der englischen ’ Beobachtungen (Blue Books) sind 
schwer zugänglich, trotz aller Mühe waren diese nicht zu erlangen. . Ein Teil des 
Materials ist auf ganze Millimeter abgerundet nach dem gebräuchlichen Schema, 
5/,; und darüber liegende Zehntel auf ganze Einheiten zu erhöhen. Fehler: oder 
Ungenauigkeiten sind dadurch nicht hineingekommen, wie dies Riggenbachs 
Untersuchungen dargelegt haben®). 
Die Mehrzahl der Stationen ist nahe der Küste gelegen. Nur einige wenige 
Inlandstationen sind verwandt worden, um den Gegensatz oder die Gleichförmig- 
keit der inländischen Verhältnisse mit der Küstenzone zum Ausdruck zu bringen. 
B. Die mittlere jährliche Regenperiode. ; 
Im folgenden sei kurz die jährliche Periode der Niederschlagsmengen dar- 
gelegt‘). Zu diesem Zweck vergleiche man die Ausführungen mit der Tabelle 1 auf 
S. 430, in der ich die Normalmittel des Regenfalles der verwandten Stationen ange- 
geben habe, Alle Normalmittel (mit Ausnahme von Überaba) habe ich neu berechnet. 
Das. Normalmittel von Uberaba ist Hanns Klimatologie, 2. Band, entnommen. 
Das Maximum der Niederschläge tritt in der Regel um die Zeit des: Zenit- 
standes der Sonne ein.” Innerhalb der Wendekreise steht die Sonne zweimal im 
Jahre im Zenit. Man sollte also in dieser Zone zwei Regenperioden erwarten, die 
als normaler tropischer Regentypus gelten dürften. Aber nur. in der äquatornahen 
Zone liegen die Zenitabstände zeitlich so voneinander entfernt, daß dieser Typus 
rein zur Geltung‘ kommen kann. In der Nähe der Wendekreise verschmelzen die 
beiden Regenkurven zu einer einzigen. Am Äquator trifft der südhemisphärische 
Regentypus mit dem nordhemisphärischen zusammen, schon dadurch sind Be- 
sonderheiten im Regenfall am Äquator zu erwarten. Die Linie (besser wäre ein 
Streifen), die die Regenperiode der Südhemisphäre und der Nordhemisphäre trennt, 
nennt Supan hydrometeorischer Äquator. © 
Gemäß den Zenitständen der Sonne heißt die Zeit April— September für 
die Nordhemisphäre Nordsommer, für die Südhemisphäre Südwinter. ‚Eine solche 
Abgrenzung ist astronomisch richtig, aber nicht immer im klimatologischen Sinne. 
; 1) Regenzeit zu Recife nach 1. Boletin Mensal des Observ. de Rio de Janeiro, 2. Met. Zeitschr. 
1892 8. 115, 1879 S. 213, 1908 S. 429. ; ; . 47 
2) v. Danckelman, Mitt. aus den Deutschen Schutzgebieten, 1904, 88. Seite „Result. der 
Regenmessungen: zu Debundscha““, . ; 
3) A. Riggenbach, Genauigkeit bei Regenmessungen. Met. Zeitschr. 1889, S. 156. 
4) Man vergleiche hiermit: J. Hanri, Handbuch der Klimatologie. 3. Aufl. Band IT, 1910.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.