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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Sverdrup, H. U.: Druckgradient,.. Wind und. Reibung an der Erdoberfläche. 427 
1vy, —1vx die ablenkende Kraft und ein Teil der Reibungskraft, und in den 
Gliedern — 6vVx% — 6 vy der andere Teil der Reibungskraft enthalten. 
. Dieser Unterschied ist eine Folge davon, daß unsere Gleichungen und die 
Guldberg-Mohnschen auf völlig verschiedenen Wegen gewonnen sind. Guld- 
berg und Mohn machten über die Reibungskraft in der Nähe des Erdbodens 
die willkürliche Annahme, daß sie proportional der Windgeschwindigkeit und 
dem Winde entgegengesetzt gerichtet wäre, und stellten auf Grund dieser An- 
nahme ihre Bewegungsgleichungen der Luft in der Nähe des Erdbodens auf, 
Die vorliegende empirische Untersuchung hat aber das Ergebnis geliefert, daß 
die Größe der Reibungskraft zwar im Mittel der Windgeschwindigkeit proportional 
ist; die Richtung derselben fällt aber nicht mit der dem Winde entgegengesetzten 
zusammen, sondern bildet mit dieser einen konstanten Winkel. Auf Grund dieses 
Ergebnisses sind unsere Bewegungsgleichungen (27). aufgestellt worden. 
Geophysikalisches Institut der Universität, Leipzig. Juni 1916. 
Die unperiodischen Schwankungen des Luftdrucks und Regens im Tropen- 
gebiet des Atlantischen Ozeans. - 
Von Dr. Anton Hackenbroich, 
1. Die Schwankungen der Niederschläge im Kalmen- und Passatgebiet: 
A, Das Beobachtungsmaterial. 
Die Regenbeobachtungen in der Zone 10° S bis zu 30° N sowohl an der Küste 
Afrikas als der Amerikas umfassen nur an einigen Punkten einen längeren Zeit- 
raum als 15 ‚Jahre. a 
. Die wichtigsten Darstellungen des Regenfalles in den Tropen‘ sind von 
Supan!), Hann%), Fraunberger®), Vosz®), Fitzner®), Sieglerschmidt®) usw., 
wo weitere zahlreiche Quellen nachgewiesen werden. 
Veröffentlichungen des Regenfalles in extenso sind erst in den letzten Jahren 
seit Gründung der meteorologischen Warten erfolgt. Die Warten haben eine plan- 
mäßige Beobachtung in den Landeskolonien herbeigeführt. Diese Beobachtungen 
selbst werden durch Kolonialbeamte, Missionare und Farmer angestellt. Die Beob- 
achtungen der deutschen Kolonien Togo und Kamerun sind in jüngster Zeit um viele 
vermehrt worden; ihr Material wird in kritischer Weise von Frhr. v. Danckelman?) 
und Dr. Heidke®) gesammelt. Das Material der französischen Kolonien Kongo, 
Dahome, Senegambien, Guayana, Antillen ist aus den Veröffentlichungen des Bureau 
Centrale Meteorologique de France, Band 2, eines jeden Jahres entnommen. Die 
portugiesischen Beobachtungen (Angola, Azoren) entstammen den jährlichen meteorol., 
Veröffentlichungen des Observatorio do Infante Don Luiz. Für die englischen Kolonien 
war die Publikation von Dr. Ravenstein®) wichtig. Die von ıhm mitgeteilten 
Beobachtungen wurden von Kolonialtruppen angestellt. Da Sonntags nicht von 
diesen beobachtet wurde, .die Beobachter auch häufig wechselten, haben diese Daten 
nur beschränkte Bedeutung und sind vorsichtig zu verwenden. Es sind die Stationen: 
ı) A. Supan, ' Die Verteilung des Niederschlags auf der festen Erdoberfläche, Peterm. 
Mitt. Erg. Bd. XXV, Nr. 124. 1898 Gotha, 7 . ; . 
23) Hann, Lehrbuch der Klimatologie, 3. Aufl. 1910, und Met. Zeitschr. 1865—1914. 
3) G. Fraunberger, Studien über die jährl. Niederschlagsmengen des afrik. Kontinents. 
Petermanns.Mitt. 1907. . . 
4) E. L. Vosz, Die Niederschlagsverhältnisse von Südamerika. Erg. Heft Nr.-157 zu Peter- 
manns Mitt., Gotha 1907. ; . ° ‘ 
; 5) R. Fitzner, Die Regenverteilung in den deutschen Kolonien, Berlin 1907, Deutsches Kolonial- 
Handbuch, Berlin 1901. ; 
$) Sieglerschmidt, Das Klima der Nieder-Guinea-Küste und ihres Hinterlandes, Berlin 1910. 
7), Frhr. A. v. Danckelman, Mitt. aus den Deutschen Schutzgebieten, Berlin, sowie zahlreiche 
Notizen in der Meteorolog. Zeitschrift. . 
8) P. Heidke, Deutsche überseeische Beobachtungen, herausgegeben von der Deutschen See- 
warte Hamburg. £ 
*) Ravenstein, M. 0. Nr. 83, 1890; Meteorol. Observations at the foreign and colonial Stations 
of the Royal Engineers and the Army Medical Department, 1852—1886.
	        
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