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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1916.
Sehr eingehend war sodann die Nachsuche nach der Insel auf der Heim-
reise des »Nimrod« 1909, die in Shackletons Buch »21 Meilen vom Südpol«,
Bd. II, S. 318 geschildert wird. Nachdem zuerst bei unsichtigem Wetter das
Schiff über die Position hinaus nach Osten gegangen war, kehrte Kapt. Davis
nach Westen zurück: »Gute Beobachtungen der Sterne bestätigten unsere Position
mittags, von welcher nach Kapt. Doughertys Angaben die Insel 4 Sm weiter
westlich liegen sollte. Doch bei klarem Wetter wurde vom Mastkorb kein Land
gesehen. Ich hielt mich dann wieder an einen östlichen Kurs und um 4 Uhr
nachmittags, als die Dunkelheit gerade einsetzte, kam ich auf eine Position, von
der nach Kapt. Keates’ Angaben die Insel 4 Meilen östlich liegen sollte, doch
abermals kam nichts in Sicht. Um 4'/, Uhr fuhren wir über die Position hinaus
und hielten uns ostwärts auf 59° 21’ S-Br. entlang, konnten aber nirgends Land-
marken feststellen, Gerade in dieser Region trafen wir auf unserer Durch-
fahrt Eis an, und ich bin zu der Ansicht geneigt, daß die Dougherty-Insel weg-
geschmolzen ist, Obwohl ich nicht behaupten will, daß diese Inseln nicht existieren,
so kann ich doch der zuversichtlichen Meinung Ausdruck geben, daß sie nicht
auf der angegebenen Position oder irgendwo in deren Nähe liegen.«
Die Nachsuche des »Carnegie« hatte das gleiche Ergebnis. Das Schiff war
am 25, Dezember 1915 in der Nähe der für die Insel angegebenen Position, und
der Kapitän ging selbst jede halbe Stunde in den Auslug, ohne jedoch etwas von
Land entdecken zu können. Da die Insel mit einer Höhe von 80 Fuß auf etwa
30 Sm Entfernung hätte gesichtet werden können, so scheine es höchst wahr-
scheinlich, daß die Insel nicht vorhanden ist, Zur Erklärung dieser und ähn-
licher Vortäuschungen von Land berichtet der »Carnegie«, daß sie selbst durch
einen Eisberg, der zuerst für eine dunkle Felseninsel angesprochen wurde, getäuscht
wurden; der Eindruck der dunklen Farbe wurde durch besondere Reflexion des
Lichts von den Eiswänden hervorgerufen. Außerdem sei immer die Möglichkeit
einer Luftspiegelung vorhanden, auch auf der Fahrt des »Carnegie« wurde aus-
gedehntes Land in der Richtung gesichtet, in welcher sich 190 Sm entfernt
Banks Halbinsel, der südlichste Punkt von Neu-Seeland, befand.
Der Bericht in »The Geographical Review« führt an, daß auf neueren
amerikanischen Karten bei der Nimrod-Gruppe und Dougherty-Insel die Bezeich-
nung »Position doubtful« in »existence doubtful« geändert worden ist, und daß
auf der neuen Ausgabe der Tiefenkarte von Monaco die Inseln gänzlich ver-
schwunden sind, während sie auf der ersten Ausgabe noch verzeichnet waren.
Wenngleich man mit der Tilgung einer früher gesichteten Insel von der Seekarte
vorsichtig sein muß, wie .uns die Wiederauffindung der Bouvet-Insel gelehrt hat
(vgl. Ann. d. Hydr. usw. 1899, S, 276), so erscheint es in diesem Fall doch ziemlich
ausgeschlossen, daß die Nimrod-Gruppe und die Dougherty-Insel wirklich vor-
handen sind, da anderenfalls eines der vielen Schiffe, die Nachsuche nach den
{nseln gehalten haben, wahrscheinlich die Inseln wieder in Sicht bekommen hätte.
Br.
Neuere Veröffentlichungen.
Neueste Erscheinungen im Bereich der Seefahrt und der Meeres-
kunde sowie auf verwandten Gebieten,
Abhandlungen in Zeitschriften, sonstigen fortlaufenden Veröffent:
lichungen und Sammelwerken.
Witterungskunde.
Tabl Cr Übersicht über langsame Hochdruckwanderungen seit 1910. »Meteorol. Ztschr.«
„191 t. 5.
Über einen möglichen Zusammenhang gewisser Witterungsvorgänge mit der radioaktiven
Emanation des Erdbodens. E. Bandl. »Phys. Ztschr.« 1916, Nr. 10,
Die a Si0d6 des Luftdruckes an der deutschen Seeküste. A. Thraen. »Das Wetter«
1916, tt. 5.