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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Kleinere Mitteilungen. 
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Kleinere Mitteilungen: 
Nimrod-Inseln und Dougherty-Insel. Nach einer Mitteilung .in »The 
Geographical Review«, April 1916, ‚hat das amerikanische . Forschungsschiff 
»Carnegie«, das zur Zeit eine Untersuchung der. magnetischen Verhältnisse 
zwischen dem 50. und dem 60. Breitengrade der südlichen Halbkugel ausführt 
und. am 12, Januar 1916 in Süd-Georgien angekommen ist, eine. erfolglose Nach- 
suche nach diesen Inseln. gehalten, Da in. den letzten Jahren auch von der 
‚Discovery«, dem »Nimrod« und der »Terra Nova« nach den Nimrod- 
Inseln und. der Dougherty-Insel ‚vergeblich gesucht worden ist, seien die Nach- 
richten über die Inseln und die. Versuche, sie wieder aufzufinden, hier kurz zu- 
sammengestellt.  . 
Die Nimrod-Inseln: wurden (nach Findlay, Directory: for the South 
Pacific Oceän, 5. Ed. S. 325) zuerst von Kapt: Henry Eilbech ‘mit dem Schiff 
‚Nimrod« auf der Fahrt von Port Jackson nach Rio de Janeiro rund Kap. Horn 
im Jahre 1828 in 56° 30’ S-Br., 158° 30’. W-Lg. gesichtet. Wahrscheinlich wurden 
sie nur in beträchtlicher Entfernung gesehen, aber zahlreiche Vögel und Tange 
sollen das wirkliche Vorhandensein. bewiesen ‚haben. Im Jahre. 1831 suchte 
Biscoe die Inselgruppe vergebens, allerdings in einer anderen Position in 
56° 8’ S-Br., 157° 50‘ W-Lg.;. das Wasser ‚soll hier wie auf Bänken verfärbt ge- 
wesen sein, aber Lotungen wurden nicht ausgeführt. In Scott »Letzte Fahrt«, 
Bd. II, S. 315, berichtet. Leutnant Pennell über. die Heimreise der »Terra Nova« 
im Jahre 1913: „Das Schiff kam ungefähr 27.km im Norden der Stelle vorüber, 
wo auf der Karte die Nimrod-Gruppe. verzeichnet steht. , Hier machte es zwei 
Lotungen, die ‚beide mehr als 3600 m Tiefe ergaben, Als Kapt. Davis .im 
Jahre 1909 ‚auf. dem »Nimrod« (Shackleton-Expedition) heimkehrte, fuhr er 
gerade über die. auf der Karte ‚angegebene Stelle bei klarem Wetter hinweg, 
aber das Wetter machte alles Loten unmöglich, Entweder ist die Lage dieser 
Inselgruppe auf der Karte ganz verkehrt angegeben, oder, was wahrscheinlicher 
ist, die Inseln existieren überhaupt nicht.“ Der »Carnegie«'‘ gelangte infolge 
widriger Windverhältnisse nicht..auf die Position, in.der die Inseln liegen sollen, 
sondern, stand 40 Sm nördlicher, ohne die Inseln zu sichten; Lotungen wurden 
nicht ausgeführt, | ; 
Dougherty-Insel wurde. von: Dougherty,. Kapitän des Walfängers 
„James Stewart«, im Jahre 1841 gesichtet. Es schien eine Insel von 5 bis 6Sm 
Länge zu sein, von NO nach SW. verlaufend,‘ mit einem Hügel am NO-Ende, 
niedrigem. Land nach SW und einem dazwischen liegenden. Tal, das mit Schnee 
und: Eis bedeckt war. Der Abstand. des Schiffes betrug etwa !/, Sm, die Position 
war nur angenähert, 59° 20’ S-Br., 120° 20“ W-Lg. Da die Insel in der Folgezeit 
nicht wieder gesichtet. wurde, nahm‘ man ‚zunächst an, daß es:sich um die 
Sichtung eines Eisberges gehandelt hätte, bis ein neuer Bericht ihre Existenz 
zu beweisen schien. Im Jahre 1859 entdeckte Kapt. Keates auf der »Louise«, 
von Melbourne nach St. John unterwegs, eine runde Insel, etwa 80 Fuß hoch, 
von dunkler Farbe, an deren NW-Seite ein großer Eisberg auf Grund saß. »Nach 
der Erscheinung sah es aus, als sei das Eis dort angetrieben, da auch die vor- 
wiegenden Winde aus NW waren.« Nach guten Beobachtungen war die Lage 
der Insel östlich von Kapt. Doughertys geschätzter Position in 59° 21’ S-Br., 
119° 7’ W-Lg. Soweit die Angaben von Findlays Direetory über diese Insel. 
_ In »The Voyage of the Discovery« berichtet Kapt. Scott im Bd, II, S. 401, 
daß in der angegebenen Position von Dougherty-Insel 2318 Faden gelotet wurden. 
‚Es war bemerkenswert klar, sowohl vor wie nach der Lotung, und wäre dort 
eine Insel in der Umgebung der angegebenen Position gewesen, hätten wir sie 
sicher. gesehen, .Der Grund für die Beibehaltung der Inselangabe auf der Karte, 
nachdem bewiesen ist, daß sie nicht in der angenommenen Position gefunden 
wurde, dürfte sein, daß der. ursprüngliche Entdecker die Position sehr fehlerhaft 
berechnet haben mag, aber der Beweis gegen die Existenz von Dougherty-Insel 
ist jetzt zu stark, um diese Erklärung zu gestatten.«
	        
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