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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Wedemeyer, A.: Der Mittagshafir und -halazun von Abul Hassan, 29 
Setzt man diese Werte für © ein, so findet man leicht, daß die Gleichung (3) nicht befriedigt 
wird; denn 
mit 9 = —4q findet sich A = +8q* 
e = 0 « « A — q* 
e=+q «© << Ar —2gq* 
0=-+2q«<« « A=——d 
0= 434 « « A = 20a%. 
Die eine Wurzel ist etwa —4q, die andere etwas größer als 2 q. Auf S. 31 ist die Be- 
dingungsgleichung für die Wendetangente fehlerhaft. Daher haben auch die auf Tafel 1 und 2 ge- 
zeichneten Asr-Kurven einen wesentlich anderen Verlauf. 
Theoretische Überlegungen über Seespiegelschwankungen 
in Seen und Meeresbuchten. 
Von Dr. A, Defant. 
In den Theorien der allgemeinen periodischen Bewegung der Wassermassen 
in Seen und Meeresbuchten gelangt man in den meisten Fällen zu einer Differential- 
gleichung,;, die direkt oder erst nach einigen Transformationen der kanonischen 
Differentialgleichung in der Form 
2 
T—+ n?u=0 
entspricht. Sie gibt in ihrer Auflösung die Eigenschwingungen des Systems 
ohne Berücksichtigung einer immer vorhandenen Reibung und ohne Berück- 
sichtigung vorhandener Störungskräfte. Da die Wassermasse in einem See bzw. 
in einer Meeresbucht ohne äußere Veranlassung ihre Gleichgewichtslage nicht 
verläßt, da also die Schwingungen, welche auftreten, durch periodische oder auch 
nichtperiodische Verschiebungen der Wassermassen im System erzeugt und 
hervorgerufen werden, scheint die Benutzung der oben angeführten kanonischen 
Differentialgleichung nicht völlig gerechtfertigt zu sein. Durch das Hinzutreten 
des Reibungsgliedes und der die Schwingungen erzwingenden Kraft wird die 
Differentialgleichung des Problems bedeutend komplizierter; doch lassen sich 
trotzdem in ihrer allgemeinen Auflösung einige für die Theorie der Seespiegel- 
schwankungen wichtige Folgerungen ableiten. Die allgemeine Differential- 
gleichung nimmt die Form 
2 KO 2, IL nu=X 
; dt? dt 
an, wobei das Glied 2& St den Einfluß der Reibung enthält und X die gesamten, 
die Schwingungen des Systems hervorrufende Kräfte enthält, die periodischer, 
aber auch nichtperiodischer Natur sein können. Die Theorie der Schwingungen 
in den Seen und Buchten hängt. demnach von der Auflösung einer diesbezüg- 
lichen Differentialgleichung ab. Wir wollen uns mit derselben etwas näher 
befassen. ; 
Es ist vielleicht hier am Platze, auf eine Analogie hinzuweisen, die zwischen 
dem hier behandelten Problem und der Seismometrie besteht, die uns auch 
späterhin einige Dienste erweisen wird. In einem See bzw. in einer Meeresbucht 
haben wir eine Wassermasse vor uns, die Eigenschwingungen bestimmter Perioden 
unterliegt, die aber auch durch Impulse einer äußeren Kraft erzwungene 
Schwingungen vollführen kann; beide Schwingungsarten werden gewiß vor- 
kommen. Für die Aufzeichnung der Bodenbewegung bedient man sich in der 
Seismometrie seismischer Pendel. Auch diese besitzen eine bestimmte Eigen- 
periode, die von ihrer Länge und Masse abhängen, die jedoch durch die rhyth- 
mische Bodenbewegung, die dem Aufhängepunkte übertragen wird, also ebenfalls 
unter Einwirkung einer äußeren Kraft erzwungene Schwingungen ausführen 
müssen. Das Problem ist. wie wir sehen, dasselbe: Ein System bestimmter Eigen-
	        
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