Die Häfen der britischen Kolonie Neufundland.,
Gesellschaft, die Bedarfsartikel für die Fischerei anfertigt, beschäftigt 500 Personen.
Außerdem sind noch vorhanden drei Eisengießereien, eine Nagelgießerei, eine
Maschinenwerkstätte, eine Werkstätte für. Eisenbahnmaterial, zwei Zwieback-
bäckereien, Brauereien, Gerbereien, Möbel-, Tabak- und Seifenfabriken, Molkereien.
An den Ladebrücken sind zahlreiche Ölfässer, deren Geruch im Sommer
sehr unangenehm ist, und jeder freie Platz ist mit Gerüsten zum Fischtrocknen
belegt.
6 Dampferlinien. Die Allan- und die Furness-Linie unterhalten zusammen
wöchentlichen Verkehr zwischen Liverpool und St. Johns, d. h. die Linien fertigen
abwechselnd alle 8 Tage einen Dampfer nach und von St. Johns ab. Die Dampfer
der Allan-Linie laufen aber in den Monaten Februar bis April einschließlich nicht
nach St. Johns, sondern sie laufen Halifax an, von wo aus vierzehntägiger Verkehr
mit St. Johns durch einen Küstendampfer unterhalten wird. Wöchentlichen Ver-
kehr zwischen St. Johns und Montreal, Picetou, Charlottetown und Sydney (Kap
Breton) unterhalten die Dampfer der Black Diamond-Linie, und wöchentlichen
Verkehr zwischen St. Johns und New York und Halifax die der Red’ Lion-Linie.
Die Red Lion-Dampfer bringen Post von New York und Halifax, befördern aber
keine Post nach diesen Häfen. ;
Zwei Dampfer der Black Diamond-Linie unterhalten vom 1. Mai bis 5. De-
zember wöchentlichen Verkehr direkt mit Kanada, befördern aber keine Post und
nur der eine Dampfer befördert Reisende.
Eisenbahn. Von St. Johns führt eine Eisenbahn nach Port aux Basques,
von dort fährt ein Dampfer nach Sydney (Kap Breton), wodurch St. Johns an das
nordamerikanische Eisenbahnnetz angeschlossen ist.
Telegraphische Verbindung besteht mit allen Ländern durch die Kabel
der Anglo-American Telegraph Co. und der Commercial Cable Co.
Schiffsausrüstung. Bunkerkohlen. Von verschiedenen Firmen werden
zusammen etwa 30 000 Tonnen Kohlen auf Lager gehalten. Man kann Kap Breton-,
englische, wallisische, schottische oder Anthrazit-Kohle bekommen. Der Preis
betrug im Jahre 1908:
395
für
Ca
Kap Breton- Kohle
englische x
beste wallisische «
schottische «
Anthrazit- «
6.45 bis 6.70
6.75 « 6.90
8.50
7.00
8.00 p t frei an Bord.
Die Kohlen werden entweder an der Kohlenbrücke oder aus einer Hulk oder
aus Prähmen übergenommen. Man kann in jeder Luke etwa 20 Tonnen in der Stunde
übernehmen. Die Brücke ist mit 3 m hohen Schütten ausgerüstet.
Frischer und Dauerproviant ist zu erhalten, ist aber etwa um die Hälfte
teuerer als in den Vereinigten Staaten. Andere Ausrüstung ist zu erhalten.
Gutes Trinkwasser ist vorhanden. Es wird an den Ladebrücken aus der Wasser-
leitung entnommen, vor Anker liegende Schiffe erhalten es von einem Wasserboot.
Preis siehe unter Hafenunkosten. Ballast. Steinballast kostet 50c, Schutt
30e p. t.
Auskunft für den Schiffsverkehr. Ein deutscher Konsul ist am Orte, er
wohnt in der Queen-Straße Nr. 3. Agenten des Bureau Veritas und des Vereins
Hamburger Assekuradeure sind vorhanden. Hafen-, Lotsen- und Zollamt
haben ihren Sitz im Zollhaus, das Hafenpolizeiamt ist im Justizgebäude. Ein
Krankenhaus, in dem kranke Seeleute aufgenommen werden, befindet sich in
der Nähe der Stadt, ein anderes für ansteckende Krankheiten ist auf dem Signal-
hügel. Ein Seemannsheim ist am Orte. Arbeitsnachweis für Seeleute ist bei
dem Board of trade Shipping Master.
Zeitsignal siehe „Leuchtfeuer aller Meere‘ 1914, Heft V, Nr. 10052. Die
Anglo-American Cable Company gibt bereitwillig die richtige Zeit, wenn man sich
einen Tag vorher anmeldet. Seekarten und nautische Bücher sind zu kaufen,
jedoch keine deutschen.