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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1916, 
auf dem Wege nach Nöthen, der über eine Höhe (392) führt. In Nöthen-—Gils- 
dorf (314) fing es an; deutlich vernehmbar war die lebhafte Kanonade (Tal- 
richtung fast SW—NO). — Eine sehr merkwürdige, sich auf mehrere Tage 
erstreckende Beobachtung: Wir fischten mit dem sog. Hamen (Streichnetz) auf 
Forellen, Jedesmal hörte derjenige, der im Bache stand, nichts oder sehr wenig 
von den harten Schlägen; der am Ufer befindliche vernahm sie klar und scharf; 
dabei befanden wir uns beide in dem den Bach einfassenden alten Erlenbestande. 
Wir hatten beide den Eindruck, als wenn bei der im Tale herrschenden, fast 
absoluten Windstille die Schläge vom Boden fortgeleitet würden.« 
31. Herr Dr. R, Kirchberg, schreibt am 13. IL 1916: »In den letzten 
Tagen hört man hier oben (Hunsrück) aus der Gegend der oberen Maas und 
Mosel außerordentlichen Kanonendonner, wie ich ihn bisher kaum gehört habe; 
nur im Oktober 1914 wurden ähnliche Schläge vernommen, Bei geschlossenen 
Türen und Fenstern kann man das Trommelfeuer deutlich hören und genau die 
einzelnen schweren und leichten Kaliber unterscheiden.« 
32. Herr Ch, M. schreibt aus Walheim, Bez. Aachen, am 9. 1.1916 
folgendes: »Ich habe auch während des Sommers zeitweise lebhaften Kanonen- 
donner beobachten können. Auffällig ist mir, daß hier der Donner bei schwachem 
Gegenwind am deutlichsten vernehmbar ist.« 
33. Herr E. H.,, Münstereifel, schreibt am 5. II 1916: »Ich wohne 
zwischen Münstereifel und Iversheim im Erfttale am westlichen Abhang, etwa 
20 m über der Talsohle,. Wir haben den Kanonendonner auch den ganzen 
Sommer hindurch je nach dem Winde stärker oder schwächer gehört; öfters 
aber hörten wir ihn auf der Höhe, wenn er in der Nähe der Häuser, d.h. im 
Tale, nicht zu hören war. Der Geschützdonner von Lüttich her war so laut, daß 
wir zunächst glaubten, er rühre von den Schießplätzen bei Elsenborn her.« 
34. Herr Leutnant B., schreibt aus Aachen am 3. II 1916: »Ich 
war im September 1915 in Aachen in Lazarettbehandlung und hatte Gelegen- 
heit, recht häufig den Aachener Wald aufzusuchen. Man hörte den Schall speziell 
deutlich an den höhergelegenen Punkten.« 
35. Herr Hüttendirektor R.K, Dillinger, machte folgende Beob- 
achtungen: »Wir liegen hier schätzungsweise 75 km hinter der Front und 
hören den Kanonendonner täglich, Einen Unterschied zwischen Sommer und 
Winter haben wir nicht bemerkt. Am deutlichsten vernimmt man ihn in der 
Mitte des Hauses, wo die Übertragung durch die Luft am meisten gehemmt ist. 
Draußen kann ich den Donner nicht hören, während ich drinnen die einzelnen 
Schläge deutlich unterscheide. Auch wenn ich in der Badewanne sitze und mit 
dem Ohr nahe der Wandung bin, kann ich jeden Schuß deutlich vernehmen.« 
36. Herr H. W., Köln, macht am 2. IL 1916 folgende Mitteilung: 
„Weihnachten 1914 weilte ich in meinem Heimatsdorfe, gelegen in der Nähe von 
Wassenberg, Kreis Heinsberg; dort hörte man am 2, Weihnachtstage, nachdem 
es in der Nacht vorher ziemlich stark gefroren hatte, den Kanonendonner von 
Flandern (über 200 km) so gut, als wenn er aus 20 km Entfernung gekommen 
wäre. Schwacher Wind wehte aus Südwest, also nicht aus der Richtung von 
Flandern, Am nächsten Morgen, wo Tauwetter eingetreten war, war der Kanonen- 
donner nur sehr schwach vernehmbar. 
37. Herr A, Z, Köln, schreibt am 2. IL 1916: »Ich habe ein Haus 
in Lutzerath a, d. Eifel und halte mich dort im September und Oktober auf. 
Jeden Tag hörten wir da den Kanonendonner und können deutlich schweres und 
leichtes Geschütz unterscheiden. Merkwürdig ist, daß man in nichtbewaldeten 
tiefen Tälern den Kanonendonner am deutlichsten hört. Auf meinen Spazier- 
gängen konnte ich oft sechs Schuß oder vier, wie eine Batterie bei langsamem 
Feuern sie abgibt, ganz deutlich hören und zählen. (Bin selbst Artillerist.)« 
38. Frau F. M. schreibt aus Rösrath am 21. III 1916: »In den 
letzten Wochen habe ich das Schießen immer bei Ost- und Nordwind gehört. 
Der Wind kam also aus ganz anderer Richtung wie der Schall. Unser Haus 
liegt im Tal der Sülz, das durch einen niedrigen Höhenzug vom Rheintal ge- 
trennt ist. Manchmal konnte man die Schüsse, die deutlich als einzelne Schläge
	        
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